Alex Wilson wartet seit mehr als einem Jahr auf ein Urteil im Fall eines positiven Dopingtests. Bild: imago-images.de
Der Prozess gegen den Sprinter Alex Wilson findet am 22. Juni vor der Disziplinarkammer von Swiss Olympic statt. Der Basler steht unter dringendem Dopingverdacht: Ihm drohen vier Jahre Haft.
Rainer Sommerhalder / ch media
Am 15. März 2021 legte Sprinter Alex Wilson einen positiven Dopingtest vor. Das anabole Steroid Trenbolon wird in Ihrem Urin gefunden. Der 32-Jährige ist nach mehreren rechtlichen Unstimmigkeiten und einem Urteil des Court of Arbitration for Sport (CAS) seit dem 27. Juli vorläufig gesperrt. Die Klage gegen Wilson ist noch anhängig.
Alex Wilson in Luzern im Juni 2021. Bild: keystone
Dies liegt daran, dass beide Parteien – die Nationale Anti-Doping-Agentur als Anklägerin, die Anwälte von Alex Wilson als Verteidiger – im Laufe des Verfahrens die Suspendierung beantragt haben. Zunächst änderte der Schweizer Gedächtnismann den Grund für die positive Probe.
Im Fokus steht nicht mehr der übermäßige Verzehr von kontaminiertem Fleisch aus Mastvieh, sondern die bewusste Verabreichung des Stoffes durch einen Konkurrenten. Wilsons Verteidigung will Beweise oder zumindest Indizienbeweise.
Wilson Ende Juli 2021: “Ich habe noch nie gedopt.” Video: SRF
Wilsons Name taucht auch in einem anderen Fall auf
Im Gegensatz dazu brauchte Swiss Sports Integrity mehr Zeit, um die neue Theorie zu evaluieren und argumentativ darauf zu reagieren. Außerdem tauchte Wilsons Name Anfang dieses Jahres plötzlich in einem anderen Dopingfall auf. Das FBI und die US-Anti-Doping-Agentur Usada ermitteln gegen den texanischen Heilpraktiker Eric Lira.
Er soll den nigerianischen Sprinter Blessing Okagbare, der während der Olympischen Spiele suspendiert war und nun zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt wurde, mit Wachstumshormonen und EPO versorgt haben. Und Lira hatte nachweislich Kontakt zu anderen Athleten, darunter Alex Wilson.
Alex Wilson glaubt weiterhin an seine Unschuld. Bild: keystone
Er sagte den Ermittlern, dass er Lira erst im Juni 2021, drei Monate nach seiner Trenbolon-Probe, getroffen und zwei rechtliche Behandlungen mit ihm hatte. Therapie ihrer akuten Rückenschmerzen im Juni und drei Wochen später Aufenthalt in einer Unterdruckkammer bei Lira zu Hause in El Paso zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele.
Auch der Weltverband hat Wilson befragt
Dieser Umstand ist nicht Bestandteil des laufenden Verfahrens vor der Disziplinarkammer von Swiss Olympic. Beim Prozess am 22. Juni geht es um einen positiven Dopingtest. Wilsons Verteidigung forderte vor Gericht den Freispruch von drei Personen. Es wird auch angenommen, dass er gute Argumente aus der Analyse einer Bartprobe des Athleten hat, was eine regelmäßige Einnahme von Trenbolon ausschließt.
Kurz vor Bekanntwerden des positiven Dopingtests stellte Wilson in 9,84 s einen nicht anerkannten 100-Meter-Europarekord auf. Video: SRF
Swiss Sport Integrity fordert seinerseits eine vierjährige Sanktion, die das Karriereende von Wilson bedeuten würde. Die Entscheidung wird bald nach der Anhörung fallen. Einerseits trifft die DK erfahrungsgemäß nach Verhandlungen sehr schnell eine Entscheidung, andererseits schreibt das Dopinggesetz vor, dass diese Entscheidung innerhalb von 20 Tagen mitgeteilt werden muss. Das soll die Öffentlichkeit noch vor der Sommerpause wissen.
Ob die Entscheidung im Fall Wilson das letzte Wort haben wird, ist aus verschiedenen Gründen aber noch nicht klar. Einerseits kann es bis zu drei Monate dauern, bis das GB die ausführlichen Urteilsgründe veröffentlicht. Danach haben die Parteien einen weiteren Monat Zeit, um zu entscheiden, ob sie gegen das Urteil Berufung beim CAS einlegen. Dann würde das Lausanner Sportgericht voraussichtlich erst 2023 endgültig entscheiden.
Der Fall Wilson endet vor dem Fall Lausanne Bild: EPA / KEYSTONE
Andererseits wurde Alex Wilson Anfang Juni auch von der Anti-Doping-Organisation (AIU) des Leichtathletik-Weltverbandes befragt. Und ein zweites Verhör steht an. In der Umfrage versuchten Dopingforscher, einen Zusammenhang zwischen Wilsons Kontakt zu Lira und der Trenbolon-Probe herzustellen.
Ungebrochener Optimismus
Sollten weitere Vorwürfe erhoben werden, droht sogar eine achtjährige Sperre. Eine Person, die Wilson nahe steht, war jedoch sehr optimistisch, dass diese Ermittlungen in einer Sackgasse enden würden, „weil es einfach nichts gibt“.
Laut einem US-Gerücht ermittelt das FBI nicht mehr gegen Alex Wilson. Allerdings bezweifeln Anwälte, dass sich die Bundesbehörde während der laufenden Ermittlungen gegen Eric Lira zu solchen Aussagen so weit aus dem Fenster lehnen wird. Andererseits ist nicht öffentlich bekannt, ob ausländische Regierungsbehörden jemals gegen Wilson vorgegangen sind, da er weder in den USA lebt noch Amerikaner ist.
Alex Wilsons lustigste Interviews. Video: SRF
Die US-Anti-Doping-Behörde hingegen garantiert dies. Laut Experten sind Alex Wilson selbst und seine Anwälte nach wie vor fest davon überzeugt, dass sie aus dem ganzen Prozess als Nettogewinner hervorgehen werden.
Die größten Duelle aller Zeiten
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Die größten Duelle aller Zeiten
was: x00177 / dylan martinez
So beschrieb Kariem Hussein seinen positiven Dopingtest
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Tatsächlich war Fußball schon immer die große Leidenschaft von Devon Allen. Im College spielte der agile Wide Receiver drei Jahre lang an der University of Oregon und gewann 2014 das Pac-12 Football Championship Game und Rose Bowl mit den Ducks. Aufgrund zweier Kreuzbandrisse versuchte sich Allen jedoch nie in der NFL, sondern konzentrierte sich stattdessen ganz auf die Leichtathletik.