Affenpocken: Virusübertragung und Symptome: Die wichtigsten Informationen

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Erstellung: 25.05.2022, 09:50 Uhr

Von: Sophia Lotter

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Das Affenpockenvirus ist bereits in Deutschland angekommen. Wie beurteilen Experten Symptome und Gefahr? Ein Überblick.

Berlin – Jetzt sind die Affenpocken auch in Deutschland angekommen. Nachdem Anfang Mai die ersten Fälle in Großbritannien gemeldet wurden, breitete sich das Virus stetig aus. Inzwischen gibt es bestätigte Pockeninfektionen in Europa, Nordamerika und Australien.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden Pocken erstmals 1970 in der Demokratischen Republik Kongo beim Menschen nachgewiesen: Ein neunjähriger Junge war betroffen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es damals Fälle in mehr als zehn Ländern des Kontinents. Krankheitserreger können von verschiedenen Tierarten übertragen werden und gehören wie das Coronavirus zu den Zoonosen. Besonders betroffen sind laut RKI Nagetiere. Aber was ist die Gefahr von Affenpocken und was sind die Warnzeichen einer Infektion?

Auch in Deutschland wurde das Pockenvirus nachgewiesen. © Andrea Männel / Andrea Schnartendorff / RKI / dpa

Affenpocken-Infektion: Das sind die Symptome

Wie das RKI mitteilt, macht sich eine Affenpocken-Infektion durch mehrere Symptome bemerkbar. Zwar bilden sich nach ein bis drei Tagen typische Hautveränderungen wie Hautunreinheiten und Blasen, die sich dann ablösen und ablösen, aber es gibt auch andere Sofortsymptome:

Starke Kopf- und Gliederschmerzen Nackenschmerzen Husten Müdigkeit Plötzliches Fieber bis 40 Grad Angeschwollene LymphknotenQuelle: RKI

Affenpocken: Was ist die wirkliche Gefahr einer Virusinfektion?

Doch wie gefährlich ist das Affenpockenvirus für den Menschen? Gerd Sutter, Professor für Virologie am Institut für Infektionsmedizin und Zoonosen der Ludwig-Maximilians-Universität München, bewertet die Lage. Der Virologe berichtet, dass bisher zwei Formen des Affenpockenvirus aufgetreten sind:

  • Infektionen in Zentralafrika: Mögliche schwerwiegende generalisierende Krankheiten, ähnlich der Pockenkrankheit beim Menschen, die inzwischen ausgerottet wurde.
  • Infektionen in Westafrika: Meist mild. Zu den Symptomen gehören Fieber und Pocken auf Haut und Schleimhäuten.

Bei den in Europa aufgetretenen Fällen handelt es sich nach seiner Einschätzung um ursprünglich aus Nigeria eingeschleppte Infektionen (Indexfall in Großbritannien), die nun wohl eher in begrenzten Infektionsketten von Mensch zu Mensch übertragen werden einen Virusstamm identifiziert, der den in Westafrika vorkommenden Affenpockenviren zugeordnet werden kann. Aber ist eine Epidemie oder gar eine Pandemie möglich?

Affenpocken-Infektion: Droht eine Epidemie oder Pandemie?

Fabian Leendertz, Zoonose-Experte und Projektleiter am RKI, sieht eine Epidemie nahen. „Ich würde es eine Epidemie nennen, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass diese Epidemie lange anhält. Fälle von Contact Tracing können gut isoliert werden und es gibt auch wirksame Medikamente und Impfstoffe, die bei Bedarf eingesetzt werden können“, sagte er.

Auch Virologe Sutter sieht keine große Gefahr. Warum: Monkeypox-Virus kann normalerweise nur durch direkten Kontakt übertragen werden. „Eine Aerosolübertragung ist experimentell möglich, spielt aber bei der natürlichen Infektion allenfalls eine untergeordnete Rolle. Daher sind Affenpockenübertragungen im Vergleich zu anderen Infektionen wie Influenza oder Covid-19 relativ ineffizient und zusammen mit entsprechenden Maßnahmen zur Diagnose und Nachsorge von Kontakten, führen in der Regel nur zur Entwicklung von kurzkettigen Infektionen.“ einer größeren Epidemie in Deutschland und Europa als „gering“. (Sophia Lotter)

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