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Erstellt: 25.05.2022 05:03
Von: Sophia Lotter
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Das Pockenvirus breitet sich weiter aus. In Deutschland sind mehrere Fälle bekannt; Auch in Hessen ist die erste Infektion bestätigt.
- Sechster Fall in Deutschland: Das Affenpockenvirus breitet sich weltweit aus. Neue Fälle auch in Tschechien und Slowenien.
- Das RKI rechnet mit weiteren Infektionen mit dem Affenpockenvirus.
- Isolierung und Impfung gegen Pocken: Karl Lauterbach fordert eine “schnelle und harte” Antwort
Update vom Dienstag, 24. Mai, 20 Uhr: Auch in Hessen ist nach Angaben des Sozialministeriums eine Pockeninfektion nachgewiesen worden. Das Ergebnis sei durch Elektronenmikroskopie und PCR vom Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikums Frankfurt bestätigt worden, teilte die Wiesbadener Landesbehörde mit. Der Infizierte begab sich am 24. Mai mit entsprechenden Symptomen in die Universitätsklinik. Alter und Geschlecht der Betroffenen konnten zunächst nicht ermittelt werden.
Der erste in Deutschland getestete Fall wurde vergangene Woche in Bayern gemeldet. Der betreffende Mann soll sich vorübergehend in Frankfurt am Main aufgehalten haben.
Auch ein Fall von Pocken in Hessen (Symbolbild) wurde gemeldet. © Christian Ohde / Imago
Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) teilte mit, dass das Ansteckungsrisiko für die Bevölkerung insgesamt als gering eingeschätzt werde. „Aber natürlich verfolgen wir die Entwicklungen sehr genau.“
Zuvor waren zwei weitere Pockenfälle in Bayern bestätigt worden. Das Münchner Gesundheitsministerium teilte mit, die beiden Patienten seien kürzlich unabhängig voneinander von einer Auslandsreise in den Freistaat zurückgekehrt. Einer der beiden Patienten befindet sich inzwischen im Klinikum München Schwabing. Der andere Fall wurde aus dem Kreis Ansbach gemeldet, wo der Betroffene inzwischen ebenfalls isoliert ist.
Affenpocken-Infektion: mehr als 250 Fälle weltweit
Update am Dienstag, 24. Mai, 15.15 Uhr: Weltweit und in der EU werden erneut Einzelfälle von Affenpocken gemeldet. Ein erster Fall von Affenpocken wurde in Slowenien und der Tschechischen Republik gemeldet. Auch in Deutschland sind verschiedene Pockeninfektionen bekannt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat mehr als 250 Fälle von Pocken in 16 Ländern gemeldet (Stand: 23. Mai).
Bis heute wurden im Vereinigten Königreich 56 Fälle von Pocken gemeldet. Britische Gesundheitsbehörden haben Kontaktpersonen seit dem Anstieg der Pockenfälle mehr als 1.000 Dosen des Pockenimpfstoffs Imvanex verabreicht. Das teilte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde am Dienstag (24. Mai) mit. Es seien 3.500 weitere Dosen auf Lager, fügte die Sprecherin hinzu.
Affenpocken in Deutschland: Lothar Wieler übernimmt weitere Fälle
RKI geht von weiteren Affenpockenerkrankungen in Deutschland aus. Es sei klar, dass hierzulande mit weiteren Fällen zu rechnen sei, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Dienstag (24. Mai) vor der Bundesärztekammer in Bremen. „Unser Ziel ist es daher, den Ausbruch einzudämmen“, sagt Wieler. Dies kann durch eine erfolgreiche Kontaktverfolgung, die Vermeidung enger Kontakte zu Infizierten und Hygienemaßnahmen erreicht werden. Risikogruppen müssen aufpassen.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) rechnet nicht mit dem Beginn einer neuen Pandemie, mahnte aber bei einer Pressekonferenz am Dienstag (24. Mai) zur Vorsicht: Alle Bevölkerungsgruppen, also auch Kinder und Jugendliche, könnten sich theoretisch mit Affenpocken anstecken. Der Gesundheitspolitiker will den Ausbruch der Pocken in Deutschland durch Quarantänemaßnahmen und Ringimpfungen eindämmen. Bei Ringimpfungen werden die Kontaktpersonen geimpft.
Mehr Affenpocken-Infektionen: USA bereiten Impfstoffe für Kontaktpersonen vor
Aktualisiert am Dienstag, 24. Mai, 7.15 Uhr: Die Vereinigten Staaten bereiten die Impfung enger Kontakte von Menschen vor, die mit Affenpocken infiziert sind. „Im Moment erwarten wir, dass der Impfstoff so weit wie möglich an diejenigen verteilt wird, von denen wir wissen, dass sie davon profitieren werden“, sagte Jennifer McQuiston von der CDC. Laut CDC-Epidemiologe John Brooks haben insbesondere immungeschwächte Personen ein erhöhtes Risiko, an der Krankheit zu erkranken.
