Auch wenn sich der Krieg verschärft: Der russische Diplomat rechnet nicht mit einem Atomangriff

Obwohl der Krieg eskaliert, rechnet der russische Diplomat nicht mit einem nuklearen Angriff

29.05.2022 13:26

Der russische Botschafter in England bestreitet die Gräueltaten gegenüber Bucha und beschuldigt die Ukraine, Zivilisten getötet zu haben. Eine seiner Äußerungen dürfte den Westen jedoch beruhigen: Einen Atomwaffenangriff nehme er weder in der Ukraine noch in Großbritannien auf sich.

Der russische Botschafter in London, Andrei Kelin, erwartet nicht, dass sein Land Atomwaffen in der Ukraine einsetzt. Nach russischen Militärregeln sei dies nur dann vorgesehen, wenn Russlands Existenz bedroht sei, sagte Kelin in einem Interview mit der BBC. “Das hat nichts mit dem laufenden Betrieb zu tun.”

Auf die Frage, ob er glaube, dass Präsident Wladimir Putin bereit sei, einen atomaren Angriff auf Großbritannien zu starten, wenn der Krieg eskaliere, verneinte der Botschafter. Dieses und ähnliche Szenarien wurden vor einigen Wochen im russischen Staatsfernsehen öffentlich diskutiert.

Angesichts von Beweisen für russische Kriegsverbrechen in der Ukraine hat der russische Botschafter wiederholt die Verantwortung für Moskau zurückgewiesen. „Nichts passiert, es gibt keine Leichen auf der Straße“, sagte Kelin über Berichte über Gräueltaten im Kiewer Vorort Bucha, wo Hunderte von Leichen gefunden wurden, nachdem die Russen im April abgezogen waren. „Unserer Meinung nach ist dies eine Erfindung. Sie wird verwendet, um Verhandlungen zu stören“, sagte Kelin.

“Mögliche Kollateralschäden im Kampf”

Auf Nachfrage gab er an, vor einigen Jahren, während der Maidan-Revolution, der letzte in der Ukraine gewesen zu sein. Was die Bilder der ukrainischen Hafenstadt Mariupol betrifft, so gab der Botschafter zu, dass sie im Kampf zerstört worden sei. Aber auch hier ist Russland kein Vorwurf zu machen. “Kollateralschäden” seien während der Kämpfe möglich, sagte Kelin.

Der Russe hat der Ukraine wiederholt vorgeworfen, Zivilisten in der umstrittenen Donbass-Region getötet zu haben. Russland begründet seine “Sonderoperation” mit der Absicht, die angeblichen Nazis an die Ukraine auszuliefern.

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