Angela Merkel (67, CDU) hat sich monatelang öffentlicher Auftritte enthalten und über den Krieg in der Ukraine geschwiegen. Doch nun hat der Altkanzler sein Schweigen gebrochen und klare Worte für Putins blutigen Angriffskrieg gefunden.
„Meine Solidarität gilt der Ukraine, die von Russland angegriffen und besetzt wurde, und der Unterstützung ihres Rechts auf Selbstverteidigung“, sagte Merkel am Mittwochabend in ihrer ersten öffentlichen Rede seit etwa einem halben Jahr.
Als der frühere DGB-Chef Reiner Hoffmann (67) zurücktrat, hielt der Altkanzler die Rede vor mehr als 200 Gästen.
Sie unterstütze alle einschlägigen Bemühungen der Bundesregierung, der EU, der USA, der Nato, der G7 und der UNO, “um diesen barbarischen Angriffskrieg gegen Russland zu stoppen”, sagte Merkel.
Als abwesende Kanzlerin wolle sie keine Einschätzungen von der Seitenlinie abgeben, sagte Merkel. Aber der russische Einmarsch in sein Nachbarland war ein exzessiver Völkerrechtsbruch in der Geschichte Europas nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Merkel bezeichnete den russischen Angriff auf die Ukraine als “tiefen Wendepunkt”.
Niemand kann das Ausmaß der Kriegsfolgen ernsthaft abschätzen. Sie wären jedoch vor allem für die Ukrainer von Bedeutung. Merkel sprach Menschenrechtsverletzungen gegen die Bevölkerung an. “Butscha steht stellvertretend für diesen Horror”, sagte er mit Blick auf die Schießereien in der Stadt westlich von Kiew.
Ein kleiner, aber großer Lichtblick „in dieser unendlichen Traurigkeit“ sei die enorme Unterstützung vieler Nachbarländer wie Polen und Moldawien für die Ukrainer.
Merkel klar: “Wir dürfen Frieden und Freiheit nie als selbstverständlich ansehen.”