Auch Lewandowskis Vorgänger versuchten, ihre Bewegung zu forcieren

Robert Lewandowski hat beim FC Bayern München unterschrieben Bild: keystone

Robert Lewandowski hat genug vom FC Bayern München und wechselt trotz seines laufenden Vertrages zum FC Barcelona. Der polnische Stürmer hat prominente Vorgänger; Vielleicht gehören Sie auch zu den bekanntesten Transfer-“Constrictoren”.

Konsequenzen

Rafael van der Vaart (2007)

Zwangsänderung: ❌

Rafael van der Vaart war dem Hamburger SV im Sommer 2007 nach zwei Jahren überdrüssig geworden. Der niederländische Superstar würde trotz laufendem Vertrag gerne zum FC Valencia wechseln. Mit den Spaniern war schnell eine Einigung erzielt, dem HSV wurden 15 Millionen Euro geboten, doch der Bundesligist wehrte sich gegen den Transfer und wandte sich sogar gegen die Fifa.

Van der Vaart ist das egal: Die spanische Sportzeitung „AS“ lässt ihn in Hamburg im Valencia-Trikot fotografieren. “Ich werde dafür kämpfen, dass es mein Trikot wird. Ich werde für Valencia spielen”, sagte er. Allerdings hat der HSV noch nicht aufgegeben und Van der Vaart täuscht sogar eine Rückenverletzung vor, um nicht mehr beim damaligen Bundesliga-Dino spielen zu müssen.

Doch auch das führt nicht zum Erfolg: Der Niederländer muss bleiben. Ein Jahr später tauschte er für 15 Millionen Euro nicht beim FC Valencia, sondern bei Real Madrid.

Van der Vaart posiert mit einem Valencia-Trikot Foto: imago-images.de

Lukas Modric (2012)

Zwangsänderung: ✅

Im Sommer 2012 versuchte Luka Modric alles, um von Tottenham Hotspur zu Real Madrid zu wechseln. Der Stratege des kroatischen Mittelfeldspielers streikt: Kein Training mehr, keine Teilnahme an der Reise in die USA. Modric taucht einfach nicht am Flughafen auf.

Die Spurs wollen 50 Millionen Euro, Real will aber nur 34 Millionen Euro zahlen. Am Ende kommen sich die beiden Seiten näher und Modric macht es richtig. Am Ende zahlt das Königshaus 35 Millionen Prämien mehr für den nächsten fünfmaligen Champions-League-Sieger.

Dies ist nicht das erste Mal, dass Modric von seiner Firma beleidigt wird. 2008 provozierte er die Führung von Dinamo Zagreb, indem er für die spanische Zeitung „Mundo Deportivo“ das Barça-Trikot trug. Das war damals offenbar der große Betrug der spanischen Presse.

Modric trägt 2008 das Barça-Trikot. Foto: twitter

Robert Lewandowski (2013)

Zwangsänderung: ❌

Im Sommer 2013 hielt Robert Lewandowski die Bundesliga monatelang auf Trab. Der Grund: Der polnische Stürmer will sein Unternehmen trotz laufenden Vertrages bis 2014 verlassen. Er soll von Borussia Dortmund zum FC Bayern München wechseln, und zwar so schnell wie möglich. „Ich will einfach zum FC Bayern“, sagte Lewandowski der SportBild, „der FC Bayern bietet 25 Millionen Euro.

Doch da Mario Götze bereits für eine Festablöse von 37 Millionen Euro vom FC Bayern bestohlen wurde, bleibt der BVB hartnäckig und verbietet Lewandowski den Wechsel nach München und ins Ausland. Er wird wütend und erklärt, dass er eine mündliche Änderungszusage erhalten habe. Doch davon wollen die Dortmunder Bosse nichts wissen: Der Stürmer muss seinen Vertrag zumindest für deutlich höhere Gehälter kündigen.

