Anmeldungen bald auf Hochtouren: Frankreich baut die ersten Mautstationen ab

Anmeldungen in Kürze in vollem Gange Frankreich baut die ersten Mautstationen ab

28.05.2022, 07:20 Uhr

Zwischen Paris und Caen müssen Autofahrer künftig nicht mehr das Nadelöhr drücken, das derzeit die Mautgebühren auf den Autobahnen Frankreichs darstellt. Die Zulassung von Fahrzeugen mit moderner Technik soll jährlich Millionen von Wartezeiten auf der Strecke einsparen.

Bei einer Autoreise nach Frankreich gehören die lästigen Mautstellen noch dazu, doch zwischen Paris und der Küste der Normandie werden sie bald der Elektronik weichen. Anstelle der bisherigen sechs Mautstationen, an denen der gesamte Verkehr auf der stark befahrenen Küstenautobahn A13 eingestellt wurde, soll 2024 eine automatische Fahrzeugregistrierung installiert werden, kündigte der Mautstraßenbetreiber Sanef an.

In den USA, Norwegen und Portugal wird diese Technik bereits eingesetzt, in Frankreich gibt es einen ersten Test auf einem Abschnitt der A4 zwischen Saarbrücken und Metz. Die Technologie der Zukunft basiert auf der sogenannten Maut, die bereits von regelmäßigen Benutzern französischer Autobahnen genutzt wird, der Erhebung der Maut durch elektronische Registrierung des Autos.

Das Lesegerät hinter der Windschutzscheibe wird beim Passieren der Mautstation noch ausgelesen. In Zukunft soll dies in voller Geschwindigkeit mit Lesegeräten möglich sein, die auf einer Art Portal montiert sind. Gelegenheitsnutzer können sich mit ihrer Anmeldung auch online anmelden und den Lastschrifteinzug zulassen. Außerdem soll es möglich sein, später über die Website des Autobahnbetreibers oder in Trafiken zu bezahlen.

Mit dem Wegfall der alten Maut sparen sich die Nutzer der mehr als 200 Kilometer langen Autobahn zwischen Paris und Caen jedes Jahr 1,8 Millionen Stunden Wartezeit, sagte Sanef-Direktor Arnaud Quemard der Zeitung „Le Parisian“. Außerdem würden 9,5 Millionen Liter weniger Kraftstoff verbraucht, weil keine Autoschlangen mehr vor Mautstellen anstehen und dann wieder anfahren müssten. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 11.000 Autos. Die Modernisierung kostet 120 Millionen Euro, die die Mautstraßengesellschaft ihren Kunden mit einer Mindestmauterhöhung in Rechnung stellt.

Mit einem schnellen Abschied von allen Mautstationen, insbesondere den von Urlaubern stark frequentierten Südautobahnen, ist so schnell nicht zu rechnen. Die A13 sei gezielt gewählt worden, weil dort nicht so viele Ausländer unterwegs seien, sagte der Sanef-Chef. Dies erleichtert die Untersuchung, wenn Personen ihre Reise nicht bezahlen. Bei französischen Fahrzeugen haben Mautstraßenbetreiber bereits Zugriff auf Zulassungsdaten.

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