Geht jetzt der Sprit aus?

Die havarierte Raffinerie Schwechat wird größtenteils bis weit in den Herbst hinein außer Betrieb sein. Fluggesellschaften und Fahrer fürchten die Versorgung. OMV muss teures Öl und Diesel kaufen und damit ist ein Milliardendeal verloren.

Wien. In Ungarn ist es soweit: Ab dieser Woche können Autofahrer an OMV Tankstellen nicht mehr so ​​viel tanken, wie sie wollen. Pro Tank sind maximal 50 Liter erlaubt. MOL und Lukoil schränken zudem die Lieferung von staatlich subventioniertem Kraftstoff ein, um Engpässe zu Beginn der Ferienzeit zu vermeiden.

Ein paar Kilometer weiter westlich will man mit knappen Ölprodukten nichts zu tun haben. Ein schwerer Schaden in der Raffinerie Schwechat sorgt auch in Österreich für eine sehr angespannte Lage. Anfang Juni wurde im Zuge einer Generalüberholung die Außenhaut der sogenannten Destillationskolonne der Rohdestillationsanlage zerstört. Diese 40 Meter hohen Silos sind das Herzstück der Raffinerie, in der Rohöl in seine Bestandteile zerlegt wird, bevor es weiterverarbeitet werden kann.

„Österreich muss derzeit eine Lücke von mindestens 150.000 Barrel Benzin, Diesel und Kerosin pro Tag füllen“, sagte Florian Thaler, Gründer des Londoner Ölanalyseunternehmens OilX, der Presse. Und das wird sich bis Ende September nicht ändern. Die Fluggesellschaften spüren bereits die Not: Sie wurden gebeten, ihre Flugzeuge zu betanken, bevor sie nach Wien fliegen. Um Engpässe zu vermeiden, hat der Staat einen Teil seiner strategischen Treibstoffreserven freigegeben. Die Versorgung sei bis Ende Juni gesichert, sagte kürzlich Alfred Stern, Chef der OMV. Und dann?

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