Auto als Alternative – Sommerurlaub: Droht jetzt großes Chaos auf den Straßen?

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Mancherorts beginnen die Sommerferien am Wochenende. Aufgrund der Flugsituation dürften viele ins Auto umsteigen.

Autoren: Benjamin Hostettler und Beni Minder

In vielen Schweizer Kantonen beginnen die Sommerferien. Herr und Frau Schweizer könnten sich nicht mehr freuen, diesen Sommer im Süden Urlaub zu machen. Nach den kronenbedingten Einschränkungen der letzten Jahre verzeichnen Reisebüros wieder eine stark steigende Zahl an Buchungen.

Doch inmitten der großen Vorfreude ziehen dunkle Wolken am Horizont auf. Die Schweiz und andere Fluggesellschaften gaben bekannt, dass bestimmte Flüge wegen Personalmangels gestrichen werden mussten. Auch andere Flughäfen sind von diesem Problem betroffen. Vor allem an den Wochenenden kam es zu turbulenteren Szenen, weil Passagiere an den Check-in-Schaltern Schlange standen und der Check-in nicht hinterherkam. Die Situation dürfte sich in den kommenden Wochen noch verschärfen.

Tipps zur Vermeidung von Staus

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Staus auf Schweizer Strassen sind diesen Sommer unvermeidlich. Was empfiehlt Astra Autofahrern?

  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit die Hauptreisetage von Freitag bis Sonntag und reisen Sie unter der Woche.
  • Gleiches gilt für Fahrten (Tag) in besonders staubetroffene Regionen.
  • Wenn Sie während der Hochsaison reisen müssen, planen Sie genügend Zeit ein und bringen Sie genügend Getränke im Auto mit.

Was jetzt? Es ist davon auszugehen, dass viele Menschen für gewisse Distanzen auf das Auto umsteigen werden. „Die Menschen wollen wieder reisen“, erklärt Thomas Rohrbach, Mediensprecher des Bundesamtes für Straßenwesen (Astra). Aufgrund der aktuellen Situation ist der Umstieg auf das Auto für viele eine Option geworden. “Neben den Problemen an Flughäfen könnten auch schnell eingeführte mögliche Kronenbeschränkungen Gründe sein.” Mit dem Auto sei man viel flexibler und könne sofort handeln, wenn einige Länder neue Maßnahmen einführen, sagt Rohrbach.

Wie jedes Jahr hat Astra ein Statement zu den kommenden Sommermonaten abgegeben. Auch dort ist man überzeugt, dass das Verkehrsaufkommen 2022 überdurchschnittlich hoch sein wird. „Die kumulierte Nachfrage nach kronenbedingten Urlaubsreisen und prognostizierte Luftverkehrsprobleme dürften den Verkehr zusätzlich negativ beeinflussen.“

Auch die Caravaning-Branche erlebt seit dem Ausbruch des Corona-Virus einen Boom. 2021 wurden fast doppelt so viele Camper zugelassen wie vor Corona. Auch im laufenden Jahr hält der Ansturm auf die Camper an. „Wer für die Sommerferien ein Wohnmobil mieten möchte, braucht jetzt Glück bei der Suche nach einem freien Fahrzeug“, erklärt Caravaningsuisse, der Schweizerische Verband des Caravangewerbes.

“Ein paar Tage komplett ausgebucht”

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Bildunterschrift: Schlussstein

Im Sommer könnten auf den Straßen sehr hohe Verkehrsaufkommen erreicht werden. Wie ist es auf der Schiene? SRF News hat bei der SBB nachgefragt.

Spüren Sie eine Zunahme der Buchungen bei der SBB?

Im internationalen Personenverkehr beobachten wir seit Wochen eine stark steigende Nachfrage nach Tag- und Nachtzügen. Bereits zu Ostern / Christi Himmelfahrt / Pfingsten sind mit unseren Zügen mehr Fahrgäste grenzüberschreitend unterwegs als 2019. Auch in den Sommerferien ist die Auslastung auf unseren internationalen Verbindungen sehr gut. Insbesondere Nachtzüge sind bis Mitte August an einzelnen Tagen bereits ausgebucht. Tipp: Bei Reisen an Wochentagen, zum Beispiel dienstags oder mittwochs, sind oft noch Plätze frei. Am Wochenende ist besonders viel los.

Ist die SBB bereit für eine mögliche Karriere?

Die SBB hat sich darauf eingestellt, dass die Kunden auch dieses Jahr wieder ins Ausland reisen werden. Deshalb bieten wir seit März auf allen Verbindungen volle Kapazität an. In den letzten Jahren haben wir die Kapazitäten im internationalen Personenverkehr deutlich ausgebaut. Beispielsweise wurde die Kapazität in Frankreich durch den Einsatz des zweistöckigen TGV und mehr Verbindungen um 30 Prozent erhöht. In Deutschland haben wir durch den Einsatz des neuen ICE 4 die Kapazität um 20 Prozent erhöht, und wir haben die Verbindung nach München fast verdoppelt. Mit dem Einsatz des Giruno und der Einführung weiterer Verbindungen wurde auch die Kapazität in Italien deutlich ausgebaut. Damit reichen die Kapazitäten aus, um die steigende Nachfrage zu decken. An Spitzentagen oder bei einzelnen Verbindungen kann es natürlich trotzdem zu Engpässen kommen.

Wer noch etwas Spielraum bei der Urlaubsplanung hat, findet kurz nach der Hauptreisezeit bis in die Herbstferien noch freie Kapazitäten. „Daher gelingt es der Caravaning-Branche aufgrund der aktuellen Situation (Flugprobleme) einer steigenden Nachfrage nach Mietmobilheimen nur teilweise Buchungen zu generieren.“

Wie voll sind die Straßen?

Steigt das Verkehrsaufkommen, steigen auch die Dörfer und Städte rund um die Nationalstraßen. „Es ist wichtig, bei Staus auf der Autobahn nicht auf Nebenstraßen auszuweichen.“ Dieser Alternativverkehr verspanne laut Rohrbach die Menschen in den Dörfern entlang der Bundesstraßen und führe letztlich zu einem Verkehrskollaps in den Regionen. Zeit spart man so sowieso nicht. “Auf der Autobahn löst sich der Stau schneller auf.”

Auf das hohe Verkehrsaufkommen will sich der Astra nicht festlegen. Sicher ist jedoch, dass in diesem Jahr auf den Schweizer Strassen überdurchschnittlich viel Verkehr herrscht. „Wir haben selten ein so hohes Verkehrsaufkommen wie an Pfingsten erlebt“, sagt Rohrbach.

Ob Urlaubsreisen 2022 für neue Staus sorgen, bleibt in den kommenden Wochen abzuwarten.

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