In einer Frage-Antwort-Runde gibt ORF-Moderator Armin Wolf Auskunft über seine seltsamsten und verstörendsten Momente als „ZiB 2“-Interviewer.
Überhaupt flitzt Armin Wolf seit Jahren mehrmals wöchentlich über die Bildschirme von einer Million Österreicher und verfolgt in Form von „ZiB 2“ die Top-News. Wenn er diesen Politikern nicht die großen Fragen stellt, für die er bekannt ist, verbringt er Zeit mit Familie und Freunden, liest, fährt Rad oder schaut einfach in den Himmel.
Das sagte er am Freitag in einer „Ask me everything“, einer offenen Frage-Antwort-Runde auf der Plattform Reddit. Dort teilte er auch mit, dass ihm die meisten Schlussgags selbst einfallen und er deshalb im vergangenen Jahr wohl sogar ein Jobangebot von einem großen deutschen TV-Sender bekommen habe, „aber am Ende fand ich meinen Job bei ZiB2 spannender“.
Und „spannend“ fasst es ziemlich gut zusammen. Reddit-Nutzer hatten sich vor allem auf die eher unangenehmen Aspekte der Interviewarbeit konzentriert. Was war der schwierigste Interviewpartner? Und was ist am schwierigsten? Gab es sogar eine Abrissdrohung?
„Unnützes“ Interview mit Lugner
„Das wird überraschen“, sagt Wolf, aber die intensivste Gesprächspartnerin war Steiermarks Landeshauptfrau Waltraud Klasnic. Sie war sehr alt und höflich, Wolf ein “Junge”. Sie sagte „absolut nichts“, aber er wagte es auch nicht, sie zu unterbrechen.
Noch schwieriger hatte er es mit dem ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser, der nun nur noch vor Gericht auftritt. Auf dem Höhepunkt seiner Popularität war er „fast nicht interviewbar“. Schwierigster Gast war jedoch Wladimir Putin, der plötzlich „völlig diskret, ruhig, völlig uncharismatisch“ im Off war. Am unbrauchbarsten war dagegen Richard Lugner als Präsidentschaftskandidat.
Am Ende verabschieden Sie sich jedoch abrupt und höflich: „Wir sind alle Profis.“ Besonders komisch war es bei einem: „Frank Stronach, der aufsteht, auf mich herunterschaut und (mit kanadischem Akzent) sagt: ‚Aber du hast ein paar ziemlich dumme Fragen gestellt.‘ Das sind wir gar nicht. Nach dem nächsten Geschichte, kehrte er ins Studio zurück und übergab mir seine Autobiographie, mit einer Widmung: “Für Armin Wolf. Ein guter Reporter!” “Seitdem bin ich verwirrt. Ein guter Journalist, der dumme Fragen stellt …”
Er schrie, brach aber nie zusammen
Aber es gibt einen anderen Weg. Armin Wolf wurde nach dem Interview dreimal angerufen, alle drei waren Männer. “Interessanterweise die 3 der ÖVP.” Und immer hieß es, es sei absurd, „weil die Fragen, die sie so aufregten, durchaus zu erwarten waren“.
Wolf hat oft an die extremste Form der Trennung gedacht, aber nur zweimal war er wirklich nah dran. Das erste Mal mit Frank Stronach, das zweite vor nicht allzu langer Zeit: „Beim ersten Interview mit Minister Rauch, wo er alle Fragen für ein paar Minuten beantwortet hat, wird er sie leider erst morgen beantworten können.“
Nav-Compte leo Zeit18.06.2022, 06:40 | Akt: 18.06.2022, 06:40