Auch im Landtag dominiert die Inflation die Debatte

Der Bundesregierung wurde heute ein neues Anti-Inflationspaket vorgelegt. Die Preisexplosion wird am Mittwoch, 15. Juni, erneut die Debatte im Landtag bestimmen.

Die FPÖ führte eine aktuelle Uhrzeit zu dem Thema ein, die erst im Mai einen besonderen Landestag zur Folge hatte. Erneut fordert er eine Spritpreisgrenze von 1,20 Euro. Außerdem sollen der CO2-Preis abgeschafft, die Familienbeihilfen erhöht und die Lohnnebenkosten gesenkt werden.

Die NEOS pochen gemeinsam mit der SPÖ auf einen Notantrag auf Wohngeld in Niederösterreich. Familien und Alleinerziehenden ist für die Spätbetreuung in staatlichen Kindertageseinrichtungen der gesetzlich vorgeschriebene Betrag von mindestens 50 Euro pro Kind und Monat zu erstatten. Bei rund 34.000 ganztägig betreuten Kindern entstehen dem Land Mehrkosten von rund 20 Millionen Euro, sagte Kathrin Schindele, Vizepräsidentin der SPÖ Niederösterreich. „Diese Ausgaben sind dringend: Die Menschen können sich das Leben einfach nicht mehr leisten“, sagte er. NEOS-Landessprecherin Indra Collini rechnete auf einer Pressekonferenz vor, dass Familien 600 Euro pro Kind und Jahr beisteuern würden.

Wie bereits im Sonderlandtag im Mai erklärt, wolle die ÖVP nach dem Sommer zusätzlich zu den Maßnahmen der Bundesregierung in Niederösterreich ein eigenständiges Paket gegen die Inflation vorlegen, erinnerte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Ziel ist es, auf Österreichs Anti-Inflationspaket aufzubauen. “Natürlich muss alles getan werden, um die Belastung durch steigende Preise und Inflation zu mindern.”

NEOS und SPÖ kritisieren die Konten

Die Sitzung wird auch über den Jahresabschluss 2021 mit einem Nettofinanzierungssaldo von weniger als 170 Millionen Euro entscheiden. Kritik kam von der SPÖ. Die Staatsverschuldung belaufe sich mittlerweile auf 9,1 Milliarden Euro, „obwohl bereits 419 Millionen Euro marode Wohnbauförderung eingerechnet wurden und in ganz Niederösterreich gerade in Sachen Inflation, Kinderbetreuung und Pflege absoluter Stillstand herrscht“, sagte Schindele. Helmut Hofer-Gruber, Mitglied des NEOS-Parlaments, bezeichnete den Staat als „technisch bankrott“ und die Zukunft düster.

ÖVP-Klubpräsident Klaus Schneeberger sagte in einer Mitteilung, dass 2021 insgesamt 411 Millionen Euro weniger Schulden gemacht wurden als erwartet. Erreicht wurde dies durch eine „kluge und vorausschauende Haushaltspolitik“. Dieser Ansatz spiegelt sich auch in den stabilen Ratings des Landes wider. „Damit können wir aus heutiger Sicht das Null-Defizit-Ziel in der nächsten Legislatur wieder erreichen“, prognostiziert Schneeberger.

Die Grünen starten eine Kampagne zum Bodenschutz

Die Grünen wollen eine “Kampagne für den Bodenschutz” starten. Sie wollen vier Anträge im Landtag beraten. „Wenn wir die schnelle Versiegelung des Bodens nicht stoppen, werden wir weiterhin Hitze, Überschwemmungen und Dürre nähren. Uns fehlt jeder Quadratmeter versiegelter Boden als Abkühlung, als Speicher von Kohlendioxid und als Bremse für Regenwasser wie Starkregenereignisse“, sagte Grünen-Landessprecherin Helga Krismer. Die Einschränkung der Bodenversiegelung muss durch folgende Maßnahmen gelingen: ein Nutzungsangebot für leerstehende Gewerbeimmobilien, die Einrichtung eines Grundstücksfonds zur Umwidmung und Versiegelung einschließlich der Schaffung von Entwässerungsflächen, eine Arbeitslosenquote für ungenutzte Grundstücke und eine Quote für Zweitgrundstücke.

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *