Anschaffung von Kampfjets – Neue Entwicklung im Streit um Verhandlungen vor dem Kauf eines Kampfjets

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Das VBS bestätigt erstmals: Bundesrat Amherd hat den Verhandlungsauftrag über «Gegengeschäfte» erteilt.

Letzte Woche weigerten sich die beiden Abteilungen, die von Verteidigungsminister Amherd frontal angegriffen worden waren und beschuldigt wurden, hinter ihrem Rücken mit Frankreich zu verhandeln, zu sprechen.

Jetzt ändert sich das: Die Finanz- und Außenministerien bestätigen an einem wesentlichen Punkt, was SRF vergangene Woche herausfand: Der Auftrag, mit allen Flugzeugherstellern Verhandlungen über “politische Gegenabkommen” zu führen, kam vom gleichen VBS-Chef Amherd.

Sonderkommission des Bundesrates

Durchgeführt wurde die Aktion vom dreiköpfigen “Sicherheitsausschuss” des Bundesrates SiA, der von Verteidigungsminister Amherd geleitet wird. Auch Bundespräsident Ignazio Cassis und Justizministerin Karin Keller-Sutter sind vertreten.

Vor der Entscheidung über Kampfjets hatten die drei Regierungsmitglieder in ihren Sitzungen auch die Generalsekretäre ihrer Ressorts eingebunden, weshalb das Gremium “Sonder-SiA” genannt wurde.

Dies ist die Hintergrundgeschichte

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Bildunterschrift: Schlussstein

Eine Woche bevor sich der Bundesrat Ende Juni letzten Jahres für die US-F-35 entschied, ließ er sich beim Konkurrenten Frankreich “politische Gegenabsprachen” schriftlich bestätigen – für den Fall, dass die Wahl auf den Franzosen Rafale fiel. . Dies wurde SRF von vier unabhängigen Quellen bestätigt. Damit wurde die Behauptung von Verteidigungsministerin Viola Amherd in Frage gestellt, sie wisse nichts von den Verhandlungen mit Frankreich. Das Außen- und das Finanzministerium hätten Gespräche mit Paris hinter sich, sagte er. Nun beziehen die Angeklagten erstmals offiziell Stellung.

Das Finanzdepartement (EFD) von Bundesrat Ueli Maurer teilte SRF nun erstmals mit, dass die Staatssekretärin für internationale Finanzen, Daniela Stoffel, dreieinhalb Monate vor dem Bundesentscheid über das «SiA-Special» berichtet habe Rat über mögliche Kampfflugzeuge. Das „politische Gegengeschäft“ mit Frankreich hieß es: „Am 15. März 2021 nahm Staatssekretär Stoffel an einer SiA-Sitzung teil und erläuterte mündlich mögliche marktrelevante Steuer- und Finanzausgleichsgeschäfte.“ .

Amherd gab den Auftrag zu Gesprächen

Gestützt auf diese Interpretation entschied das «Sonder-SiA» mit VBS-Chef Amherd am gleichen Tag, dass die Departemente nun alle Länder, die das Angebot anbieten, «evaluieren» sollten, ob es möglich sei, «politischen Gegenmassnahmen entgegenzuwirken». Geschäft.”

Bildunterschrift: Der Bundesrat entschied sich für den amerikanischen Kampfjet F35 und damit gegen die französische Rafale und den europäischen Eurofighter. Schlussstein

Einen Monat später, beim Treffen des „SiA Special“ im April, wurde es noch deutlicher. Als Gast war dann Staatssekretärin Livia Leu vom Departement für auswärtige Angelegenheiten geladen.

Das EDA bestätigt: «Im «Special SiA» vom 21. April 2021 wurde das EDA beauftragt, gemäss Auftrag des VBS außenpolitische Aspekte für den Air2030-Bericht zu koordinieren und eine Übersicht über die Schweizer Aussenpolitik zu erstellen Politik. Beziehungen zu den Herstellerländern “.

Die Bundesratskommission wurde informiert

Zu diesem Zeitpunkt wurde eine hochrangige geheime Arbeitsgruppe unter der Leitung von Staatssekretärin Livia Leu aktiviert, in der auch der Chef Sicherheitspolitik des VBS von Bundesrat Amherd, Pälvi Pulli, vertreten war.

Einen Monat später informierte Staatssekretär Leu das „SiA-Spezial“ über die Umsetzung der Anordnung. Das EDA schreibt: “Dieser Anordnung wurde durch Antwort des EDA auf das ‘Sonder-SiA’ vom 17. Mai 2021 entsprochen und damit beendet.”

Auf die Frage nach konkreten Gesprächen mit Frankreich über mögliche Gegenabkommen antwortet das EDA gegenüber dem “Sonder-SiA”, um Informationen von Staatssekretär Leu einzuholen: “Natürlich hat er den SiA über die EDA-Gespräche informiert.”

VBS: Ab Mitte Mai keine Verhandlungen mehr

Angesichts dieser neuen Entwicklungen bestätigt das VBS nun erstmals, dass es derselbe Departementsvorsteher Amherd war, der seine Zustimmung zur Klärung möglicher Gegenabkommen zum «Sonder-SiA» gegeben hat. Das VBS schreibt: “Der Vorsteher des VBS hat den Vorsteher des EDA beauftragt, die aussenpolitische Analyse als das für aussenpolitische Fragen zuständige Departement zu übernehmen.”

Gleichzeitig argumentiert das VBS aber, dass ab Mitte Mai keine weiteren Verhandlungen über den Clearingbetrieb hätten geführt werden dürfen. Denn Bundesrat Amherd teilte dem «SiA-Spezial» damals mit, der Abstand zwischen dem amerikanischen F-35A-Jet und den Konkurrenten sei «sehr deutlich».

Vier unerklärliche Wochen

Mit den jüngsten Enthüllungen schrumpft das temporäre Fenster, in dem das VBS angeblich keine Kenntnis von den Verhandlungen hatte, jedoch auf die kurze Phase zwischen Mitte Mai und Mitte Juni zusammen. Denn an der Sitzung vom 18. Juni wurde der Bundesrat – und damit auch Viola Amherd – über den Stand der Gespräche mit Frankreich informiert, wie die SRF-Untersuchung ergeben hat.

Sowohl das Eidgenössische Schatzamt als auch das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten behaupten ihrerseits, das VBS über die “relevanten Entwicklungen” informiert zu haben.

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