Bachmann-Preis: Barbara Zeman nimmt am Vorlesewettbewerb teil

Der dreitägige Lesewettbewerb beginnt am 23. Juni mit einer Reihe von Neuerungen. Die österreichischen Kandidaten sind Barbara Zeman, Elias Hirschl und der wahlfrei in Wien lebende Leon Engler.

So vielfältig wie selten ist das diesjährige Teilnehmerfeld der 46. Deutschsprachigen Literaturtagung in Klagenfurt. Die 14 Autorinnen und Autoren stammen aus unterschiedlichen Kulturen: Barbara Zeman und Elias Hirschl stammen aus Österreich, Leon Engler, der Wahl-Wien hat. Nach zweijähriger Pause wird der Bachmann-Preis-Lesewettbewerb vom 22. bis 26. Juni wieder durchgeführt, wie bisher, Autoren und Jury anwesend, Publikum zugelassen.

Bei der Präsentation der Teilnehmer am Dienstag in Klagenfurt konnten sich die Organisatoren über die Rückkehr zur Normalität freuen. ORF-Regionaldirektorin Karin Bernhard zeigte sich erfreut, dass alle Sponsoren der Veranstaltung die Treue gehalten haben. Direktor und Chief Technology Officer Klaus Wachschütz kündigte an, dass die Lesungen diesmal nicht mehr wie vor der Pandemie im Studio stattfinden werden. „Wir bauen eine Bühne im Garten auf, die Lesungen werden künftig in den Raum übertragen. Hier sitzt die Jury, deren Debatte wie in den Vorjahren in den Garten übertragen wird.

Neun zu eins Punkte für die Kandidaten

Neu ist auch die Ermittlung der Gewinner. Veranstalter Horst L. Ebner: „Nach den Lesungen und Debatten geben die Jurymitglieder dem Rechtsberater ihre persönliche Bewertung. Sie vergeben erneut einen Punkt an die Kandidaten, die ihrer Meinung nach die Auszeichnung verdient haben.“ Der Rechtsberater fasst die Ergebnisse dann zusammen und erstellt daraus die Gewinnerliste des Wettbewerbs, so Ebner. Die Liste ist nur bis zur abschließenden öffentlichen Sitzung bekannt, die Gewinner werden nacheinander in der Sitzung am Sonntag bekannt gegeben. Bei Gleichstand entscheidet die Jury.

Barbara Zeman aus dem Burgenland erschien 2019 ihr Debütroman „Immerjahn“, in dem sie das Leben einer Kunstsammlerin erzählt (>> hier für das Magazin „Presse“). Zeman ist 41 Jahre alt und lebt als Elias Hirschl in Wien. Erfolgreich war der Autor im Vorjahr mit „Salon fähig“, einer Satire auf die Slim-Fit-Generation (>> lesen Sie mehr dazu: Plötzlich ein politischer Autor: Ein Roman über die Kanzlerin als Heilsbringer).

Hirschl, Jahrgang 1994, arbeitet als Autor, Dichter und Musiker. Auch der 1989 geborene Leon Engler, der sich als Theater- und Hörfunkautor einen Namen gemacht hat, hat sich in Wien niedergelassen. Usama Al Shahmani stammt aus der Schweiz, der 1971 in Bagdad geborene Autor musste 2002 wegen eines Theaterstücks in die Schweiz fliehen. Auch Behzad Karim-Khani hat eine Migrationsgeschichte. Er wurde 1977 in Teheran geboren und zog 1986 mit seiner Familie nach Deutschland. Er studierte Medienwissenschaften und lebt heute in Berlin-Kreuzberg, wo er schreibt und die Lugosi Bar betreibt.

Der Dichter Alexandru Bulucz, geboren 1987 in Rumänien, emigrierte 2000 mit seiner Familie nach Deutschland. Hannes Stein, 57, ist ein deutsch-amerikanischer Journalist, Blogger und Autor. Ana Marwan stammt aus Slowenien, die Autorin und Fotografin wurde 1980 geboren und lebt in Niederösterreich. Juan S. Guse, 33, wuchs im Rhein-Main-Gebiet als Sohn einer in Hannover lebenden Argentinierin auf. Clemens Bruno Gatzmaga hingegen ist Wahlwiener; wurde in Düsseldorf geboren und zog 2010 nach Wien.

Mara Genschel, 40, lebt in Berlin und ist Autorin und Performerin. Eva Sichelschmidt lebt ebenfalls in Berlin und teilweise in Rom.Die Autorin, Jahrgang 1970, machte zunächst eine Ausbildung zur Näherin und betreibt ein Geschäft namens „Whiskey & Cigars“. Andreas Moster, Jahrgang 1975, ist freiberuflicher Übersetzer und hat 2017 ihren Debütroman veröffentlicht. Nach Tätigkeiten als Literaturagentin und Texterin ist Leona Stahlmann, 33, heute als freie Autorin tätig.

Wer sitzt in der Jury?

Unverändert blieb die Jury, bestehend aus Präsidentin Insa Wilke, sowie Mara Delius, Vea Kaiser, Klaus Kastberger, Brigitte Schwens-Harrant, Philipp Tingler und Michael Wiederstein. Die Eröffnung der Veranstaltung mit der Ziehung der Lesereihenfolge findet am 22. Juni ab 18 Uhr statt. Anna Baar hält die Klagenfurter Literaturrede mit dem Titel „Wahrheit ist Unverschämtheit“. Der dreitägige Lesewettbewerb beginnt am 23. Juni, die Preisverleihung findet am 26. Juni statt. Gewinner sind der Ingeborg-Bachmann-Preis der Landeshauptstadt Klagenfurt, dotiert mit 25.000 Euro, der Deutschlandfunk-Preis (12.500 Euro), der Kelag-Preis (10.000 Euro), der 3sat-Preis (7.500 Euro) und der Publikumspreis BKS Bank ( 7.000 Euro).

Der gesamte Wettbewerb sowie die Siegerehrung werden live auf 3sat übertragen. Auch Deutschlandradio überträgt den Wettbewerb live. Auch in den sozialen Medien wird ausführlich über die Tage der Deutschen Literatur berichtet.

(APA)

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