Auf mehreren Seiten dokumentiert die Cyber-Expertin „Nella“ für den Verfassungsschutz, wie es zum mutmaßlichen Täter im Fall der oberösterreichischen Ärztin Lisa-Maria Kellermayr kam. Es ist den Behörden nicht „solide“ genug. Anstatt nach Beweisen zu suchen, versuchen die Behörden, die vorgelegten Schlussfolgerungen zu verletzen.
“Es gibt keine handfesten Beweise”, lautet das Resümee der Staatsanwaltschaft Wels, die am Dienstag den Zwischenbericht der DSN (Direktion Staatssicherheit und Nachrichtendienst) erhielt. Die Erkenntnisse, die die Kybernetik-Expertin „Nella“ im Fall der bedrohten Ärztin Lisa-Maria Kellermayr vorgelegt habe, seien „weder materiell noch technisch nachvollziehbar“, sagt Sprecher Christoph Weber. Zu demselben Schluss kommt das Innenministerium aus dem elfseitigen Bericht: „Die vom Cybersecurity-Spezialisten übermittelte Schrittfolge lässt derzeit keine konkreten Rückschlüsse auf den mutmaßlichen Täter zu“, so die Presse. Doch der mutmaßliche Absender der von „Nella“ ermittelten Drohmails „Claas“ wurde von den zuständigen Ermittlern bisher nicht kontaktiert. Ein weiteres von “Nella” in diesem Zusammenhang identifiziertes Opfer ist es auch nicht. Die vorgelegte Beweiskette ist verständlich, aber die Behörden sind noch nicht auf dem richtigen Weg.
Ein kurzer Rückblick: Im November 2021 schrieb Kellermayr auf Twitter über eine Kronenkundgebung in Wels und berichtete von gesperrten Rettungsein- und -ausgängen am Klinikum. Das Oberösterreichische Landespolizeipräsidium bezeichnet ihre Tweets als Fake News. Ein Vergnügen für Kronenverweigerer und Querdenker, die sich von der Polizei unterstützt fühlen. Sie teilen Tweets in relevanten Gruppen. Der Arzt, der Impfgegner und Maßnahmen während der Pandemie kritisiert, wird zur Zielscheibe.