Stand: 03.07.2022 14:39 Uhr
Stornierte Flugverbindungen und lange Warteschlangen an Flughäfen scheinen für einen Boom im Bahnverkehr gesorgt zu haben. Besonders Sprinter-Züge zwischen Großstädten profitieren davon. Was die Pünktlichkeit des Zuges betrifft, bleiben jedoch die Wünsche unerfüllt.
Chaos an Flughäfen, Freude in der Zentrale der Deutschen Bahn. „In der aktuellen Situation nutzen in Deutschland immer mehr Menschen die Bahn statt das Flugzeug“, sagte ein Spiegel-Sprecher. Die Zahl der Fahrgäste im Zug steigt.
Sehr beliebt sind unter anderem Sprinter-Züge auf innerdeutschen Flugstrecken. Nach Angaben der Deutschen Bahn nutzten im Mai täglich mehr als 20.000 Fahrgäste den Sprinter. „Das ist ein enormer Vorteil von mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum vor der 2019-Krone“, sagte der Unternehmenssprecher. Daher sind die Sprinter-Verbindungen zwischen Berlin und München, Frankfurt und aus Nordrhein-Westfalen sehr gut reserviert.
„Die Vorbuchungen für Juli/August setzen den Sprint-Boom eindeutig fort“, so der Sprecher weiter. Daher werden viele Bahnreisen von den Fluggesellschaften selbst gebucht, beispielsweise wenn ein Flug gestrichen und Passagiere auf den Zug umgebucht werden.
Beliebt, aber weniger pünktlich
Auch die Bahn kämpft mit der Pünktlichkeit. Das Deutsche Verlagsnetzwerk berichtet unter Berufung auf eigene Berechnungen, dass im Juni 59,5 Prozent der Fernzüge pünktlich ankamen. Im Mai waren es noch 62,4 Prozent. Die Pressegruppe verwies auf die Definition der Deutschen Bahn, dass ein Zug pünktlich ankommt, wenn er nicht mehr als sechs Minuten zu spät an der Haltestelle ankommt.
Die Deutsche Bahn selbst gibt den Mai-Pünktlichkeitswert mit 62,7 an. Bauarbeiten vor allem auf stark befahrenen Abschnitten hätten die Pünktlichkeit “massiv beeinträchtigt”. Juni-Zahlen hat das Unternehmen noch nicht veröffentlicht.