AHV: Claude Longchamp über den „Kampf“ um die 65-jährige Pensionierung

Sollen Frauen bis 65 arbeiten? Die AHV-Abstimmung im September wird emotional, die Kampagnen das grosse Geld. Claude Longchamp wagt eine Perspektive.

Der Politologe Claude Longchamp gibt seine Einschätzung zur Volksabstimmung gegen die AHV 21 ab – Nau.ch

Bekanntmachung

das Wesentliche in Kürze

  • Im September entscheidet das Stimmvolk über die AHV-Reform und das Rentenalter 65 für Frauen.
  • Esquerra Unida will die Vorlage kippen, Bundesrat und Parlament kämpfen für ein Ja.
  • Der Politologe Claude Longchamp erwartet einen hitzigen Referendumskampf mit offenem Ergebnis.

Die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AVS) steckt in Schwierigkeiten. Ohne erfolgreiche Reformen droht aufgrund einer alternden Bevölkerung bereits 2029 eine Finanzierungslücke. Am 25. September entscheidet das Stimmvolk über zwei Vorschläge, die genau das vermeiden wollen.

Bundesrat Alain Berset spricht an einer Pressekonferenz zur AHV 21 am 27. Juni 2022 in Bern. Im Gegensatz zu “Ihrem” SP unterstützt es Templates. Die Altersvorsorge ist in der Schweiz ein Dauerthema. (Symbolfoto)

Kernstück der Reform ist die Anpassung des Renteneintrittsalters für Frauen auf 65 Jahre. Bundesrat und Parlament argumentieren, dass dies nur fair sei, schließlich sei die Lebenserwartung von Frauen deutlich höher als die von Männern. Gleichzeitig wird in einer zweiten Vorlage eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozent angestrebt.

OASI-Abstimmung: Geschlechterkluft droht

Die linken Parteien SP und Grüne sowie die Schweizer Gewerkschaften wehren sich vehement gegen diese Pläne. Sie sprechen von einer Reform «auf den Schultern der Frauen», die bereits beim Lohn und in der zweiten Säule diskriminiert werden.

Linke Parteien und Gewerkschaften haben mehr als 150’000 Unterschriften gegen die geplante AHV-Reform gesammelt. – Schlüsselschlüssel

Tatsächlich sagt der Politologe Claude Longchamp in Bezug auf Umfragen: “Männer unterstützen die Harmonisierung, die meisten Frauen lehnen sie ab.” Beim Bundeshaus spielte diese Überlegung jedoch keine Rolle.

Die Vertreter von SVP, FDP, Grünliberalen und Zentrum stimmten einstimmig für die Reform. „Sie sind der Meinung, dass der Personaleinsatz vertretbar ist, insbesondere bei der zu erwartenden Vergütung.“ Gemäss Schlüssel muss das Rentenalter schrittweise angehoben werden. Dafür werden die Betroffenen in den kommenden Jahren entschädigt.

“Große Schlacht” wird im Voraus erwartet

Aus linker Perspektive ist das nicht genug. Gegner sprechen immer wieder von einer Stilllegungsvorlage für die AHV. Ein Nein ist erforderlich, um eine sozialere Reform einzuleiten. Dafür sei noch genügend Zeit, behaupten sie im Gegensatz zu den Befürwortern der vorliegenden Überprüfung.

Im Abstimmungschat mit Christof Vuille (Vizedirektor von Nau.ch) erwartet Claude Longchamp einen «grossen Kampf» für die AHV. – Nau.ch

Longchamp ist überzeugt, dass die Abstimmungskampagne ein «grosser Kampf für die AHV» wird. Da viele noch unentschlossen sind, erwartet der politische Experte große, teure Kampagnen von beiden Lagern und eine umfassende Berichterstattung in den Medien. In den kommenden Sommerwochen findet eine „Vorkampagne“ statt. Dann wird das Thema vor allem im August die Schlagzeilen beherrschen.

Inflation als „Hindernis“ für die Mehrwertsteuererhöhung?

Dabei sind mehrere Aspekte zu berücksichtigen. Umstritten ist nun auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozent. Denn im Zuge der Inflation kann die Linke argumentieren, dass die Mehrbelastung für viele derzeit zu viel sei.

Befürworten Sie ein Rentenalter von 65 Jahren für Frauen?

51%

Ja, sie leben auch länger als Männer.

1

Ja, sie leben auch länger als Männer.

49%

Nein, Frauen sind sowieso benachteiligt.

2

Nein, Frauen sind sowieso benachteiligt.

Eines ist sicher: Wird eine der beiden Vorlagen abgelehnt, ist das ganze Paket verschwendet. Alle relevanten Akteure empfehlen jedoch zweimal ja oder zweimal nein. Pikant: Da die Mehrwertsteuererhöhung eine Verfassungsänderung erfordert, ist hier die Standerhöhung notwendig.

Noch traut sich Claude Longchamp nicht, das Votum der AHV vorherzusagen. Denn: „Gerade in den unteren Schichten wird eher entschieden, ob man von der Reform profitiert oder nicht, und nicht nach Parteiparolen.“ Die Ja-Partei wird in den ersten Umfragen tendenziell vorne liegen. Doch Konkurrenten könnten aufholen.

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