Im Januar gab Lewandowski seinen Wechsel zum FC Bayern bekannt: Der BVB musste seinen Superstar im Sommer 2014 ablösefrei ziehen lassen. Lewandowski erzielte in seiner letzten Saison bei den Schwarz-Gelben 20 Tore in 33 Spielen und ist damit Torschützenkönig. Dortmund ist immer noch Zweiter, 19 Punkte hinter den Bayern.

Lewandowski mit seinem ersten von bisher sieben Bundesliga-Torschützen. Bild: imago-images.de

Henrikh Mkhitaryan (2016)

Zwangsänderung: ✅

Henrikh Mkhitaryan und sein damaliger Berater Mino Raiola erfanden im Sommer 2013 eine seltsame Sache. Der Armenier schwänzte einfach das Training bei Shakhtar Donetsk, um seinen Wechsel zu Borussia Dortmund zu erzwingen. Erfolgreich: Für 27,5 Millionen Euro kann er wie erwartet zum BVB wechseln.

Blöd für die „Gelb-Schwarzen“, dass Raiola und sein Schützling ihn drei Jahre später auf die Spitze treiben, als Mkhitaryan trotz laufendem Vertrag zu Manchester United wechseln will. Diesmal wird nicht gestreikt, dafür aber eine Woche lang in den Medien gekämpft, mit einer fiesen Kavalkade am Ende.

Bei der Überweisung von 42 Millionen Euro verabschiedete sich der Dortmunder Champions-League-Teilnehmer mit den Worten von dem rebellischen Mann: „Borussia Dortmund wünscht Henrikh Mkhitaryan alles für die nächste Saison, sowohl in der Premier League als auch in der UEFA Europa League .” Der BVB versah die Meldung mit einem Bild des Armeniers im unterlegenen Finale des DFB-Pokals, als er das Elfmeterschießen gegen die Bayern nicht spielen wollte.

Das oben erwähnte Bild von Mkhitaryan. Bild: imago-images.de

Dimitri Payet (2016)

Zwangsänderung: ✅

Im Februar 2016 verlängerte Dimitri Payet seinen Vertrag bei West Ham United bis 2021. Wenige Monate später wollte der französische Freistoßspezialist unbedingt zu seinem Ex-Klub Olympique Marseille zurückkehren. Der Hauptgrund: Payet gewann die Europameisterschaft seines Landes und steigerte seinen Marktwert deutlich. Daher lockt „OM“ mit einem äußerst lukrativen Angebot.

Payet sagt, dass er nicht wieder für West Ham spielen wird, bis der Transfer abgeschlossen ist. Die „Hammers“ suspendierten ihn zunächst, entließen ihn dann aber für 30 Millionen nach Marseille. Ein Superstar vor der Bank ist schließlich auch nutzlos. „Die Entscheidung, Payet gehen zu lassen, beruhte auf dem Willen des Trainers und wurde im Interesse des Zusammenhalts der Mannschaft getroffen“, machten die „Hammers“ Sinn.

Payet verlässt London in seinem roten Ferrari. Bild: imago-images.de

Ousmane Dembélé (2017)

Zwangsänderung: ✅

Bei Borussia Dortmund spielte Ousmane Dembélé seine erste Saison nach seinem Wechsel von Stade Rennes bis zu dem Punkt, an dem der FC Barcelona im Sommer 2017 an die Tür klopfte. Schließlich brauchten die Katalanen dringend einen Nachfolger für Neymar, der zu Paris Saint-Germain wechselte für 222 Millionen Euro.

Barça setzt alle möglichen Mittel ein, um den jungen Franzosen nach Spanien zu locken. Und trotz eines Vertrages bis 2021 ist er auch absolut begeistert von den Katalanen. Da der BVB ihn nicht ziehen lassen will, greift Dembélé schließlich zu unlauteren Mitteln.

