Die derzeit unauffälligen Messwerte Saporischschja strahlt nach der Bombardierung nicht
09.08.2022 08:23 Uhr
Von Deutschland aus überwacht das Bundesamt für Strahlenschutz die radioaktive Strahlung an Messstellen in der Ukraine und die möglichen Auswirkungen für Deutschland. Nach dem Kampf um das AKW Saporischschja gaben die Behörden vorsichtig Entwarnung, alles sei im “Normalbereich”.
Nach Kenntnis des Bundesamtes für Strahlenschutz (BFS, abgekürzt) ist bei den Kampfhandlungen um das ukrainische Kernkraftwerk Saporischschja keine radioaktive Strahlung nach Deutschland ausgetreten oder gelangt. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass radioaktive Stoffe in der Ukraine freigesetzt worden sein könnten“, sagte das Bundesamt der Funke Mediengruppe. Alle verfügbaren radiologischen Messwerte lagen laut BFS „im Normbereich“.
„Der BFS sieht keine akute Gefahr durch die Freisetzung radioaktiver Stoffe, teilt aber die Sorge um den langfristig sicheren Betrieb des Kernkraftwerks Saporischschja“, teilte das Bundesamt mit. In Deutschland misst die Behörde routinemäßig die Belastung durch natürliche Strahlung. „Wenn die an zwei benachbarten Messpunkten gemessene Radioaktivität einen bestimmten Schwellenwert überschreitet, wird automatisch eine Meldung ausgelöst.“
Für den Fall, dass durch eine Freisetzung in einem Atomkraftwerk in der Ukraine radioaktive Stoffe nach Deutschland gelangen würden, würden sich „Notmaßnahmen voraussichtlich auf die Landwirtschaft und die Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte beschränken“, so das Bundesamt laut dem Bericht. Nach Berechnungen des BFS sind „zum Schutz der Bevölkerung voraussichtlich keine weiteren Maßnahmen erforderlich“.
Wetterbedingungen sind entscheidend für die Ausbreitung radioaktiver Stoffe. Laut BFS “zogen in der Vergangenheit Luftmassen aus der Ukraine nur an etwa 60 Tagen im Jahr nach Deutschland, also bei 17 % der Wetterlagen.”
Das Kernkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine wurde in den vergangenen Tagen zweimal angegriffen. Teile der Anlage wurden beschädigt und ein Reaktor musste abgeschaltet werden. Das Atomkraftwerk ist seit Anfang März von der russischen Armee besetzt. Die Invasionstruppen übernahmen Tage nach Beginn des Angriffs auf die Ukraine die Kontrolle über die Nuklearanlage.