Am 3. Juli um 12.30 Uhr in ORF 2
Wien (OTS) – Sandra Szabo moderiert „Orientierung“ am Sonntag, 3. Juli 2022 um 12.30 Uhr in ORF 2 mit folgenden Themen:
Abtreibung in den USA: Jubel und Proteste nach dem Urteil gegen das Recht auf Abtreibung
In den USA hat der Oberste Gerichtshof letzte Woche das 49 Jahre alte liberale Abtreibungsgesetz gekippt. Infolgedessen haben bereits zehn Staaten die Abtreibung verboten, und der Zugang zu legalen Abtreibungen dürfte in der Hälfte der US-Bundesstaaten sehr schwierig oder ganz verboten sein. Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren die drei vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump entsandten konservativen Mitglieder des Gerichts. Donald Trump hat die Stimmen von Millionen von Evangelikalen in den Vereinigten Staaten gewonnen, indem er versprochen hat, Richter zu ernennen, um das Recht auf Abtreibung aufzuheben. Wie reagierst du auf den Satz? Wie konnten sie ihren politischen Einfluss derart ausweiten? Und welche Rolle spielt die römisch-katholische Kirche im Kampf gegen das Recht auf Abtreibung in den USA? Ein ORF-Team war im Bundesstaat Mississippi – im sogenannten Belt of the Bible – unterwegs und traf auf vehemente Abtreibungsgegner, evangelikale Pastoren und Frauenrechtler. Bericht: Christoph Kohl
Amtszeitregelung in Österreich: Bischof erinnert an Begleitmaßnahmen zum „Schutz des Lebens“
Seit der Entscheidung des Obersten US-Gerichtshofs wird dieses historische Urteil auch international diskutiert. In Österreich ist die sogenannte „Befristungsverordnung“ seit rund 47 Jahren in Kraft; Das bedeutet, dass Schwangerschaftsabbrüche in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten nach Beratung möglich und nicht strafbar sind. Eine Regelung, die unter Bundeskanzler Bruno Kreisky eingeführt wurde. Für den damaligen Wiener Erzbischof Kardinal Franz König war diese Regelung von Anfang an eine „offene Wunde“. Die „Orientierung“ sprach mit dem zuständigen Bischof der römisch-katholischen Kirche, Hermann Glettler, über das Thema. Er ist erst vor wenigen Tagen vom großen katholischen „Weltfamilientreffen“ in Rom zurückgekehrt. Der Vatikan sei über das Urteil der USA “nicht in Jubel ausgebrochen”, so Glettler, auch wenn die römisch-katholische Kirche Abtreibungen verurteilt habe. Eine sachliche und fundierte Auseinandersetzung mit dem komplexen Thema ist nach wie vor notwendig. Und mit Blick nach Österreich: Viele damals vereinbarte oder versprochene flankierende Maßnahmen sind noch nicht ausreichend umgesetzt. Bericht: Klaus Ther
Toller Erfolg verbesserungswürdig? Die Gesundheitsreform gibt Antworten und wirft neue Fragen auf
Nach mehrwöchiger Prüfung der neuen Gesetzentwürfe sind sich viele Beobachter einig, dass der von der Regierung vorgelegte gesetzliche Rahmen für die Betreuung von Menschen “ein wichtiger erster Schritt” ist. Vorgesehen sind finanzielle Anreize für Pflegekräfte, die Erweiterung von Kompetenzen für bestimmte Berufsgruppen oder eine einfachere berufliche Anerkennung ausländischer Fachkräfte. Allerdings schließe die Unterscheidung zwischen Pflege und Betreuung einen Großteil der sozialen Pflegeberufe und weitgehend auch Haushaltshilfe- und Behindertenarbeitskräfte von den angekündigten Bonuszahlungen aus, kritisiert die Diakonie. Für Pflegekräfte, die im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung rund 30.000 Menschen zu Hause betreuen, gibt es noch keine entscheidenden neuen Regelungen. Dort sollen die Fördermittel von 550 auf 680 Euro aufgestockt werden, sagt Anna Parr, Generalsekretärin der Caritas Österreich. Etwa ein Fünftel der Pflegebedürftigen, weniger als man vermuten würde, werden in österreichischen Haushalten gepflegt. In den Wohngemeinschaften der Erdbergstraße in der Diakonie war ein Team „Beratung“ angesiedelt: Menschen ab Pflegestufe 3 und mit hohem Unterstützungs- und Pflegebedarf leben in familienähnlichen Gruppen zusammen. Haushaltshilfen und Pflegekräfte arbeiten hier Hand in Hand, fühlen sich aber durch das neue Gesetz plötzlich gespalten. Bericht: Marcus Marshall
In der Studie „Beratung“ zum Thema „Sozialreform“: Maria Katharina Moser, Leiterin des Evangelischen Hilfswerks Diakonie.
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