Basel: „vernachlässigte Ruine“ – Kanton zieht dabei die Fäden

Veröffentlicht 30. Juni 2022, 15:30 Uhr

Das denkmalgeschützte «La Torre» in Basel verrottet seit Jahren. Nun hat der Kanton genug und droht, die Ruine selber zu sanieren und den Eigentümer zur Kasse zu bitten.

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Das alte Restaurant «La Torre» im Basler Bruderholz hat der Besitzer seit der Unterschutzstellung verkommen lassen.

20 min / Lukas Hausendorf

Jetzt hat die Ecke genug. Es gibt dem Eigentümer 30 Tage Zeit, um selbst zu handeln. Sonst macht es die Ecke von selbst …

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… und senden Sie die Rechnung an den Eigentümer.

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Die Villa, in der sich einst das Restaurant «La Torre» befand, verfällt seit Jahren im Basler Bruderholzquartier. Der Besitzer will das Haus von 1926 abreißen und auf dem Grundstück ein neues bauen. Doch 2020 wurde es unter Schutz gestellt, nachdem sich der Anwohnerverband gegen die Pläne des Gebäudes gewehrt hatte. Seitdem hat der Besitzer das Haus fallen gelassen, wahrscheinlich aus Protest, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass es von selbst einstürzt.

Der Kanton hat nun die Kordel entfernt und dem Eigentümer ein letztes Ultimatum gestellt. Wie das Bauamt am Donnerstag mitteilte, hat der Mann 30 Tage Zeit, um dringende Rettungsarbeiten im Dorf durchzuführen. Tut er das nicht, macht es der Kanton selber und bringt ihm die Rechnung.

All dies muss getan werden

Die Liste der vom Bauamt geplanten Instandsetzungsarbeiten offenbart den miserablen Zustand des historischen Dorfes. Zerbrochene Fenster müssen ersetzt, Sprühfarbe entfernt, Putz für die Fassade und ein Geländer repariert, ein Loch im Dach repariert und die Fläche gereinigt werden.

Die Kosten belaufen sich gemäss Angeboten auf 50’000 Franken. Das sind Reformen, die nötig sind, um zu verhindern, dass das denkmalgeschützte Gebäude innerhalb von 20 Minuten weitere Schäden erleidet, wie Sarah Mesmer vom Bauamt sagt.

Klare Worte vom Nachbarschaftsverein

Der Nachbarschaftsneutrale Verein Bruderholz ist bestürzt über den Zustand des Gebäudes. In einem offenen Brief an die Regierung forderte er Mitte Juni sofortiges Handeln des Regierungsrates. Der Brief enthält Wörter wie “Schandfleck” und “schlampiges heruntergekommenes Gebäude”.

Der Streit um die Zukunft von „La Torre“ wird von einem Streit vor Gericht begleitet. Der Vermieter streitet derzeit mit dem Bundesgericht um sein Bauvorhaben. Das Urteil steht noch aus, aber höchste Instanz hat bereits erklärt, dass keine aufschiebende Wirkung besteht. Die Parteien müssen also nicht warten.

Haben Sie oder jemand, den Sie kennen, Fragen zu Miete oder Pacht?

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