Als Notmaßnahme im Herbst: Montgomery fordert Lockout-Möglichkeiten

Als Notfallmaßnahme im Herbst fordert Montgomery Aussperrmöglichkeiten

20.7.2022 07:44

Für den kommenden Herbst wird eine weitere Kronenwelle befürchtet. Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Montgomery, mahnt, die Möglichkeit von Blockaden im Infektionsschutzgesetz nicht zu vernachlässigen. Diese Maßnahmen seien ein „großes Anliegen“ für die Kultur- und Messewirtschaft.

Das Infektionsschutzgesetz soll laut Weltärztebund-Ratspräsident Frank Ulrich Montgomery wieder mächtige Maßnahmen zum Schutz vor der Krone zulassen. „Wer Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen oder Sperrungen von vornherein kategorisch ausschließt, hat den Sinn des Gesetzes nicht verstanden oder den Ernst der Lage verstanden“, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Ein Infektionsschutzgesetz soll Chancen eröffnen und Leben retten.“ Deshalb muss es den „Werkzeugkasten“ enthalten, den die Politik nutzen kann, wenn es die Situation erfordert. „Der spätere Einsatz der Instrumente hängt von der jeweiligen Einschätzung der Situation ab. Aber es muss unstrittig sein, dass man sie braucht.“

Der Epidemiologe Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventions- und Epidemiologieforschung sagte dem Deutschen Verlagsnetzwerk: „Wir müssen nur dann über eine Blockade sprechen, wenn neue gefährliche Varianten auftauchen.“ Ansonsten seien „solche radikalen Maßnahmen“ für Herbst und Winter nicht nötig.

Im Frühjahr wurden vor allem auf Wunsch der FDP die Corona-Bestimmungen im Infektionsschutzgesetz deutlich reduziert. Sie bilden die rechtliche Grundlage für Maßnahmen in Ländern und definieren die möglichen Instrumente, die die Politik in der Pandemie einsetzen kann. Die Ampelkoalition diskutiert derzeit über eine Nachfolgeregelung zum Infektionsschutzgesetz, weil die derzeitigen Regelungen am 23. September auslaufen.

Veranstalter befürchten zu strenge Maßnahmen

Club- und Diskothekenbetreiber verfolge die aktuelle Debatte “mit großer Sorge”, sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA), gegenüber Funke. Er mahnte, dass Maßnahmen wie eine Maskenpflicht oder eine Schnelltestpflicht für geimpfte und ungeimpfte (1G) Personen bei wichtigen Veranstaltungen nur dann eingeführt werden sollten, wenn sie zur Eindämmung der Pandemie notwendig seien. „Ausschlaggebend müssen die Gefahr einer Variante des Virus und die hohe Hospitalisierungsrate sein“, sagte Hartges.

Jörn Holtmeier, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der deutschen Messewirtschaft AUMA, sagte den Funke-Zeitungen: „Bund und Länder haben bereits im Mai 2020 festgelegt, dass Messen keine wichtigen Veranstaltungen sind. Die Messewirtschaft in Deutschland erwartet, dass Bundesmessen und Landesregierungen im dritten Jahr hält Crown diese Vereinbarung ein.“ Erst im nächsten Herbst / Winter werden viele „große Weltmessen“ in Deutschland stattfinden. „Politische Kommunikation in ihrer undifferenzierten Form über mögliche Einschränkungen gefährdet Deutschland als Weltleitmesse zunehmend“, warnte er.

Unterdessen forderte der Münchner Kronenexperte Clemens Wendtner angesichts der derzeit relativ hohen Infektionszahlen die Möglichkeit, das Medikament Covid-19-Paxlovid für Risikogruppen vorsorglich zu verschreiben. Paxlovid habe sich in der Praxis bewährt, es sei aber entscheidend, es frühzeitig einzunehmen, sagte der Chefarzt der Münchner Klinik Schwabing der „Augsburger Allgemeinen“ zur Infektion. „Deshalb denke ich, dass Menschen, die zu einer gefährdeten Gruppe gehören, das Medikament in ihrem Hausschrank haben sollten.“

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