Atomkraft: Christian Lindner fordert Investitionsdebatte – irritierte AKW-Betreiber

Bundesminister der Finanzen von Deutschland

Lindner ruft zur Debatte über Neuinvestitionen in die Atomkraft auf – irritierte Betreiber

Stand: 12:04 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten

Atomkraft ja oder nein?

Hohe Energiepreise befeuern die seit Jahren geführte Debatte um den Atomausstieg. Befürworter fordern einen Ausbau der Atomkraft, um unabhängiger von Russland zu werden. Atomkraftgegner verweisen auf das Problem der Endlagerung.

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“Überall auf der Welt” wird von einer Renaissance der Atomkraft gesprochen, Deutschland dürfe davor nicht die Augen verschließen, so Finanzminister Christian Lindner (FDP). Betreibergesellschaften wie RWE und ENBW sind wenig begeistert, ebenso der Umweltminister.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) hat sich dafür ausgesprochen, eine Rückkehr zur Atomkraft zumindest nicht kategorisch auszuschließen. Aus wirtschaftlicher Sicht sei er noch nicht davon überzeugt, dass sich neue Investitionen in die Kernenergie wirklich auszahlen würden, sagte Lindner der Bild. “Aber Deutschland darf bei einer Debatte, die weltweit geführt wird, nicht die Augen verschließen.”

„Die Leute erwarten, dass wegen des Klimaschutzes, der Abhängigkeit von Putin (Russlands Staatschef Wladimir) und der Inflation alle Optionen in Betracht gezogen werden“, sagte Lindner. “Ich rate dazu, die Argumente unvoreingenommen auf den Tisch zu legen.”

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wies dagegen eine erneute Debatte über den Atomausstieg sofort zurück: „Zur Atomkraft gibt es nicht mehr viel zu sagen“, sagte er laut „Bild“. Zu Beginn der Legislaturperiode sei das Thema „fachlich ohne jede Ideologie“ neu geprüft worden und die zuständigen Ministerien hätten erneut entschieden: „Das ist kein Weg für Deutschland, weiter zu gehen.“

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„Hohe Hindernisse“, bevor Sie den Betrieb fortsetzen

Auch die Betreiber der letzten drei in Deutschland in Betrieb befindlichen Atomkraftwerke reagierten irritiert auf Lindners Initiative. Der Weiterbetrieb über das festgelegte Enddatum der deutschen Atomkraft am 31. Dezember 2022 hinaus „wäre mit erheblichen technischen und rechtlichen Hindernissen verbunden“, sagte ein Sprecher der RWE AG der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

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Es gebe “eine klare gesetzliche Regelung für die Abschaltung von Kernkraftwerken”, sagte der Sprecher. Auch die Bundesregierung und die Bundesenergieminister erklärten im März, eine Laufzeitverlängerung sei keine Option, „um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Abhängigkeit von Gaslieferungen aus Russland zu verringern“.

Ähnlich äußerte sich der EnBW-Konzern. Laut NOZ hält die EnBW “unbeschränkt an Deutschlands Entscheidung zum Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung fest”.

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Auch eine Sprecherin des Energiekonzerns PreussenElektra, der das Kernkraftwerk Isar 2 betreibt, betonte auf NOZ-Anfrage: „Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich gemacht, dass Isar 2 unter bestimmten Bedingungen weiterbetrieben werden kann, aber das ist eine Gewissheit Höhe der Lieferzeit “.

Auch Bundeskanzler Olaf Scholz ist gegen die Wiederbelebung der Kernenergie

In Deutschland bleiben nur noch die Kernkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 am Netz. Sie müssen auch am Ende des Jahres geschlossen werden.

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Das Ministerium für Wirtschaft und Umwelt hatte eine Verlängerung der Fristen aufgrund der neuen Situation nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine bereits abgelehnt. Stattdessen sollte die Energiewende hin zu erneuerbaren Energien vorangetrieben werden. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich gegen den Weiterbetrieb von Atomkraftwerken ausgesprochen.

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