Affenpocken und Corona: Der Klimawandel hat großen Einfluss auf die Ausbreitung von Zoonosen

Von Karim Belbachir und Bernd Fuchs

Viren können zunehmend von Tieren auf Menschen überspringen. In besonders schweren Fällen kommt es dann zu Pandemien, wie es aktuell zum Beispiel bei Corona der Fall ist. Da der Lebensraum von Tierarten durch den Klimawandel weiter eingeschränkt wird, werden zukünftig mehr Zoonosen zirkulieren.

Im Video: Bernd Fuchs erklärt im Klima-Update, wie Zoonosen den Menschen erreichen

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Begrenzte Lebensräume erhöhen die Übertragungswahrscheinlichkeit

In Zukunft werden noch mehr Viren von Tieren auf Menschen übertragen.

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Begünstigt der Klimawandel die Übertragung von Viren auf den Menschen? Der Wissenschaftler Colin Carlson von der Georgetown University hat dieses Problem mit Kollegen untersucht. Die Antwort wird uns nicht gefallen. Immer mehr dieser sogenannten Zoonosen werden bereits auf den Menschen übertragen. Einer der Hauptgründe ist die Überlappung der Lebensräume der Tiere. Diese gehen beispielsweise durch die landwirtschaftliche Nutzung immer mehr zurück. Mittlerweile teilen sie ihren Lebensraum nicht nur mit immer mehr anderen Arten, sondern oft auch mit Menschen.

Nicht selten gelangen daher immer mehr Zoonosen auf den Menschen über. Im Jahr 2070 schätzten Forscher, dass sich die ersten Kontakte mit anderen Wildtierarten verdoppeln würden. Dies wiederum erhöht auch das Risiko, dass sie auf den Menschen gelangen.

Mindestens 4.500 Artensprünge werden erwartet

Vor allem in tropischen Regionen überschneiden sich tierische und menschliche Lebensräume zunehmend. Dadurch erhöht sich das Risiko einer Virusübertragung.

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Carlsons Team erwartet, dass diese Artensprünge vor allem in den tropischen Regionen Afrikas und Südostasiens zunehmen werden. Das läge an den unterschiedlichen Klimazonen und den zahlreichen Säugetierarten auf engem Raum. Wissenschaftler sagen voraus, dass bis zu 15.000 Artensprünge möglich sind und 4.500 als sicher gelten. Auch eine Erderwärmung unter 2 Grad kann diese Ausbreitung nicht aufhalten.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen die dringende Notwendigkeit, Viren zu erkennen und zu kontrollieren“, sagte Carlson. Darüber hinaus müssen Veränderungen in den Verbreitungsgebieten der Arten überwacht werden, insbesondere in tropischen Regionen, in denen die meisten Zoonosen vorkommen und die Erwärmung am schnellsten ist.

Die bekanntesten Zoonosen: Kronenviren

Die Larvenwalze gilt als Überträger des SARS-Virus.

© Deutsche Presse-Agentur

Die bekannteste Zoonose ist wohl das Covid-19-Virus, das die Corona-Pandemie auslöste. Wissenschaftler hatten vermutet, dass das Virus von Fledermäusen übertragen wurde. Dies ist jedoch noch nicht zu 100 % gewährleistet. Andere Kronenviren sind auch MERS und SARS. Auch dort gelten Fledermäuse als ursprüngliche Überträger, während Dromedare und Larvenhaspeln der Zibetkatzenart als Zwischenwirt dienten.

Affenpocken (Affenpockenvirus)

Affenpocken-Warnzeichen: Das Affenpockenvirus sorgt derzeit weltweit für Aufsehen.

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Monkeypox (Affenpockenvirus) geht um. Tatsächlich gelten die Pocken seit 1979 als ausgestorben. Eine konsequente Impfkampagne trug wesentlich dazu bei. Da das Virus jedoch seit 1972 nicht mehr in Deutschland aufgetreten ist, wurde die Impfpflicht in Westdeutschland 1976 und in Ostdeutschland 1982 aufgehoben. Gegen Pocken geimpfte Personen haben einen gewissen Schutz (bis zu 85 Prozent). der Krankheit. Nagetiere gelten als Zwischengäste und Überträger von Affenpocken. Einer der Gründe für die Ausbreitung der jüngsten Fälle könnte auch die Abholzung weiterer Waldflächen sein. Das Virus wird durch den Austausch von Körperflüssigkeiten übertragen.

Echte Grippe – Grippe

Die echte Grippe hat ähnliche Symptome wie eine Erkältung, aber die Viren, die sie auslösen, sind anders.

© dpa, Nicolas Armer, nar dak sab tmk htf

Eine andere Zoonose, die einige Bekanntheit erlangt hat, ist die gewöhnliche Grippe (Grippe). Es ist eine Infektionskrankheit, die von verschiedenen Tieren übertragen wird. Die Schweinegrippe (H1N1) beispielsweise verursachte 2009/2010 rund 200.000 Menschen. Das Hauptvirus ist die Vogelgrippe H5N1.

Ebola

Fledermäuse gelten als Überträger des Ebola-Virus.

© dpa, Cdc-Broschüre

Mit einer Sterblichkeitsrate von rund 90 Prozent ist Ebola eine der tödlichsten Zoonosen. Auch Fledermäuse gelten als Überträger von Ebola. Obwohl die erste Krankheit 1976 gemeldet wurde, ereignete sich der größte Fieberausbruch in den Jahren 2014-2016. Ebola-Viren werden ähnlich wie Affenpocken durch Körperflüssigkeiten übertragen, aber auch durch den Verzehr von kontaminiertem Fleisch und den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen.

Dengue-Fieber

Besonders Reisende aus tropischen Ländern erkranken gerne an Dengue. Überträger sind Mücken.

© imago images / Science Photo Library, Science Photo Library, über www.imago-images.de, www.imago-images.de

Eine weitere Viruserkrankung ist Dengue, das sich Reisende oft in tropischen Ländern einfangen und dann mit nach Europa nehmen. Das Virus wird von Mücken übertragen, stammt aber ursprünglich von Affen. Die ersten Fieberfälle wurden einige Jahrhunderte nach der Geburt Christi von den Chinesen registriert.

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