Veröffentlicht am 6. August 2022, 10:17 Uhr
Basel: „Liebe Mutter“: Ein verunglückter Bankier machte als Postkarte die Runde
Als der Bankier Alfred La Roche am 24. Juli 1903 mit seinem Mercedes in den Rhein flog, meldete die ganze Schweiz den «ersten spektakulären Autounfall» in Basel. Sogar das Ereignis wurde auf Postkarten festgehalten.
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„Liebe Mutter“, beginnt der Brief auf der Postkarte über den Unfall. Der Mercedes wird nach seiner Rettung aus dem Rhein gezeigt. Der Basler Bankier Alfred La Roche-Iselin war am 24. Juli 1903 in einen schweren Autounfall verwickelt.
Sammlung Eugen Schwarz
Eine Zeichnung zeigt, wie der Bankier und sein Passagier in den Rhein gestürzt sein könnten. Die Darstellung wurde auch als Postkarte verwendet.
Sammlung Eugen Schwarz
Diese Postkarte zeigt den Ort des spektakulären Unfalls. Die Markierungen wurden wahrscheinlich später vom Absender der Karte hinzugefügt.
Sammlung Eugen Schwarz
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Am 24. Juli 1903 war Basel Schauplatz eines spektakulären Autounfalls. Der Bankier Alfred La Roche-Iselin durchbrach mit seinem Mercedes das Geländer der Wettsteinbrücke und landete im Rhein.
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Das Ereignis beherrschte tagelang die Schlagzeilen der Schweizer Presse.
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Das Ereignis wird auch auf Postkarten festgehalten. Diese hatten zu Beginn des Jahrhunderts einen besonderen Zweck.
Am 24. Juli 1903 raste der Bankier Alfred La Roche-Iselin in seinem Mercedes über die Wettsteinbrücke in Basel, als er versuchte, einem Tram auszuweichen und dabei die Kontrolle über sein Auto verlor. Das Auto durchbrach das Geländer der Eisenbrücke und stürzte in den Rhein. La Roche und sein Beifahrer, der Gipshändler Paul Ruf, konnten aus dem Fahrzeug springen und wurden vom anwesenden Schiffer-Club aus dem Rhein gerettet.
Die dramatische Szene wurde in einer Zeichnung festgehalten, die als Postkarte verschickt werden konnte. Fotos des Autounfalls, die tagelang landesweit Schlagzeilen machten, wurden auch auf Postkarten gedruckt. 1905 wurden über 83 Millionen Postkarten in die Schweiz verschickt, 1913 waren es 112,5 Millionen. Das Versenden von Postkarten war billiger als ein Telegramm, und die Post wurde immer noch mehrmals täglich zugestellt. Es sei sogar möglich, noch am selben Tag einen Termin zu vereinbaren, schrieb die NZZ vor zehn Jahren in einem Abgesang auf die Postkarte.
WhatsApp um die Jahrhundertwende
Postkarten waren so etwas wie das Whatsapp der Jahrhundertwende. Und Postkartenverlage lieferten neue Motive ans Band, auch über Unfälle wie den Autounfall in Basel. Ihre Briefe erreichten Rheineck, Köln oder Biel. So sieht es zumindest auf der Rückseite der drei Karten aus, die in die Sammlung von Eugen Schwarz gelangt sind. Der Basler Bieter teilte seinen Archivschatz 20 Minuten nach der Lektüre des Artikels über den Unfall Ende Juli mit.
Die Schrift auf den Karten ist manchmal schwer zu lesen. Auffallend ist jedoch, dass der Text keinen Bezug zum dargestellten Ereignis hat. Auf der Karte mit dem Bild des Unfalls schickte eine Mutter ihrem Sohn Arthur in Köln die Nachricht, dass sie ihm ein Geschenk gemacht hatte. „Es ist klein, aber ich hoffe, es gefällt dir“, lässt er sie wissen.
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