Bayern ermittelt wegen exorbitanter Preise gegen millionenschwere Schweizer Masken

Zu Beginn der Corona-Krise waren Masken knapp und der Bedarf groß und dringend. Das Schweizer Unternehmen Emix der jungen Zürcher Unternehmer Jascha R.* und Luca S.* lieferte Schutzmaterial gegen die Krone und machte die Gründer zu Milliardären. Die stolzen Auszeichnungen in der Schweiz und in Deutschland sorgen jedoch bis heute für heftige Diskussionen.

Wie die Luzerner Zeitung schreibt, schießt die bayerische Regierung nun auf Jungunternehmer. Die Preise seien nicht marktgerecht, sondern „exorbitant“. Währenddessen brachte er die beiden zum Schreien.

„Der größte Polit-Skandal der bayerischen Geschichte“

Emix lieferte Kronenschutzmaterial im Wert von fast 700 Millionen Euro an die Bundesländer Bayern, Nordrhein-Westfalen und das Bundesgesundheitsministerium. Sie sollen zwischen 100 und 200 Millionen Euro Gewinn gemacht haben. Der Freistaat Bayern, der Masken für 8,9 Millionen Euro gefordert hatte, lässt den Kauf von Masken durch eine Untersuchungskommission prüfen. Dies sei “die Aufklärung eines der größten Polit-Skandale in der Geschichte Bayerns”.

Der bayerische Untersuchungsausschuss hat auch Jascha R. * und Luca S. * eingeladen, die sich nicht als Schweizer Bürger ausgeben müssen. Aber sie erschienen nicht. Bayern drängt deshalb auf ein Prozesskostenhilfeersuchen und wird dabei von den Schweizer Behörden unterstützt. Es ist mindestens eine schriftliche Erklärung erforderlich. Die Schweiz prüft derzeit den Antrag.

Emix bestreitet die Vorwürfe

Auch in der Schweiz werden derzeit verschiedene Verfahren durchgeführt. Die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte Zürich III prüft, ob die Preise “Wucher” waren. Eine interne Prüfung des Verteidigungsministeriums im Frühjahr 2021 habe “starke Anzeichen” dafür gefunden, dass der Bund die Masken zu Marktpreisen gekauft habe. Der Rechnungsprüfungsausschuss des Nationalrats hält diesen Bericht jedoch für „methodisch nicht sachgerecht“. Auch gegen das VBS selbst ermittelt die Bundesanwaltschaft. Sie untersucht, ob Beamte Straftaten begangen haben, um falsche Angaben über Preise und Qualität zu verbreiten. Auch die Entfernung defekter Emix-Masken erfolgte zu spät.

Emix sieht das anders. Sie bestreitet Vorwürfe von überhöhten Preisen und schlechter Qualität. Zu Beginn der Pandemie waren die Kosten äußerst volatil und sehr hoch. Emix weist darauf hin, dass die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München gegen das Unternehmen wegen des Wuchers vor einem Jahr eingestellt wurden, weil kein Anfangsverdacht vorlag. (ihn)

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