Anwendung auf Rezept: So hilft Cara Care bei Reizdarmsyndrom, Sodbrennen und Morbus Crohn

Starten Sie einen Blog auf IBS und erreichen Sie Millionen. Dann erstellen sie mit Cara Care eine Anwendung, die Ärzte für kranke Menschen mit Rezept verschreiben

Cara Care Gründer Jesaja Brinkmann und André Sommer, mit Mut und Charme. gesicht heilen

Als Jessaja Brinkmann sich entschied, das Medizinstudium abzubrechen, tat sie dies, weil sie den Kranken helfen, ihre Leiden lindern und „den Menschen ein wesentlich besseres Leben ermöglichen wollte“. Allerdings stellte er fest, dass er dies als Arzt in unserem Gesundheitssystem und seinen Einrichtungen nicht tun könne: „Ich habe mich nicht gut aufgehoben gefühlt und wusste, dass ich so unglücklich sein würde.“

Stattdessen entdeckte er, wie Digitalisierung und fehlende Technologie dieses kranke Gesundheitssystem ausgleichen und Versorgungslücken schließen könnten. Im März 2016 gründete der Münsteraner zusammen mit Dr. André Sommer (Arzt, der sein Studium beendet hatte, bevor er sich entschied, nicht „auf klassische Weise“ zu praktizieren) ein Startup: Hi-Doc Technologies in Berlin.

Gesichtspflege: Gefördert mit über 15 Millionen

Sein Produkt heißt Cara Care, eine Anwendung, die Menschen mit chronischen Verdauungsproblemen helfen soll. DR. Schär AG, Hersteller von Lebensmitteln für Zöliakie und Stoffwechselerkrankungen, zusammen mit Johnson & Johnson und dem Gesundheitsfonds Sabadell Asabys 6,7 Millionen Euro in Cara Care Die beiden Gründer haben bereits mehr als 15 Millionen Euro eingesammelt. Die Cara Care App wurde vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte als verschreibungspflichtige digitale Therapie-App (DiGA) zugelassen und kann somit von Ärzten verordnet und von Krankenkassen erstattet werden.

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Beide Gründer hatten persönliche Beweggründe für ihr Interesse am Thema Darmgesundheit: Brinkmann hatte im Rahmen eines Forschungsprojekts am UKE in Hamburg die Auswirkungen der EHEC-Epidemie genau beobachtet. Sommer hat einen Bekannten, der sich auf Reisen in Südostasien eine Lebensmittelvergiftung zugezogen hat. Wie einige Patienten mit EHEC erholte sie sich nie vollständig und entwickelte eine chronische Darmerkrankung, bei der ihr weiß gekleidete Ärzte nicht helfen konnten. Aber vielleicht starten die beiden Ärzte?

Reizdarmsyndrom: Wissen ist gut

Zunächst versorgten Brinkmann und Sommer chronische Patienten mit Informationen: Mit Reizdarm.one starteten sie einen Blog, der auch dank SEO-Arbeit schnell zur nach eigenen Angaben leistungsstärksten Website Deutschlands wurde. Mehr als eine Million Besucher landen hier jeden Monat auf der Suche nach Antworten auf ihre Fragen zu ständigen Bauchschmerzen.

Zwischen zehn und 15 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter dem sogenannten Reizdarmsyndrom, die meisten in leichter Form, manche aber auch so stark eingeschränkt, dass sie im Alltag eingeschränkt sind. Die Behandlung gilt als schwierig und die Krankheit ist nicht vollständig heilbar. Es gibt jedoch eine Reihe von Maßnahmen, die den Betroffenen helfen können. Die Behandlungsrichtlinien für Ärzte sprechen von einer „ganzheitlichen Therapie“, wie Brinkmann erklärt, „sie umfasst nicht nur Medikamente, sondern auch Ernährungstherapie, individuelle Psychotherapie, Bewegung und mehr.“ Das Problem dabei sei: “In diesen fünf Minuten, die ein Patient beim Arzt hat, kann man das alles nicht weitergeben.”

Gesichtspflege als Rezept gegen das Reizdarmsyndrom

Was jedoch weniger als fünf Minuten dauert, ist die Empfehlung, nein, noch besser: das Verschreiben einer App. „Wir sind tatsächlich die erste Reizdarmtherapie, die ein Arzt verschreiben kann, wenn ein Betroffener die Praxis betritt“, sagt André Sommer. Bislang mussten Patienten mit der Diagnose Reizdarmsyndrom nur selbst zu Google gehen, um diverse Tipps zu erhalten.

Im Wesentlichen konzentriert sich das Cara Care-Sortiment derzeit auf drei Erkrankungen des Verdauungstrakts: Sodbrennen, Reizdarmsyndrom und Morbus Crohn, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Bei allen dreien können Patienten nur dann Besserung erwarten, wenn es ihnen gelingt, ihre Ess- und Verhaltensmuster grundlegend und vor allem nachhaltig zu ändern. Und dabei hilft die App: Nach dem Tracking aktueller Essgewohnheiten erhält der Nutzer Änderungsvorschläge, beispielsweise in Form von Rezepten. Digitale Hypnose soll helfen, Verhaltensänderungen zu erleichtern.

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Um als Diga zertifiziert zu werden, mussten Brinkmann und Sommer klinische Studien zur Wirksamkeit der Anwendung vorlegen: Demnach erlebten knapp 80 % der Probanden eine „klinisch relevante Reduktion der Symptome“, die 22 % gaben dies nach 100 Tagen an Mit der App haben sie ihre Lebensqualität verbessert.

Die Akzeptanz von Anwendungen als Therapie wächst

„Wie bei jedem neuen Medikament müssen Fachkreise und Ärzte erst einmal überzeugt werden“, sagt André Sommer. Aber es spielt keine Rolle, ob das Mittel eine Pille oder eine App ist. Die Bereitschaft, Lösungen auszuprobieren, die „nicht in die klassische Palette vertretbarer Medikamente fallen“, nehme zu und sei keineswegs eine Frage des Alters oder der Generation. Für die Patienten seien die Hürden noch geringer, ergänzt Brinkmann: Schließlich hätten sich die meisten chronisch Kranken schon viel Mühe gegeben und seien bereit, alles auszuprobieren, was ihnen helfen könne.

„Eigentlich bin ich ziemlich glücklich darüber, wie mutig ich war, mein Studium nicht zu beenden, aber ich habe gesagt, ich mache etwas anderes, wo ich glücklicher bin“, sagt Nicht-Dr. Jesaja Brinkmann. “Das hat sich für mich als richtig erwiesen und ich freue mich darauf.”

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