Nach Angaben der CDC verfügen die Vereinigten Staaten über etwa tausend Dosen Pocken und Pockenimpfstoffe. McQuiston kündigte jedoch weitere „sehr schnelle“ Lieferungen an. Bisher gab es in den USA eine bestätigte Infektion und einige Verdachtsfälle. In Europa sind bereits Dutzende Infektionen bekannt, auch in Deutschland gibt es einige bestätigte Fälle. Neben den Vereinigten Staaten liefert auch das Vereinigte Königreich Impfstoffe.
Inzwischen klagen Kinderärzte in Deutschland über eine „Dämpfung“ bei Affenpocken. Das Virus sei “viel weniger ansteckend als Corona” und werde fast ausschließlich durch “engen Körperkontakt und Körperflüssigkeiten” übertragen, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Neuen Osnabrücker Zeitung. Das Infektionsrisiko für Kinder, aber auch für Erwachsene, ist derzeit in Europa sehr gering.
Weitere Affenpocken-Infektionen: Dies ist der sechste Fall in Deutschland
Update vom Montag, 23. Mai, 17.46 Uhr: Am Montagnachmittag (23. Mai) sind inzwischen sechs Fälle von Pocken in Deutschland gemeldet worden. Nach dem ersten Krankheitsfall in München gab es nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zunächst drei weitere bestätigte Infektionen in Berlin. Die Gesundheitsministerien von Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt gaben am Montag zwei weitere Fälle bekannt. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kündigte laut AFP an, am Dienstag (24. Mai) gemeinsam mit RKI-Präsident Lothar Wieler und Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt über die aktuelle Lage zu informieren.
Affenpocken: Gibt es bald Impf- und Quarantäneregeln in Deutschland?
Erstmeldung am Montag, 23. Mai: Berlin – Die Affenpocken sind bereits in Deutschland angekommen. Vier Personen haben sich bereits angesteckt. Die Zahl der Virusinfektionen steigt weltweit. Doch welche Pläne haben Deutschland und andere betroffene Länder im Kampf gegen das Affenpockenvirus?
In Deutschland würden derzeit weitere Eindämmungsmaßnahmen vorbereitet, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Rande der Weltgesundheitsversammlung. Gemeinsam mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) werden Empfehlungen zur Isolierung und Quarantäne entwickelt, um die Ausbreitung der Pocken zu verhindern. Zudem werde erwogen, „ob wir Impfempfehlungen für besonders gefährdete Personen abgeben müssen“, sagte Lauterbach laut der Deutschen Presse-Agentur.
Pocken in Deutschland: Kommt die Impfung gegen das Virus?
Eine Impfung der Allgemeinbevölkerung werde laut Lauterbach derzeit nicht diskutiert. Er plädierte für starke internationale Zurückhaltung. Der weltweite Ausbruch ist so ungewöhnlich, dass Bedenken bestehen, ob er wie frühere Affenpockenausbrüche verlaufen wird. Die Art und Weise, wie es sich ausgebreitet hat, habe sich wahrscheinlich geändert, „also müssen wir jetzt schnell und energisch reagieren, um einen neuen globalen Ausbruch einzudämmen.“ Eine Affenpockeninfektion hat spezifische Symptome wie Fieber, Hautausschlag und geschwollene Lymphknoten.
Fieber Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen Geschwollene Lymphknoten Schüttelfrost Hautausschlag Quelle: RKI
Kommt die Pockenimpfung? Experten sprechen
Weltärztebund-Präsident Frank Ulrich Montgomery sprach mit Zeitungen der Funke Mediengruppe über das Thema Impfung und Pocken bei Affen. “Wer gegen Pocken geimpft ist, hat einen guten Schutz.” Wer jünger ist und diese Impfung nicht hat, bekommt eher die Affenpocken. „Deshalb wäre es sinnvoll, allen jungen Menschen, die nicht mehr der Pockenimpfung unterliegen, eine Impfung anzubieten“, betonte er.
Im Vordergrund stünden derzeit besonders gefährdete Gruppen, “also meist jüngere Männer mit viel wechselndem Geschlecht”. Diese Impfkampagne macht nur Sinn, wenn sie weltweit durchgeführt wird. Die Übertragung von Affenpocken ist normalerweise durch engen Kontakt und kontaminierte Materialien möglich. Anders als beispielsweise bei Corona spielt die Übertragung über die Luft so gut wie keine Rolle
Affenpocken: Quarantäne und Isolation im Infektionsfall
Im Kampf gegen Affenpocken hat die britische Gesundheitsbehörde nun eine empfohlene Quarantänezeit von drei Wochen für engen Kontakt mit Infizierten festgelegt. Belgische Behörden ordnen eine 21-tägige Isolation für Infizierte an, bestätigte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums gegenüber der dpa. Für dortige Kontaktpersonen gilt dies nicht, ihnen wird lediglich zu besonderer Sorgfalt geraten. (nur mit dpa/AFP)