Ärger über geschlechtsneutrale Bäder – nicht ans Urinal klammern

– Bleiben Sie nicht im Urinal stecken

An den Zürcher Schulen werden auf Kosten der Urinale neue Unisex-Toiletten eingeführt. Der Protest gegen Innovation ist lächerlich.

Gepostet: 18.07.2022, 16:33

In den Schulen der Stadt Zürich werden sie künftig nicht mehr Standard sein: Urinale.

Foto: Getty Images

“Zürich führt geschlechtsneutrale Toiletten ein”: So lautet der nüchterne Titel eines Artikels, der heftige Proteste auslöste. Der Punkt ist, dass es in Schulgebäuden künftig Unisex-Kabinen sowie geschlechtergetrennte Toiletten geben soll. Dabei sollen auch jene Menschen berücksichtigt werden, die sich keinem bestimmten Geschlecht zugehörig oder zugehörig fühlen.

“Welcher Mann sitzt da und pinkelt?”

Allerdings fordert die neue Regelung ein prominentes Opfer: das Urinal, das fast vollständig aus Schulgebäuden verschwinden muss. Und dass viele einen Brunch in der Online-Kommentarspalte finden. Einige argumentieren, dass herkömmliche Toiletten Platz und Wasser verschwenden.

Andere befürchten, dass die Reinigungskosten “erheblich steigen”, da viele die Schüssel nicht anfassen würden, denn: “Welcher Mann setzt sich hin, um zu pinkeln?” Wieder andere fühlen sich von den „50 Prozent der Bevölkerung“ entfremdet, „bei dem Versuch, 0,1 Prozent der Bevölkerung zufrieden zu stellen“.

Manchmal wünscht man sich, man könnte „bisle“ gehen.

Als Frau kann man spontan nachvollziehen, wenn Männer tapfer um ihre praktischen Urinale kämpfen. Manchmal wünschst du dir, du könntest „abschrägen“, anstatt erst den bespritzten Toilettensitz zu reinigen und dann die Beine auseinander zu stellen, damit du nicht in die kleine Urinlache auf dem Boden gehen musst, weil du pinkelst. selbst zielen (obwohl anscheinend viele Männer nicht einmal im Urinal spritzfrei urinieren. Stichwort Einfallswinkel – Reflexionswinkel).

Aber zunächst betrifft die Entscheidung nur Schulgebäude, die meisten Urinale dürften also kaum betroffen sein. Zweitens wird es immer noch gesperrte Toilettenstopps geben (um den Herrn zu beruhigen, der darauf hinwies, dass Männer es nicht mögen, wenn Frauen sie schräg ansehen). Und drittens ist es niemandem verboten, im Stehen zu pinkeln, auch nicht auf der geschlechtsneutralen Toilette, auch wenn man die Schüssel beim besten Willen nicht anfasst.

Denise Jeitziner ist Redakteurin im Ressort Leben und gehört zum Team des Newsletters „Der Morgen“. Bevor er sich dem Journalismus widmete, studierte er Jura und hat es auch nie bereut

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