“Ich mag Mutationen überhaupt nicht”
Crown-Experte alarmiert von der neuen Variante
Die Variante Corona BA.2.75 ist auf dem Vormarsch: Im Juni in Indien entdeckt, wurde sie inzwischen in sieben Ländern nachgewiesen. Forscher sind besorgt. Denn die neue Variante hat acht Mutationen und könnte so eine weitere Infektionswelle auslösen.
Veröffentlichung: 15:37 Uhr
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Aktualisiert: 15:47 Uhr
Zuerst in Indien entdeckt, wurde es inzwischen in sieben Ländern nachgewiesen, darunter auch in Deutschland. Die im Juni entdeckte Variante Corona BA.2.75 breitet sich rasant aus und bereitet Forschern schlaflose Nächte, wie „Focus“ berichtet.
Die Variante ist hoch ansteckend. I: Zeigt eine alarmierende Anzahl von Mutationen. „Noch bevor wir die BA.5-Welle beenden, sollten wir uns vielleicht auf die nächste vorbereiten“, sagt Molekularbiologe Ulrich Elling von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften zu „Focus“. Auch in der Schweiz steigen die Kronenzahlen seit März stetig an. Unter anderem, weil die dominante Variante BA.2 die bisherige omicron-Mutation BA.1 abgelöst hat.
Das beunruhigt den Biologen. „Mir gefallen die beobachteten Mutationen überhaupt nicht“, sagt Elling. In Deutschland ist derzeit die omicron-Variante BA.5 vorherrschend. Dies könnte sich jedoch mit der aufsteigenden BA.2.75 schlagartig ändern.
Zahlen in Griechenland explodieren
Im Vergleich zum Vorgänger BA.2 weist die neue Variante acht Mutationen im Ohrprotein auf. Auch dies könnte eine neue Infektionswelle auslösen. Zum Vergleich: Der Vorgänger BA.2 hatte nur drei Mutationen.
BA.2.75 macht derzeit jedoch einen geringen Anteil der Infektionen aus. Daher kann noch nicht abgeschätzt werden, welchen Einfluss die Variante auf die Pandemie haben wird.
Unterdessen explodieren die Zahlen in Griechenland. Überall an touristischen Orten nehmen neue Kroneninfektionen wieder zu. Experten zufolge gibt es aber auch Positives zu berichten: Intensivstationen seien trotz steigender Infektionszahlen bisher nicht stärker belastet worden.
BAG stärkt Abwasserkontrolle
Auch in der Schweiz sind die Infektionen seit Mitte Juni stark angestiegen. Die Bundesregierung macht sich darüber keine Sorgen. Die Lage in den Krankenhäusern und insbesondere auf den Intensivstationen ist ruhig. «Die Situation ist stabil», sagte Céline Gardiol, Leiterin der Sektion Infektionsschutz- und Impfprogramme beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), am Dienstag. Trotz der hohen Fallzahlen und des Anstiegs der Positivitätsrate ist die Situation nicht besorgniserregend.
Allerdings ist laut Bundesregierung in den kommenden Wochen und Monaten Vorsicht geboten. Das BAG stellt den Kantonen die notwendigen Informationen zur Verfügung. „Wir haben die Abwasserüberwachung verstärkt“, sagte Gardiol. Mittelfristige Prognosen bleiben jedoch schwierig.
Die Genfer Virologin Isabella Eckerle (42) plädiert wegen der steigenden Zahl für Kronenmassnahmen wie das Tragen einer Maske. Denn: „Ein Minimum an Maßnahmen kann die Inzidenz verringern und so die Folgen der Krankheit verhindern“, schreibt er auf Twitter. Es gibt keine Möglichkeit, weitere Maßnahmen zu vermeiden. “Entweder gibt es wieder behördliche Einschränkungen, oder das Virus sorgt für Einschränkungen, weil zu viele Menschen gleichzeitig erkrankt sind.” (dzc)