Andriy Melnyk: Viele Flüchtlinge „wollen hier nicht bleiben“

Ukrainischer Botschafter Melnyk: Viele ukrainische Flüchtlinge „wollen hier nicht bleiben“

Der ukrainische Botschafter Andriy Melnyk freundet sich nicht nur mit seinem direkten Weg an

© Michael Kappeler / DPA

13.06.2022, 16:21 2 Minuten Lesezeit

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk kritisiert die Gastkultur in Deutschland: Man müsse darüber nachdenken, warum so viele Ukrainer das Land wieder verlassen haben.

Der Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, hat sich seit Kriegsbeginn in seinem Land nicht mehr gegen die Bundesregierung ausgesprochen. Vor allem hat er die zweifelhafte Haltung von Bundeskanzler Olaf Scholz gegenüber Waffenlieferungen immer wieder angeprangert. Der Diplomat kritisiert nun die aus seiner Sicht fehlende Willkommenskultur in Deutschland.

In einer “Bild”-Talkshow sagte Melnyk: “Die meisten Ukrainer kommen schon lange zurück. Es gibt mehr Menschen, die dieses Land verlassen als Sie.” Viele seiner Landsleute, die vor dem russischen Angriffskrieg geflohen seien, “wollten hier nicht bleiben”. Laut Melnyk muss Deutschland darüber nachdenken, warum.

Andriy Melnyk stellt Forderungen an Scholz

Es gibt keine aktuellen Zahlen darüber, wie viele Ukrainer es in Deutschland gibt. Laut einem Bericht der Welt am Sonntag sind seit Kriegsbeginn am 24. Februar mehr als 700.000 ukrainische Staatsangehörige nach Deutschland eingereist. Nach Angaben des Innenministeriums könnten viele von ihnen jedoch bereits in andere EU-Staaten abgereist oder in die Ukraine zurückgekehrt sein.

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Melnyk erwartet vom Besuch der Kanzlerin in der Ukraine klare Zusagen. “Wir hoffen, dass der Kanzler bei seinem Besuch in Kiew endlich die deutschen Zusagen zur Waffenlieferung und zum EU-Beitritt der Ukraine einlöst”, sagte der ukrainische Botschafter dem Spiegel.

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Olaf Scholz plant einem Medienbericht zufolge einen Besuch in Kiew

Laut Bild soll Olaf Scholz diesen Monat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und dem italienischen Ministerpräsidenten Mario Draghi nach Kiew reisen. Trotz öffentlichen Drucks hatte die Kanzlerin die ukrainische Hauptstadt im Gegensatz zu vielen anderen Politikern noch nicht besucht.

Schriftarten: „Bild“ / „Welt am Sonntag“

Sehen Sie sich das Video an: Im Artilleriekrieg geraten die Ukrainer zunehmend in die Defensive. Westliche Waffenlieferungen könnten ihren Kurs ändern. Der frühere Oberst Ralph Thiele bewertet die Kriegslage im Land und äußert sich skeptisch über einen möglichen EU- und Nato-Beitritt der Ukraine.

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