aus Myanmar Das Militärregime geht hart gegen die Opposition vor: Erstmals seit Jahrzehnten wurden in dem südostasiatischen Land Todesurteile vollstreckt.
Vier Gefangene wurden wegen ihrer Verantwortung für “brutale und unmenschliche Terrorakte” hingerichtet, berichtete die staatliche Zeitung Global New Light of Myanmar am Montag.
Unter den Hingerichteten sind zwei bekannte Demokratie-Befürworter Kyaw Min Yu (53) und das ehemalige Regierungsmitglied und Ex-Rapper Phyo Zeya Thaw (41).
Letzterer hatte mit seiner Band im Jahr 2000 ein Hip-Hop-Album veröffentlicht, das sich zwei Monate an der Spitze der nationalen Charts hielt. Immer wieder hatten er und seine Gruppe die damals regierende Militärjunta kritisiert, als das Land noch Burma hieß.
Dem ehemaligen Rapper wurde unter anderem vorgeworfen, einen bewaffneten Angriff auf einen Nahverkehrszug in Myanmars Hauptstadt Yangon organisiert zu haben, bei dem fünf Polizisten getötet wurden.
Kyaw Min Yu hingegen wurde 1988 während der Studentenproteste gegen die damalige Militärregierung von Myanmar bekannt. Er wurde im vergangenen Oktober festgenommen. Ihm wurde vorgeworfen, in Online-Netzwerken zu Ausschreitungen angestiftet zu haben.
Demokratieaktivist Kyaw Min Yu (53)
Foto: HANDOUT/AFP
Es ist nicht klar, wie genau die vier Demokratieaktivisten hingerichtet wurden. Die Staatszeitung berichtete lediglich, die Todesurteile seien “nach Strafvollzugsverfahren” vollstreckt worden.
Zuvor waren Umsetzungspläne angekündigt worden, obwohl ein mögliches Datum bis vor kurzem nicht bekannt war.
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Regierung vor anderthalb Jahren gestürzt
Seit seinem Putsch im Februar 2021 hat das Militärregime Dutzende seiner Gegner zum Tode verurteilt. Die damalige De-facto-Premierministerin Aung San Suu Kyi (77 Jahre) wurde festgenommen. Der Friedensnobelpreisträger wurde im April zu weiteren fünf Jahren Haft verurteilt.
Wiederholte Massenkundgebungen, Streiks und Akte des zivilen Ungehorsams wurden seit der Machtergreifung gewaltsam unterdrückt.
Bewaffnete Militärpolizei in der Stadt Yangon im März 2021
Foto: Getty Images
Nach Angaben des Vereins zur Unterstützung politischer Gefangener wurden mindestens 1.756 Regimegegner getötet und mindestens 13.282 festgenommen.