Gepostet am 24. Mai 2022, 4:26 Uhr
Im Herbst 2021 überholte ein Mann zur Hauptverkehrszeit ein Auto und kollidierte anschließend mit zwei Fußgängern. Eine Frau starb zwei Tage später im Krankenhaus. Der Fahrer wurde nun zu fünfeinhalb Jahren Haft und Abschiebung verurteilt.
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Der Fahrer dieses schwarzen Seat, ein 35-jähriger Mann aus den Kapverden, verlor die Kontrolle über sein Auto und stieß mit zwei Fußgängern zusammen.
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Zuvor war er Auto gefahren …
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… streifte einen Lieferwagen …
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Im September 2021 kam es im Berufsverkehr zu einem tödlichen Unfall. Ein kapverdischer Mann überholte ein Auto, stieß mit einem entgegenkommenden Fahrzeug zusammen und kollidierte dann mit zwei Fußgängern. Zwei Tage später starb eine der beiden Personen, eine 22-jährige Rumänin, an schweren Kopfverletzungen. Der Bluttest des Fahrers zeigte Spuren von Cannabis und Kokain.
Am Montag musste sich der Mann vor dem Bezirksgericht Weinfelden TG verantworten. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und neun Monaten sowie zehn Jahre Abschiebung.
Beschuldigt, um Fassungsvermögen gekämpft zu haben
Der Angeklagte hat Klage vor Gericht eingereicht. “Es tut mir sehr leid und schade, was passiert ist”, sagt der Mann immer wieder auf Portugiesisch, dessen Antworten übersetzt werden.
Er fuhr langsam, weil er müde war und schnell nach Hause wollte. „Ich habe die beiden Personen erst gesehen, als ich nach dem Unfall aus dem Auto ausgestiegen bin“, sagt der Mann, der bei der Vernehmung Mühe hat, die Fassung zu bewahren.
Das Überholmanöver war „Russisches Roulette“
Für die Staatsanwaltschaft ist der Fall klar. „Das ist uns damals einfach aufgefallen. Er beging Selbstmord in völliger Drogenvergiftung, als er in einer blinden Kurve vorrücken wollte“, sagte er in seinem Plädoyer. Sei mehr als russisches Roulette“, sagte der Staatsanwalt, der unter anderem wegen eines möglichen Vorsatzes einen Schuldspruch anstrebte Mord.
Zudem konnte der Angeklagte aufgrund seines Cannabiskonsums die Situation nicht richtig einschätzen. „Er war völlig betrunken und seine Reaktion verlangsamt“, sagt der Staatsanwalt. Es war offensichtlich, dass ein mögliches Ausweichen nicht möglich war. “Das Auto war nichts weiter als eine gefährliche Mordwaffe.”
Händchen haltend in einer unübersichtlichen Kurve unterwegs
Die Verteidigung beantragte jedoch einen Schuldspruch wegen fahrlässiger Tötung und beantragte eine 20-monatige Bewährungsstrafe. „Er hat ein Risiko für Leib und Leben nicht gleichgültig in Kauf genommen“, sagte der Anwalt.
Der Beklagte war überzeugt, den Überholvorgang vor der Kurve beenden zu können. Zudem gingen Fußgänger nicht auf der Wiese, sondern am Straßenrand und verstießen damit gegen ihre Sorgfaltspflicht. “Sie hielten sich in einer verwirrenden Kurve an den Händen”, sagte der Verteidiger. Schließlich war es eine Verkettung zufälliger Elemente, die den Unfall verursachte. Zudem rät der Verteidiger von einer Ausweisung des Landes ab.
900’000 Franken Genugtuung gefordert
Der Anwalt der Eltern des Opfers, die zum Prozess aus Rumänien angereist waren, forderte zusätzlich zum Schuldspruch eine Entschädigung von insgesamt 900’000 Franken.
Vor Gericht betonte er die enge Beziehung zwischen den Eltern und ihrer einzigen Tochter. “Das Leben der Eltern wurde zerstört, als das Opfer starb”, sagte der Anwalt. Das Gericht wird aufgefordert, die Angeklagten “in aller Härte” zu bestrafen.
Latente Fluchtgefahr: Die Polizei nimmt den Verurteilten mit
Das Bezirksgericht verurteilte den Mann nach mehrstündigen Beratungen zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von fünfeinhalb Jahren und einer Busse von 300 Franken. Grund dafür sind unter anderem fahrlässige Tötung und ein qualifizierter schwerer Verstoß gegen die Verkehrsregeln. Nach der Anhörung wurde er von der Polizei wegen „versteckter Fluchtgefahr“ abgeführt, so der Gerichtspräsident.
Auch der Kapverdianer wird für zehn Jahre des Landes verwiesen. „Es ist unerklärlich, dass er dort im Abendverkehr angefahren ist“, hieß es in der Urteilsbegründung des Gerichtspräsidenten. Offensichtlich wollte er nicht freiwillig ein Menschenleben nehmen. Aber die Frage bleibt, warum er weitermachen wollte. “Ich hoffe, Sie finden die Antwort selbst.”
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.