Amazon Murder Boat von einem ermordeten Journalisten gefunden
20.06.2022, 19:53 Uhr
Im Fall des ermordeten Journalisten und indigenen Experten aus dem Amazonasgebiet führt ein Verdächtiger die Ermittler zum Boot der beiden Opfer. Er ist 20 Meter tief und 30 Meter vom Flussufer entfernt – laut Polizei mit sechs Sandsäcken beladen.
Nach der Ermordung des Journalisten Dom Phillips und des indigenen Experten Bruno Pereira wurde das Boot der Opfer im brasilianischen Amazonas gefunden. Laut der Amazonas-Polizei wurde es am Sonntagabend in einer Tiefe von 20 Metern, 30 Meter vom Flussufer entfernt, entdeckt. Es war mit sechs Sandsäcken beladen. Einer der Verdächtigen in dem Fall hatte den Ermittlern den Ort mitgeteilt.
Nach Angaben der brasilianischen Bundespolizei waren fünf weitere Verdächtige am Verschwinden der Leichen des Briten Phillips und des Brasilianers Pereira beteiligt. Bisher wurden drei Verdächtige festgenommen. Phillips und Pereira verschwanden am 5. Juni während eines Ausflugs in den brasilianischen Amazonas. Sie recherchierten im Javari-Tal für ein Buch über indigene Gewalt und den nachhaltigen Schutz des Regenwaldes. Zehn Tage später fuhr ein Verdächtiger die Polizei zu einem Ort, an dem er sagte, er habe ihre Leichen begraben. Die dort gefundenen menschlichen Überreste wurden schließlich den beiden Vermissten zugeordnet.
Laut Polizei wurden sie erschossen. Nach Angaben der brasilianischen Behörden war an dem Verbrechen keine kriminelle Bande beteiligt. Indigene Vertreter widersprechen dieser Version. Die Union der indigenen Völker des Javari-Tals (Unijava), für die Pereira in den letzten Jahren gearbeitet hatte, hatte erklärt, dass hinter dem Verbrechen eine “mächtige kriminelle Gruppe” stecke.
Das Javari-Tal gilt aufgrund des weit verbreiteten Drogenhandels, der illegalen Fischerei und des Goldabbaus als gefährlich. Experten zufolge kontrollieren Drogenhändler die illegale Fischerei auf gefährdete Arten in der Gegend und nutzen sie zur Geldwäsche.