Stammkunden des Online-Riesen Amazon fanden am Dienstagmorgen eine fiese E-Mail in ihren Postfächern: Der Prime-Abo-Service wird 29 Prozent teurer und kostet alle Kunden, die jährlich für den Vorschuss zahlen, ab September 89 statt bisher 69 Euro. . Ab September kostet Prime 8,99 € statt 7,99 € für monatlich zahlende Kunden.
Im Vergleich zu amerikanischen Kunden kommen deutsche Nutzer relativ günstig weg. In den USA hat Amazon den Preis kürzlich auf 139 US-Dollar angehoben. Allerdings hebt Amazon die Preise weiterhin deutlich über die Inflationsrate an: Anfang 2016 hat der Konzern zuletzt die Preise angepasst, seitdem ist die Verbraucherpreisindex-Statistik des Bundeskriminalamts um 16 Prozent gestiegen.
Das führt dazu, dass viele Kunden in den sozialen Medien wenig zufrieden sind – und beispielsweise auf Twitter Screenshots ihrer Prime-Kündigung posten – und entsprechend verärgert kommentieren.
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Wer kündigen möchte, kann das bei Amazon jederzeit tun – es gibt keine Fristen wie bei Handyverträgen. Wer jetzt direkt kündigt, bleibt bis zur Fälligkeit der nächsten Zahlung Mitglied und genießt weiterhin die Programmvorteile.
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Doch gerade bei Prime lohnt es sich, die Kündigung trotz Preiserhöhung genau zu kalkulieren und eventuell mit einem Trick Geld zu sparen: Wer derzeit noch monatlich zahlt, sollte im August sofort auf die jährliche Zahlung umsteigen und damit die alte einjährige. Preis wieder 69 Euro, ist also erst im September 2023 von der Erhöhung betroffen.
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Eine weitere Möglichkeit, Prime-Gebühren zu sparen, ist das wenig bekannte Rabattangebot für Studenten, Auszubildende und Menschen, die von der Rundfunkgebühr befreit sind oder einen Sozialpass haben. Alle zahlen nur die Hälfte der Jahresgebühr.
Wem diese Tipps nichts nützen, der muss jetzt genau durchrechnen, ob sich Prime zum neuen Preis für ihn noch lohnt. Das ist allerdings schwer einzuschätzen, da Prime wie kein anderes Angebot im Internet verschiedene Leistungen und Rabatte kombiniert.
Einfach wegen der Versandbefreiung bei Amazon ist die Berechnung für Prime-Nutzer einfacher. Ohne Prime müssten Sie für alle Bestellungen unter 29 € 2,99 € oder 3,99 € bezahlen.
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Für Expresslieferungen mit einem Tag nach Versand, die in der Prime-Mitgliedschaft enthalten sind, berechnet Amazon 4,99 € pro Lieferung. Wer also viele Möglichkeiten bestellt, hat die Abo-Gebühr ab der 23. Bestellung bei Amazon zurückerstattet und entsprechend früher mit Expressversand.
Aber die versteckten Kosten von Prime könnten noch höher sein: Da Prime-Kunden vor allem bei kleineren Käufen immer zuerst auf der Amazon-Website suchen, vergleichen sie seltener die Preise, die Studie zeigt den US-Markt, und zahlen daher tendenziell mehr für ihre Einkäufe. .
Laut einer Studie der American University of Beirut kaufen sie zudem impulsiver und klicken häufiger auf den Kaufen-Button. Amazon Prime kann Kunden mehr kosten, als sie denken oder denken.
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Aber nicht nur bei den Versandkosten bietet Prime Vorteile, sondern bietet noch eine ganze Reihe weiterer digitaler Services und Rabatte bei Kooperationspartnern, was die Kalkulation deutlich erschwert.
Dazu gehört der Streamingdienst Prime Video, der mit Netflix konkurriert. Obwohl Amazon zuletzt weniger Erfolgsserien anbieten konnte als Netflix, bietet der Dienst häufiger Hollywood-Filme an, auch weil der Konzern vor einem Jahr das Hollywood-Studio MGM mit all seinen Filmrechten kaufen konnte. Wer dennoch mit einer überquellenden Netflix-Watchlist arbeiten muss, kann darauf verzichten.
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Hinzu kommt Amazon Prime Music, der in Prime enthaltene Musik-Streaming-Dienst: Der Dienst hat im Vergleich zu umfassenden Musik-Streaming-Diensten wie Spotify oder Apple Music einen sehr eingeschränkten Musikkatalog.
Die meisten Streamer zahlen ihr eigenes Musik-Abo bereits woanders oder vielleicht sogar bei Amazon selbst, sodass sie dieses Angebot bei der Berechnung ihres persönlichen Nutzens ignorieren können.
Begrenztes Angebot an E-Books
Für Bücherliebhaber gibt es auch eine Reihe von E-Books, die im Prime-Service enthalten sind, aber die Auswahl ist sehr begrenzt. Ob das 89 Euro für den Nutzer am Ende wert ist, muss jeder für sich entscheiden.
Die Berechnung wird durch die Zusammenarbeit mit anderen Plattformen weiter erschwert. Wer neben Amazon Prime Kunde des Hotelbuchungsportals Booking.com ist, erhält aktuell zehn Prozent Rabatt in Form von Reiseguthaben, basierend auf der Buchung.
Wer also einen zweiwöchigen Sommerurlaub auf der Plattform bucht, sollte sein Amazon-Konto schnell frühzeitig verknüpfen und Prime-Kosten oft über mehrere Jahre amortisieren. Natürlich können Sie es später jederzeit kündigen.
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Betrügerische Reiseportale
Wer Amazon komplett den Rücken kehren möchte, kann sich bei anderen Online-Händlern nach Alternativen umsehen. Einige deutsche Anbieter haben mit eigenen Treueprogrammen nachgezogen. Diese können vor allem für Kunden sinnvoll sein, die keine Streaming-Angebote nutzen möchten.
Bei Otto.de heißt das Programm „Up Plus“: Für zehn Euro im Jahr fallen keine Versandkosten an. Außerdem verspricht der Händler einen Zehn-Euro-Gutschein zum Geburtstag; Daher ist das Treueprogramm mathematisch kostenlos. Kunden schließen sich jedoch einem Anbieter an, der weit weniger Drittanbieter auf seiner Plattform hat als Amazon. Vielkäufer könnten den Kostenvorteil des kostenlosen Versands schnell durch höhere Preise auf der Otto-Plattform ausgleichen.
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Zalando hat auch ein Angebot für Vielkäufer namens Zalando Plus. Für 15 Euro im Jahr gibt es schnellere Lieferungen, teilweise mit eigenen Kurieren. Der Modehändler liefert oft am Abend des nächsten Tages. Es ergeben sich keine unmittelbaren Kostenvorteile.
Andere Einzelhändler bieten kostenlosen Versand ohne Jahresgebühr für Kunden, die viel einkaufen und Punkte sammeln, wie H&M in seinem Mitgliedschaftsprogramm.
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