Auf einem Bauernhof in Forchheim am Kaiserstuhl ist die Afrikanische Schweinepest ausgebrochen. In dem Gebiet wurden große Schutzzonen eingerichtet. Menschen sind nicht vom Aussterben bedroht.
In der betroffenen Anlage in Forchheim (Kreis Emmendingen) waren 16 mit der Afrikanischen Schweinepest infizierte Tiere gestorben. Die anderen 20 oder mehr Schweine wurden ebenfalls vorsorglich getötet. Am Mittwochabend hatte das für Tierseuchen zuständige Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) das Virus in Proben aus dem Mastschweinebestand nachgewiesen. Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) sagte am Donnerstag auf einer Pressekonferenz, er sei “optimistisch, dass wir die Krankheit unter Kontrolle bekommen”.
Bisher wurde keine Wildschweinübertragung gemeldet
Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass sich der Ausbruch auf Wildschweine ausgebreitet hat. Forchheimer Schweine wurden im Freien gehalten. Allerdings ist das Gehege laut Hauk durch einen doppelten Zaun vor Wild geschützt. Nach den ersten Infektionen habe das Unternehmen “vorbildlich gehandelt”.
Rund um das Unternehmen wurden Schutzzonen eingerichtet
Zur Bekämpfung der Epidemie wurde nun rund um das Unternehmen ein Sperrgebiet eingerichtet. Im Umkreis von drei Kilometern dürfen keine Hausschweine oder Schweineprodukte oder Nebenprodukte wie Gülle, Gülle oder Einstreu transportiert werden. Ähnliche Regelungen gelten in einer angrenzenden Außenüberwachungszone im Umkreis von zehn Kilometern, wobei im Einzelfall Erleichterungen für Landwirte möglich sind. Die Überwachungszone erstreckt sich auf die Landkreise Breisgau-Hochschwarzwald und Ortenau sowie auf das benachbarte Elsass.
Die Afrikanische Schweinepest ist für den Menschen nicht ansteckend
Die Afrikanische Schweinepest ist nicht auf Menschen oder andere Tierarten übertragbar. Daher gibt es keine Beschränkungen für andere Tiere oder landwirtschaftliche Produkte in der Region. Auch Schweinefleisch könne weiterhin bedenkenlos verzehrt werden, so Hauk.
SWR Aktuell berichtete am 4. April 2022 darüber.
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Baden-Württemberg ist längst bereit für die Schweinepest
„Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Schweinepest Baden-Württemberg erreicht“, sagte Hauk. Die Landesregierung hat sich in den vergangenen Jahren intensiv auf einen möglichen Ausbruch vorbereitet. Ab Freitag sollen täglich etwa 20 Zweierteams mit Suchhunden das Gebiet nach möglicherweise infizierten Wildschweinen absuchen. Drohnen mit Wärmebildkameras sollen die Suche nach dem toten Wildschwein begleiten. Auch von Jägern wurden gezielte Schüsse abgefeuert. Der tote Eber wird dann zur Untersuchung ins Labor gebracht.
War kontaminiertes Schweinefutter die Ursache?
“Undenkbar, wenn die Wildschweine in das Freigehege eingedrungen wären”, sagte Hauk, “dann hätten wir die Freiheit gehabt zu entkommen.” Der Minister war jedoch zuversichtlich, dass das, was geschah, lokal bleiben würde. Wie sich die Forchheimer Mastschweine angesteckt haben, ist noch unklar. Vermutlich gelangte das „infizierte Material“ aber in die Ernährung der Schweine, so Hauk.
Spezielle Suchhunde können mit der Afrikanischen Schweinepest infizierte Wildschweine orten. dpa Bildfunk Sina Schuldt
Die Virusinfektion breitet sich von Osteuropa aus aus
Die Afrikanische Schweinepest ist eine schwere Virusinfektion, die nur Wildschweine und Hausschweine befällt. Es ist fast immer tödlich und unheilbar. Die Krankheit ist für Menschen oder andere Tierarten nicht ansteckend. Zunächst hatte es sich seit 2007 nach Osteuropa ausgebreitet.
2020 wurden erstmals auch in Deutschland kranke Wildschweine festgestellt. Bei einer Einschleppung der Krankheit in Zuchtbetriebe werden schwere wirtschaftliche Schäden befürchtet. Mitte Juli vergangenen Jahres wurde erstmals eine Tierseuche auf einem Schweinemastbetrieb in Deutschland festgestellt. Fälle gab es nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums bisher in Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Betroffen waren nicht nur Hausschweine, sondern auch Wildschweine.
Auch Zoos und Wildparks sind von Epidemien betroffen (SWR Aktuell vom 28.03.2022):