Acht Prozent Inflation im Mai

Haupttreiber waren weiterhin steigende Energie- und Kraftstoffpreise. Im Vergleich zum Vormonat stieg das Niveau der Inlandspreise laut vorläufiger Berechnung um 1,1 Prozent.

Der für Vergleiche im Euroraum herangezogene Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) in Österreich lag schätzungsweise 8,1 Prozent über dem Vorjahresmonat und ein Prozent über dem April. Die Statistik Austria wird am 17. Juni ausführlich über die Inflation in Österreich berichten.

Debatte

Inflationswelle: Was tun angesichts der Kostenexplosion?

Die EZB strebt eine Zinswende an

Seit Monaten treibt der starke Anstieg der Energiepreise die Inflation im Euroraum voran. Dieser Trend wurde durch den russischen Angriff auf die Ukraine noch verstärkt. Nach langem Zögern peilt die EZB nun eine Zinswende an: Die Notenbank hat angekündigt, mit zwei Zinserhöhungen im Juli und September den aktuell negativen Zins auf -0,5 Prozent Einlagen zu beenden. Steigender Inflation kann mit höheren Zinsen begegnet werden. Andere Zentralbanken wie die US-Notenbank Fed und die Bank of England haben ihre Leitzinsen bereits angehoben.

In einem am Montag veröffentlichten Interview hat der Chefvolkswirt der EZB, Philip R. Lane, jedoch Hoffnungen auf ein noch schnelleres Ende der Negativzinsen im Euroraum zunichte gemacht. „Was wir jetzt sehen, ist, dass es angemessen ist, die Negativzinsen bis zum Ende des dritten Quartals abzuschaffen, und dass der Prozess schrittweise erfolgen sollte“, sagte Lane der spanischen Zeitung Cinco Dias. Mit Blick auf die durch den Ukrainekrieg gehemmte wirtschaftliche Erholung stellte Lane klar: „Der Anstieg der Negativzinsen im September bedeutet nicht, dass die Zinsen hoch sein werden; sie werden immer noch relativ günstig sein.“

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Sozialversicherungsleistungen: Debatte über Inflationsanpassung

Inflation: Die Lage ist „absolut“ ernst

WIFO erhöhte Inflationsprognose für 2022 von 5,8 Prozent auf 6,5 Prozent; Die Lage sei „absolut“ ernst, sagte WIFO-Chef Gabriel Felbermayr am Sonntag in der „Pressestunde“ des ORF. Auf derart hohe Inflationsraten ist die Volkswirtschaft nicht vorbereitet. Wegen der hohen Inflation sei es nun „dringend“, auch unterjährig über eine Anpassung der Sozialleistungen nachzudenken, sonst sei das System „nicht tragfähig“. Generell sprach sich der WIFO-Chef dafür aus, Sozialleistungen wie Familienbeihilfe, Mindestsicherung und Pflegegeld zu indexieren und automatisch an die Inflation anzupassen.

Er bevorzuge einen dauerhaften Ausgleich, wenn dies zumindest in der Krise politisch nicht möglich sei. Wir werden so schnell nicht zu niedrigen Inflationsraten zurückkehren. Über einen angemessenen Preisindex sollte nachgedacht werden, denn Menschen an der Armutsgrenze würden anders konsumieren als diejenigen, die genug Geld haben. Dem Wirtschaftswissenschaftler zufolge steht das WIFO einer Senkung der Mehrwertsteuer skeptisch gegenüber, weil sie teuer wäre und die Inflation nur hinauszögere – irgendwann müsse die Steuer wieder angehoben werden. Besser wäre es, höhere zu übertragen und vorhandene Pakete zu duplizieren.

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