Angela Merkel kehrt auf die Bühne zurück

Am Dienstag wird der deutsche Altkanzler voraussichtlich auch seine Politik in Russland erläutern. Aber erwarte keine Ausreden.

Seit Monaten schreiben Journalisten in der Hauptstadt der großen deutschen Zeitungen mit Anfragen. Denn wer das erste Interview mit Angela Merkel bekommt, macht einen Coup. Alexander Osang vom „Spiegel“ ist das nun gelungen. Er empfängt den 67-Jährigen am Dienstagabend auf der Bühne des Berliner Ensembles zum Gespräch. Der erste (ehemalige) ostdeutsche Bundeskanzler, interviewt von einem ostdeutschen Journalisten auf einem der kulturellen Aushängeschilder der DDR. Wenn Sie möchten, können Sie die Symbolik interpretieren. Vielleicht wollte Merkel gar nicht so weit gehen, das Theater ist quasi gleich um die Ecke von ihrer Berliner Wohnung.

Jedenfalls ist er zurück. Als Gewerkschaftschef Reiner Hoffmann zurücktrat, deutete Merkel zunächst an, dass sie noch etwas zur aktuellen Krise unserer Zeit sagen wolle. Dort hielt er eine kurze Laudatio, daneben sprach er auch über den Krieg in der Ukraine. Von Zerstörung war nichts zu hören: Er nannte die russische Invasion einen “barbarischen Angriffskrieg”. So weit, ist es gut. Am Dienstag sollen weitere hinzukommen. Der Titel des Abends ist recht allgemein gehalten. „Was ist mein Land?“, fragt er, ein im November erschienenes Buch mit Texten von Merkel.

In einem Gespräch werden jedoch Fragen gestellt, auch fiese. Schließlich war es Merkel, die das Land 16 Jahre lang regierte und viele der prägendsten historischen Meilensteine ​​auf dem Weg in den Krieg markierte: den Angriff auf Georgien 2008, die Ablehnung der NATO-Mitgliedschaft durch die Ukraine, die Invasion der Krim und des Ostens. Ukraine im Jahr 2014. Auch die Pipelines, die ihr Vorgänger Gerhard Schröder gemeinsam mit Wladimir Putin entworfen hatte, griff Merkel nicht an und verteidigte sie als privatwirtschaftliches Projekt ohne geopolitischen Hintergrund. Mit dem russischen Präsidenten traf er sich übrigens häufiger als mit jedem anderen Staatsoberhaupt.

Es gibt viel zu besprechen

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