Mit dem 65-jährigen Günther Ofner wechselt eine kommunale Führungskraft zur ÖBAG. Der gebürtige Burgenländer verfügt über vielfältige Erfahrungen und ist seit 30 Jahren in Vorstandspositionen tätig. Er hat Erfahrung mit börsennotierten und nicht börsennotierten Unternehmen. Der gut vernetzte Ofner soll laut Aufsichtsratskreisen eine stärkere Brücke zu Industrie und Wirtschaft schlagen. Außerdem ist er Mitglied im Bundesvorstand des Industriellenverbandes.
Ofner verfügt über umfangreiche Erfahrung in den Bereichen Energie, Telekommunikation, Immobilien, Logistik, Infrastruktur und Finanzen. Er begann seine Karriere in der Versicherungswirtschaft bei der Volksfürsorge Jupiter und wechselte in die Energiewirtschaft. Zuerst im Verbund, dann in der Bewag im Burgenland. Nach einem Intermezzo in der Telekommunikationsbranche (UTA Telekom AG) ging Ofner für die börsennotierte EVN nach Mazedonien und leitete den Bereich M&A. Seit 2011 ist er Vorstand der Flughafen Wien AG, wo es ihm und seinem Vorstandskollegen Julian Jäger gelang, das Unternehmen nach dem Skylink-Skandal und heftigen Turbulenzen zu beruhigen.
Ofner gilt auch als erfahrenes Aufsichtsratsmitglied. Er ist Aufsichtsratsvorsitzender der Hypo Niederösterreich, Vizepräsident der Flugsicherung der Austro Control und des Verbandes Wiener Städtische sowie des Wirtschaftsausschusses der Statistik Austria (deren Vorsitzender Kern ist). Gut möglich, dass Ofner nun die eine oder andere Aufsichtsratsmandate aus Kapazitätsgründen niederlegt.
Politisch sieht sich der langjährige Mitarbeiter Ofner als Urgestein der ÖVP mit starken Wurzeln in Niederösterreich. Neben seiner Geschäftsführung war er elf Jahre lang Geschäftsführer des der ÖVP angegliederten Friedrich-Funder-Instituts für Journalistenausbildung und Medienforschung und von 1984 bis 1992 dessen Stellvertreter. Direktor der Politischen Akademie Übrigens wird gemunkelt, dass die anderen Vertreter der ÖBAG-Kapitale nicht die Absicht haben, ihre Aufsichtsratsmandate niederzulegen. Dem Gremium gehören Ex-Hofer-Chef Günther Helm, Industriemanagerin Iris Ortner, CEO von IGO Industries, Wärmepumpenhersteller Karl Ochsner, Ex-Bankerin Susanne Höllinger und Rechtsanwältin Caroline Toifl an.