Ansteckung „ohne Spätfolgen“: Ärztepräsident „zögert“ bei Impfung im Kindesalter
25. Mai 2022 um 15:29 Uhr
Die STIKO empfiehlt eine Kronenspritze nun auch für gesunde Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Der Präsident der Bundesärztekammer sieht jedoch keine Notwendigkeit, obwohl er den Schutzcharakter der Impfung anerkennt.
Anders als kinderärztliche Fachgesellschaften war der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, bei der neuen Empfehlung der STIKO zur Kronenimpfung für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren zurückhaltender. “Es ist eine Empfehlung, die in das elterliche Verhalten einfließt.” Er persönlich sei derzeit “ziemlich vorsichtig”, sagte Reinhardt im Interview mit Radiowelt bei Bayern 2. Er begründete dies damit, dass die Krankheit “in der Regel für Kinder gut zu überstehen” und “im Wesentlichen ohne Spätfolgen” sei. soweit dies zum jetzigen Zeitpunkt bewertet werden kann “.
Reinhardt sagte auch, dass das jeder für sich entscheiden müsse. Das Angebot ist da und die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt es. Das heißt, “die Impfung wird empfohlen und hat Schutzcharakter.”
Auch die STIKO empfiehlt in ihrer aktuellen Einschätzung die Kronen-Impfung für gesunde Kinder zwischen fünf und elf Jahren, die bisher nur bei Kindern mit Vorerkrankungen und bei Kindern mit Hochrisiko-Kronen in ihrem Umfeld angewendet wurde. Anders als beim Impfplan anderer Gruppen sollen gesunde Kinder zunächst nur eine Dosis des mRNA-Impfstoffs erhalten, hieß es in einer Komitee-Erklärung vom Dienstag.
Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften für Kinder- und Jugendmedizin und der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte haben die neue Empfehlung der STIKO in einer gemeinsamen Stellungnahme ausdrücklich begrüßt und unterstützt. Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), sprach von einer „guten und durchdachten Entscheidung der STIKO in Richtung des individuellen Schutzes von Kindern“. Dötsch wollte die Impfung von Kindern nicht als Maßnahme, die in erster Linie darauf abzielt, die Gesamtdurchimpfungsrate zu erhöhen. „Natürlich steht der individuelle Schutz im Vordergrund. Wenn sich viele Menschen individuell schützen, schützt das auch die Gruppe als Ganzes, einschließlich der Gruppe der Kinder, das ist klar.“