Veröffentlicht am 31. Juli 2022, 10:50 Uhr
Angst vor Gasknappheit Schweizer strömen zu Elektroherden: Kollabiert das Stromnetz im Winter?
Viele Schweizer, die in gasbeheizten Wohnungen wohnen, fürchten den Gasmangel im Winter und kaufen deshalb Elektroheizungen. Diese könnten jedoch massive Auswirkungen auf den Stromhaushalt des Landes haben.
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Der Absatz von Elektrobacköfen hat massiv zugenommen.
Getty Images/EyeEm
Allerdings gelten die Geräte als Stromfresser.
ich stelle mir vor
Der Grund für den Aufstieg von Elektroöfen ist die Angst vor Gasknappheit.
Reuters
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Auch in der Schweiz werden viele Wohnungen mit Gas beheizt, und das wird immer knapper.
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Daher sind die Verkäufe von Elektroheizungen sprunghaft angestiegen.
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Experten warnen: Würden all diese Geräte im Winter in Betrieb genommen, könnte das Stromnetz zusammenbrechen.
Das Geschäft mit Elektroheizungen boomt: Der Online-Händler Galaxus beispielsweise berichtet der „SonntagsZeitung“, dass die Verkaufszahlen richtig gestiegen sind: Im Juni wurden 370 % mehr Elektroheizungen verkauft als im Vorjahresmonat, und das sogar im Juli. 470 Prozent. Und der Trend zeigt weiter nach oben.
Der Grund: Viele der rund 700.000 Menschen im Land, die in gasbeheizten Wohnungen leben, fürchten, dass im Winter zu wenig Gas zur Verfügung stehen wird, weil Russlands Präsident Wladimir Putin den Hahn weiter zudrehen könnte. Nur 20 Prozent der üblichen Menge russischen Gases fließen derzeit nach Europa, viele Lager im Westen sind leer. Die Schweiz ist zudem stark von Gas aus Russland abhängig.
Dieser Trend beunruhigt Experten. Denn wenn alle Bewohner von gasbeheizten Wohnungen auf die Wärmeerzeugung mit elektrischen «Notkochern» umsteigen, hätte das fatale Folgen für das Stromnetz in der Schweiz. „Der Einsatz von tausenden Elektronotheizungen kann die Energiebilanz der Schweiz stark ins Wanken bringen“, sagt Michael Frank, Geschäftsführer des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE). “Dann hätten wir nicht nur beim Gas ein großes Problem, sondern bald auch beim Strom.”
Mehrverbrauch von vier Terawatt Strom?
Würden nur 30 Prozent des Gasverbrauchs zum Heizen durch Strom kompensiert, würde dies den Verbrauch im Land in den kalten Monaten um vier Terawattstunden erhöhen, so eine Hochrechnung der „SonntagsZeitung“, dieser Betrag entspreche der Hälfte des Energieverbrauchs . zu den Schweizer Stauseen, um sich auf den Winter vorzubereiten. Diese würden sich viel schneller leeren.
Für den Fall, dass es kein Gas mehr gibt und der Strom für die Elektroheizung nicht ausreicht, haben die Behörden keine Lösung. Ein Notfallplan sieht zwar vor, die Bevölkerung zum Sparen und zur Begrenzung der Wirtschaft aufzufordern, aber wenn trotz dieser Bemühungen wenig Energie vorhanden sei, würden die Böden kalt bleiben. Und die Rückkehr zum Heizen mit Holz ist nur für sehr wenige Wohnungen möglich.
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