Gepostet am 13. Juli 2022, 4:37 Uhr
Basel: Felix war drei Wochen nach seiner Ankunft gesund und tot
Mit elf Monaten wurde der Mestizo auf Anordnung des Tierarztes erschossen. Die Torhüter von Felix sind bestürzt.
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Der Hund Felix wurde drei Wochen nach seiner Ankunft in der Schweiz auf Anordnung des Veterinäramtes geschlachtet.
Privatgelände
Um einen Mikrochip zu ersetzen, den der Tierarzt nicht fand, brachten ihn die Besitzer zu einer tierärztlichen Sprechstunde in Basel. Trotz der Beruhigungsmittel war der elf Monate alte Mestizo sehr gestresst und es kam zu einem Bissvorfall.
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Felix kam aus der Türkei, einem Land mit hohem Tollwutrisiko. Der Bluttest konnte die Wut nicht sicher ausschließen. Die einzige Möglichkeit herauszufinden, ob Felix wütend war, bestand darin, sein Gehirngewebe zu untersuchen.
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Drei Wochen nachdem der Hund Felix Mitte Juni aus der Türkei in die Schweiz gebracht wurde, starb das elf Monate alte Kätzchen und wurde auf Anordnung des Veterinäramts Basel-Stadt eingeschläfert. Seine Besitzer Thomas und Oliver sind bestürzt und teilen ihre Geschichte im Internet.
Alle Impfstoffe und Dokumente lagen nach Angaben der Eigentümer am Eingang bereit. Nur der Chip konnte nicht ausgelesen werden. Obwohl Felix aus einem tollwutgefährdeten Land stammt, konnte das neue Familienmitglied dank detaillierter Dokumente in die Schweiz gebracht werden. „Es stammt aus einem Tierheim, das eng mit einer Schweizer Tierschutzorganisation zusammenarbeitet“, sagen die 20-Minuten-Besitzer. Der Verlust lastete schwer auf ihm.
„Felix war noch sehr gespannt, aber er hatte schon große Fortschritte gemacht. Er wurde immer verspielter, anhänglicher und zudem war er für Dritte nicht sichtbar“, sagen die Basler. Um den unleserlichen Chip zu ersetzen, baten beide um einen Termin bei einer tierärztlichen Sprechstunde in der Stadt. „Wir haben Felix nach Anweisung vorab Beruhigungsmittel gegeben. Allerdings war er noch sehr nervös, als wir beim Tierarzt ankamen. Vor der Blutentnahme haben ihm die Mitarbeiter sicherheitshalber einen Maulkorb angelegt aus. er hatte im Vorfeld zugesagt“, so die beiden Torhüter weiter.
„Der Hund konnte nicht entkommen“
Der verängstigte Felix musste von vier Mitarbeitern festgehalten werden, die Schnauze wurde gelöst und ein Mitarbeiter wurde nach Angaben der Wachen gebissen. „Wir bedauern natürlich sehr, dass die Mitarbeiterin der Praxis von Felix gebissen wurde und hoffen, dass sie bald wieder gesund wird. Aber es passierte in einer Extremsituation, in der der Hund keine Fluchtmöglichkeit hatte“, sagt das Paar.
Der Vorfall des Bisses wurde dem Veterinäramt gemeldet, das das Tierseuchengesetz durchführt. Wenn die Einreisebestimmungen nicht erfüllt sind, zum Beispiel der Chip fehlt und der Hund nicht eindeutig identifiziert werden kann, kann die Behörde die Schlachtung des Tieres anordnen. Serafin Blumer, Leiterin Tiergesundheit beim kantonalen Veterinäramt, sagt auf Anfrage: «Bei einer Übertragung der Tollwut vom Tier auf den Menschen verläuft die Krankheit bei ungenügender Immunität immer tödlich. Tollwut lässt sich nur mit einer zuverlässigen Untersuchung des Hirngewebes diagnostizieren.» .
Laut Bluttest von Felix sei die Wut nicht auszuschließen, so Blumer weiter. Die einzige Möglichkeit sicherzustellen, dass das Tier keine Infektion und damit keine Übertragung stattgefunden hat, war, Felix einzuschläfern und sein Gehirngewebe zu untersuchen. „Die Euthanasie erfolgte mit Zustimmung des Besitzers“, sagte Blumer. Die Analyse brachte der gebissenen Frau Erleichterung: Felix hatte keine Wut. Aber die Wächter verstanden die Welt nicht mehr.
Darauf müssen Sie bei der Einfuhr von Hunden achten
Laut Broschüre „Augen auf beim Hundekauf“ (Bundesamt für Veterinärwesen) gibt es vor dem Hundekauf einiges zu beachten. Wichtig ist, vorher abzuwägen, ob dem Hund ein artgerechtes Leben geboten werden kann, ob der Charakter des Hundes bekannt ist und ob er bereit ist, sich zehn bis 15 Jahre dem Tier und seiner Aufzucht zu widmen. Außerdem sollte auf die Seriosität des Anbieters geachtet werden. Der illegale Hundehandel wird europaweit als Problem angesehen. Auch Hunde in der Schweiz müssen einen Chip haben und zentral registriert sein. Bei der Einfuhr von Tieren aus dem Ausland ist besondere Vorsicht geboten. Bei der Einreise benötigt der Hund einen Ausweis (Mikrochip), einen Heimtierausweis und eine gültige Tollwutimpfung (mindestens 21 Tage vor der Abreise).
Das Paar will die Entscheidung juristisch anfechten
Thomas und Oliver wollen den Eingriff nicht hinnehmen. Der 27-Jährige und der 23-Jährige sammeln nun über eine eigens eingerichtete Website Geld, um rechtlich gegen die Entscheidung vorzugehen. “Wir mussten uns widerwillig per Telefon auf Euthanasie einigen, die sowieso stattgefunden hätte. Inzwischen ist Felix in Vollnarkose und wir sollten so gut sein, zuzustimmen, bevor er unnötig aufwacht”, sagte er dem Paar.
Auch die Gegenvorschläge, Felix länger in Quarantäne zu halten oder dauerhaft einen Maulkorb zu tragen, wurden nicht gehört. „Uns ist bewusst, dass Fehler passieren können. Wir wollen aber, dass er Verantwortung für sie übernimmt und dass die verängstigten Tiere anders behandelt werden“, so die schlechten Besitzer weiter.
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