Auszeichnung: Anna Baar erhält den Österreichischen Staatspreis 2022

Autorin Anna Baar erhält den mit 30.000 Euro dotierten Österreichischen Staatspreis 2022, teilte Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) an diesem Donnerstag mit. Der Staatspreis wird jährlich auf Vorschlag des Kunstsenats verliehen und gilt als höchste kulturelle Auszeichnung der Republik. Baar, 49, folgt auf die bildende Künstlerin Martha Jungwirth, die im vergangenen Jahr die Ehrung erhielt.

Baar, geboren am 25. Mai 1973 in Zagreb, wuchs zweisprachig in Wien und Klagenfurt auf und studierte zunächst Medizin, die er bald wieder abbrach. Anschließend absolvierte sie Slawistik, Publizistik, Theaterwissenschaft und Medienarbeit, die sie auch nach ihrer Promotion 2008 als Autorin weiterführte.

Das Debüt

Der breiten Öffentlichkeit begegnete Baar erstmals im Jahr 2015. Damals las die junge Autorin beim Ingeborg-Bachman-Preis Auszüge aus ihrem später erschienenen Debütroman «Die Farbe des Granatapfels» über ein Kind zwischen zwei Kulturen. Und in diesem Jahr kehrte er zum Bachmann-Preis zurück – mit dem traditionellen „Klagenfurter Literaturdiskurs“, den er unter dem Motto „Wahrheit ist Frechheit“ an den Beginn seiner Lesung stellte.

Bereits 2017 hatte Baar mit dem Roman „Als ob sie träumten“ über die Lebensgeschichte eines Kriegshelden den Theodor-Körner-Preis erhalten. Und sein letztes Jahr erschienener Roman „Nil“, der mit scharfer Sprache einen Prozess der Selbstfindung schildert, schaffte es in die Finalliste des Österreichischen Buchpreises.

„Anna Baar glaubt an die Kraft der Literatur. Sie ist eine Autorin, die uns mit den Zumutungen der Wahrheit konfrontiert und die es versteht, denen eine Stimme zu geben, die nicht gehört werden“, würdigte Staatssekretärin Mayer die Preisträgerin Preise. “Anna Baar ist eine unverwechselbare Stimme auf der Bühne der zeitgenössischen Literatur.” Als Sprachkünstler beherrscht er auch im digitalen Zeitalter die Fähigkeit, authentische Erfahrungen und Visionen der Gegenwart zu vermitteln.

Der Österreichische Kunstsenat, auf dessen Vorschlag Baar zum Staatspreisträger gekürt wurde, lobte in einer Stellungnahme das große Sprachgefühl der Autorin: „Ihre als Musikstücke komponierten Texte sind voller sprachlicher Schönheit und steigen immer wieder in die Tiefe beklemmenden kafkaesken Abgrund des Albtraums nähern sie sich dem Verhältnis von Realität und Fiktion auf ungewöhnliche Weise. (Wasser)

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