von. – 09.06.2022 16:43 (akt. 09.06.2022 19:19)
Prorussische Separatisten haben drei ausländische Kämpfer der ukrainischen Armee zum Tode verurteilt. © AP-Foto
Zwei Briten und ein Marokkaner, die an der Seite der Ukraine gekämpft hatten und gefangen genommen wurden, sind von einem Gericht in der prorussischen esparatistischen Region Donezk zum Tode verurteilt worden.
Der Oberste Gerichtshof der Volksrepublik Donezk (DVR) hat drei ausländische Kämpfer in den Reihen der ukrainischen Streitkräfte als Söldner zum Tode verurteilt. Nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur TASS soll die Todesstrafe für “alle Verbrechen zusammengenommen” verhängt werden. Die Angeklagten sind zwei Briten und ein Marokkaner. Sie können das Urteil noch innerhalb eines Monats anfechten.
Separatisten verurteilen Ausländer in der ukrainischen Armee zum Tode
Der Prozess gegen die drei Männer begann am Mittwoch weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Ihnen werden gewalttätige Akte der Machtergreifung vorgeworfen. Laut Gericht haben die Angeklagten „ihre Schuld eingestanden“. Einer der Männer “gab auch zu, für Terroranschläge ausgebildet worden zu sein”.
Die Briten wurden in der Hafenstadt Mariupol gefangen genommen
Die beiden Briten wurden Mitte April im Hafen von Mariupol im Südosten der Ukraine von pro-russischen Streitkräften gefangen genommen. Laut Medien hatten die beiden vor dem Krieg in der Ukraine gelebt und waren auch verheiratet.
Ausländer kämpften Seite an Seite mit der ukrainischen Armee
Nach der russischen Invasion kämpften sie an der Seite der ukrainischen Armee. Allerdings hat die russische Führung in der Vergangenheit immer wieder erklärt, dass sie Ausländer grundsätzlich als Söldner betrachtet. Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konashenkov, drohte kürzlich, dass sie nicht als Kämpfer gelten und nicht den internationalen Gesetzen zum Schutz von Kriegsgefangenen unterliegen würden.
Das Todesstrafenmoratorium gilt nicht für separatistische Republiken
In Russland gilt ein Moratorium für die Todesstrafe. In den separatistischen Republiken gilt dieses Moratorium jedoch nicht. Laut Medien könnte die Hinrichtung durch Erschießen erfolgen.
Für die außenpolitische Sprecherin der Grünen, Ewa Ernst-Dziedzic, bedeutet das Urteil einen “Völkerrechtsbruch”. Alle Kriegsgefangenen, unabhängig von ihrer Nationalität, müssten gemäß den Genfer Konventionen behandelt werden, sagte er.