Am 10. August 2017 fehlte der Flügelstürmer unentschuldigt im Borussia-Training, woraufhin er für Training und Spiel gesperrt wurde. Die Saga endete zwei Wochen später, weil der BVB endgültig einlenkte: Dembélé kam davon und durfte für 135 Millionen Euro Ablöse nach Barcelona wechseln. „Ich hatte den Eindruck, dass ich die Erfüllung meines Traums verpassen würde“, sagte Dembélé später dem Magazin Onze Mondial.

Dembélé zum Ziel seiner Träume Bild: AP / AP

Philippe Coutinho (2018)

Zwangsänderung: ✅

Im Sommer 2017 teilte Philippe Coutinho dem FC Liverpool mit, dass er zum FC Barcelona wechseln möchte. Der brasilianische Edelcoach hatte seinen Vertrag bei den „Roten“ erst Anfang Januar bis 2022 verlängert. Liverpool bleibt jedoch stur und lässt seine Mannschaft nicht los, auch weil sich die Klubs bei der Ablösesumme nicht einig sind.

Coutinhos Herz ist gebrochen, aber er will nicht klein beigeben. So droht der Brasilianer beispielsweise mit einem Streik in der Champions League. Denn nur wenn er nicht mit den „Roten“ in der Gruppenphase der ersten Kategorie auftaucht, könnte er im Falle eines Wintertransfers noch im Achtelfinale für Barça spielen.

Coutinho schlägt am Ende nicht zu, aber das Verhältnis zum Verein und zu Trainer Jürgen Klopp verändert sich nachhaltig. Liverpool ließ den Stürmer von Mohamed Salah und Sadio Mané für 135 Millionen zum FC Barcelona wechseln. Es ist der Beginn von Coutinhos Abstieg: Während die „Roten“ in den Folgejahren Titel um Titel holen, ist Coutinho in Spanien nie wirklich glücklich.

Coutinho und Barça: Das wird keine Liebesgeschichte. Bild: AP / AP

Pierre-Emerick Aubameyang (2018)

Zwangsänderung: ✅

Im Winter 2018 hat der Gabuner Pierre-Emerick Aubameyang beim FC Arsenal einen deutlich lukrativeren Vertrag als bei seinem jetzigen Arbeitgeber Borussia Dortmund, der bis 2021 läuft. Und so streikt auch dieser Stürmerstar.

Vor dem Rückrundenstart gegen Wolfsburg bleibt “Auba” einer “wichtigen Mannschaftsbesprechung” fern und ist deshalb aus disziplinarischen Gründen gesperrt. Mangels Begeisterung strich ihn auch Trainer Peter Stöger kurz vor dem nächsten Spiel aus dem BVB-Kader. Und was macht Aubameyang?

Während seine Teamkollegen beim 1:1 bei Hertha BSC um Punkte kämpfen, spielt sich der Profi-Skandal ab, um mit seinen Geschwistern und Freunden in einer Dortmunder Fußballhalle Spaß zu haben. Er trägt ein BVB-Trikot seines Freundes Ousmane Dembélé, der im vergangenen Sommer beim FC Barcelona streikte. Zwei Wochen später wird sein Wechsel zu den Gunners für 63,75 Millionen Euro bekannt gegeben.

Aubameyang im Dembele-Trikot.foto: picture.de

Antoine Griezmann (2019)

Zwangsänderung: ✅

Antoine Griezmann wird im Sommer 2019 den Trainingseinheiten von Atlético de Madrid fernbleiben. Der Grund: Er brennt darauf, zum FC Barcelona zu wechseln. Die „Rojiblancs“ wollen die Franzosen trotz Ausstiegsklausel nicht loslassen. Denn Griezmann verlängerte seinen Vertrag nur ein Jahr zuvor um fünf weitere Jahre. Feste Ablösesumme: 120 Millionen Euro; im alten Vertrag sollen es allerdings 200 Millionen Euro gewesen sein.

Atlètic gibt an, bereits eine Einigung mit Barça zu den oben genannten Bedingungen erzielt zu haben und erwägt sogar, rechtliche Schritte einzuleiten. Griezmann selbst verlässt die …

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