Barockzeit Melk begann „Dido und Aeneas“ zu spielen.

Den Auftakt bildete Matthew Lockes „Tempest“-Suite. Der wunderbare Concentus Musicus Wien unter der Leitung seines Leiters Stefan Gottfried und ein Team hervorragender Sängerinnen und Sänger sowie die Poesie und der Bilderreichtum unter der Leitung von Alexander Hauer machten den Abend zu einem außergewöhnlichen Erlebnis. Die tragische Liebesgeschichte zwischen Dido und Aeneas entstand mit unprätentiöser Strenge, Purcells hochsensible und harmonisch gewagte Musik verwirklichte sich dramatisch ausgereift.

Bis ins kleinste Detail wirkte Hauers Inszenierung stimmig: Als der Rothaubenchor – der von Johannes Hiemetsberger bestens einstudierte Smaragd Chamber Choir des Anton-Bruckner-Instituts der Musikuniversität Wien – mit spöttischem Gelächter die böswilligen Intrigen der Bösartigen kommentierte Hexen. , dachte man, ein Gemälde von Jerónimo Bosch vor sich zu sehen. Und als Didos traurige Schlussarie („When I Get On the Ground“) rote Blätter von der Kuppel der Stiftskirche schwebte, geschrieben von Michael Rottmayr alias von Rosenbrunn, war das keineswegs kitschig, sondern im Gegenteil zutiefst berührend wäre ein unendlich resignierter Trailer zu Knefs Song „Für mich soll es rote Rosen regnen“.

Hervorragend sind auch die Gesangsleistungen von Wallis Giunta (Dido), Michael Schade (Aeneas), Johanna Wallroth (Belinda), Olivia Vermeulen (Maga), Lucija Varsic, Momoko Nakajima und Christopher Willoughby. Atmosphärisch sehr schön und raffiniert: die Lichtregie (Patrick Suppan). Ein wirklich sensationeller Abend, zu hören bis 10. Juni in der Ö1 Radiobibliothek, am 5. Juni um 21 Uhr bei ORF III und am 6. Juni um 9:20 Uhr bei 3Ds.

(SERVICE – Internationaler Tag der barocken Federmilch, bis 6. Juni.)

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