Auf die Gaskrise reagiert die Regierung mit einer Informationsoffensive

von. – 06.07.2022 10:30 (akt. 06.07.2022 13:09)

Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) und Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) sprachen am Mittwoch nach der Kabinettssitzung zum Thema Gaskrise. © APA / GEORG HOCHMUTH (Archivbild)

In der Energieversorgungskrise will die Regierung mehr kommunizieren. Das teilte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch nach der Kabinettssitzung mit.

Nachdem der Regierung wochenlang Intransparenz und Untätigkeit in der Energiekrise vorgeworfen wurde, will sie nun mehr kommunizieren. Russlands Krieg gegen die Ukraine habe große Verunsicherung in der Bevölkerung geschaffen, sagte Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch nach der Kabinettssitzung. Daher wurden die zuständigen Ministerien aufgefordert, die Öffentlichkeit periodisch zu informieren. Die Alarmstufe wird zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt gegeben.

„Es sind in der Tat schwierige Zeiten“, sagte Nehammer, und die Bundesregierung wolle Sicherheit und Zuversicht geben. Energie werde von Russland als “Kriegsmittel” eingesetzt, kritisierte Nehammer in einem gemeinsamen Auftritt mit Energieministerin Leonore Gewessler (Grüne) und Wirtschaftsminister Martin Kocher (ÖVP). Dies seien “Angstkampagnen der Russischen Föderation”. Das sorgt für große Verunsicherung in der Bevölkerung.

Auf die Gaskrise reagiert die Regierung mit einer Informationsoffensive

Um der „Angstvertreibung“ entgegenzuwirken, werden das Energieministerium, das Wirtschaftsministerium und das Finanzministerium aufgefordert, regelmäßige Informationen bereitzustellen, darunter Gasspeicherung und -diversifizierung, Infrastrukturprojekte, Beschaffung auf europäischer Ebene und Schritte. bei möglichen Versorgungsausfällen zu treffen.

Bei der Pressekonferenz erinnerten Regierungsmitglieder an die bereits ergriffenen Maßnahmen: Österreich schaffe eine strategische Gasreserve, das Prinzip der Nutzung oder des Verlusts für Abfallentsorgungsanlagen sei eingeführt worden und arbeite daran, die Abhängigkeit zu verringern Russisches Gas durch die Reduzierung erneuerbarer Energien und die Suche nach anderen kurzfristigen Gaslieferanten, bestätigte Nehammer.

Warnstufe des Gasnotfallplans noch nicht erklärt

Derzeit werde die Alarmstufe des Gasnotfallplans nicht ausgerufen, betonte Gewessler noch einmal. Dies greift nur, wenn Speicherziele für die Heizperiode gefährdet sind. Derzeit werden die Speicher mit 44 Terawatt Erdgas pro Stunde gefüllt, was fast der Hälfte des österreichischen Jahresverbrauchs entspricht. Das sei natürlich „kein Grund, still zu sein“, warnte der Minister. Das nächste potenziell kritische Ereignis ist die Wartung der Nord Stream 1-Pipeline ab dem 11. Juli. Gewessler räumte ein, dass niemand zuverlässig vorhersagen könne, was passieren werde, aber Gazprom und Putin könne man ohnehin nicht trauen.

Gewessler ist sich trotz der bereits unternommenen Schritte “sicher, dass es noch nicht vorbei ist, wir brauchen weitere Schritte”. „Es besteht kein Zweifel, dass wir uns in einer ernsten Lage befinden“, sagte Wirtschaftsminister Kocher. Er versicherte jedoch, dass die Interessen Österreichs ständig von Experten überwacht und jede Gelegenheit genutzt werde, um das Land vorzubereiten.

Nehammer wies Kritik zurück, dass Informationen über LNG fehlten

Die Bundeskanzlerin wies die Kritik, es fehle noch an Informationen, etwa über Verträge im Flüssiggasbereich, energisch zurück. Es gibt „fast kein anderes europäisches Land“, das so transparent über Speicherkapazitäten informiert wie Österreich. Es ist ein privater Markt, Sie müssen mit den Informationen vorsichtig sein. Melden Sie bei der Landesgasreserve Erfolge, wenn Sie sie erreicht haben; sonst hört man vielleicht wieder die kritik, dinge nur anzukündigen und nicht umzusetzen. Journalisten sei das seiner Erfahrung nach aber nie gut zu machen, monierte der Kanzler.

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