Assenagon Equity Insights Nr. 16: Von Wirecard bis Tesla: Asymmetrie der Tüte
- Nur 25 Prozent aller Aktien übersteigen einen gleichgewichteten Index, der kleine Unternehmen während ihres gesamten Lebenszyklus stärker belastet.
- Balanced Wallets machen sich die ausgeprägte Asymmetrie des Aktienmarktes zunutze.
- Das erhöhte Risiko einer damit verbundenen Zahlungsunfähigkeit rechtfertigt jedoch nicht unbedingt die langfristige Risikoprämie.
Asymmetrie der Aktienrenditen
In einem grundsätzlich unsicheren Marktumfeld wie dem aktuellen ist die Portfoliodiversifikation wichtiger denn je. Die Natur des Aktienmarktes zeigt, dass eine breite Diversifikation nicht nur Risiken reduziert, sondern auch Chancen und damit Renditen maximiert.
Abbildung 1 veranschaulicht die Häufigkeitsverteilung langfristiger Aktienrenditen. Diese sind entgegen der Theorie nicht normalverteilt, sondern folgen einer voreingenommenen Rechtsverteilung. Das bedeutet, dass hohe positive Renditen häufiger sind als hohe negative Renditen. Neben der Häufigkeitsverteilung lässt sich auch feststellen, dass die Ausgänge an den Enden asymmetrisch sind. Sie haben beispielsweise mit einem Investment in Wirecard einen Totalverlust erlitten, gleichzeitig hätten Sie mit einem frühen Investment in Tesla Ihr Geld alle zwei Jahre mehr als verdoppelt.
Interessanterweise entwickeln sich die meisten Aktien über ihren Lebenszyklus besser als der Markt, wobei nur 25 Prozent die gleichgewichtete Gesamtindexrendite übertreffen (oder 30 Prozent im Falle der Aktie). Denn eine breite Diversifikation funktioniert nicht nur in Bezug auf das Risiko. Natürlich ist es wichtig, die Auswirkungen der Risiken einzelner Aktien im Portfolio, beispielsweise in Form einer Wirecard-Insolvenz, zu minimieren. Andererseits ist die Maximierung von Chancen für den langfristigen Erfolg unerlässlich. H., auch in den künftigen Tesla zu investieren.
FEIGE. Abb. 1: Häufigkeitsverteilung der AktienrenditeQuelle: Assenagon, Bloomberg, Wirecard, Tesla
Der gleichgewichtete Index nutzt diese Asymmetrie nicht nur durch eine breite Streuung. Denn anders als beim marktwertgewichteten Index profitieren Sie von allen künftigen Tesla gleichermaßen.
Es gibt noch weitere gute Gründe, warum ein gleichgewichteter Index langfristig eine Outperformance erzielen sollte, da kleinere Unternehmen oft überdurchschnittliche Wachstumschancen bieten. Allein aufgrund des größeren Einflusses kleiner Unternehmen im Index gehen Anleger jedoch allein schon vom Risikoprofil her ein höheres Risiko ein. Dies liegt zum einen daran, dass kleine Unternehmen deutlich höhere Geschäftsrisiken haben, beispielsweise durch eine geringere Diversifikation des Geschäftsmodells. Andererseits besteht für kleinere Unternehmen ein potenzielles Liquiditätsrisiko. Zusammengenommen rechtfertigt dies den sogenannten Größenzuschlag.
FEIGE. Abb. 2: Charakteristika der Faktoren des Index gleich gewichtet in Bezug auf den globalen Aktienmarkt Quelle: Assenagon, Bloomberg
Die Eigenschaften der Faktoren in Abbildung 2 spiegeln die für kleinere Unternehmen typischen erhöhten Ausfallrisiken wider, die einen erheblichen Einfluss auf die Performance haben. Der gleichgewichtete Index weist erwartungsgemäß einen hohen Anteil an Kleinunternehmen auf. Sie bieten zwar attraktive Wachstumschancen, sind aber mit höheren Risiken wie unterdurchschnittlichen Renditen, steigender Verschuldung und der daraus resultierenden hohen eigenwilligen Volatilität verbunden. Dieses Profil spiegelt das oft zitierte Ausfallrisiko von Kleinkapitalisierungen wider.
Assenagon Equity Framework
Die spannende Frage, die sich stellt: Beruht die Größenprämie ausschließlich auf dem impliziten Ausfallrisiko? Oder kann dies ohne übermäßiges Risiko eingenommen werden?
Abbildung 3 zeigt die historische Analyse des gleichgewichteten Index im Vergleich zum Assenagon-Ansatz, der eine ganzheitliche Betrachtung im Rahmen des Portfoliomanagements umsetzt. Dadurch werden die Eigenschaften unerwünschter Faktoren (siehe Abbildung 2) in Bezug auf den globalen Aktienmarkt vermieden. Dies reduziert das Ausfallrisiko, indem die Rentabilität und Verschuldung des Portfolios kontrolliert und eine größere idiosynkratische Volatilität vermieden wird. Darüber hinaus weist die Strategie auf Sektor- und Länderebene eine neutrale Allokation zum globalen Aktienmarkt auf.
Gerade im heutigen gesamtwirtschaftlichen Umfeld, das von hoher Unsicherheit und drohender Stagnation geprägt ist, kommt der Qualitätskontrolle von Unternehmen eine besondere Bedeutung zu. Denn eine hohe Profitabilität im Sinne einer starken Marktposition schützt vor den negativen Auswirkungen steigender Inputpreise, während eine niedrige Verschuldung eine geringere Zinssensitivität bedeutet.
FEIGE. 3: Performancevergleich (Januar 2000 – April 2022) Quelle: Assenagon, Bloomberg, MSCI, Morningstar Direct
Für den Anleger
Wie Abbildung 3 zeigt, sollte eine globale Strategie kein übermäßiges Risiko beinhalten. Durch die ganzheitliche Steuerung bleibt die Größenprämie vollständig erhalten, das relative Risiko gegenüber der Benchmark wird jedoch deutlich reduziert. Damit wird eine gleich hohe Sharpe Ratio wie beim gleichgewichteten Index erreicht, jedoch mit einer doppelt so hohen Information Ratio. Eine richtig kontrollierte Strategie kassiert die Prämie effizient.
Auch jenseits einer Größenstrategie bietet das Matching viele Vorteile in Bezug auf Rentabilität und Risiko. Denn dieser macht sich die eingangs beschriebene Natur des Aktienmarktes zunutze, indem er sich die Asymmetrie und Asymmetrie der Renditen zunutze macht.
Daniel Jakubowski, Wertpapierportfoliomanagement und Dr. Ulrich Wessels, Strukturierter Vertrieb bei Assenagon AM
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