von. – 15.06.2022 11:52 (15.06.2022 11:52)
Mit dem Auto in den Urlaub fahren: ÖAMTC warnt vor hohen Sanktionen im Ausland. © Sven Hoppe dpa/lby (Symbolbild)
ÖAMTC warnt: Bei Autofahrten ins Ausland müssen Sie darauf achten, dass nicht nur andere Regelungen als in Ihrem Heimatland gelten, sondern auch die Kosten für Bußgelder deutlich höher ausfallen können.
„Was im Inland tabu ist, sollte grundsätzlich auch im Ausland gelten“, empfahl ÖAMTC-Anwältin Verena Pronebner am Mittwoch. Neben teils hohen Bußgeldern drohen Fahrzeugenteignungen oder sogar Haftstrafen.
Die Strafen für das Fahren im Ausland können hoch sein: Vorsicht ist geboten
Laut dem Experten kann das Fahren unter Alkoholeinfluss drastische Folgen haben. In Italien wird das Fahrzeug ab einem Alkoholgehalt von 1,5 Promille sogar beschlagnahmt, sofern Fahrer und Halter identisch sind. In Spanien muss man 1,2 Promille mit drei Monaten Gefängnis haben. Generell drohen bei Überschreitung der Promillegrenze (meist 0,5 Promille) hohe Bußgelder.
Andere Länder, andere Sitten: Alkohol am Steuer kann zu Haftstrafen führen
Wer nicht angeschnallt ist, muss in Spanien mindestens 200 Euro zahlen, in Griechenland sogar 350 Euro. Auch hier gilt die Helmpflicht für alle Autofahrer, ansonsten drohen hohe Bußgelder oder gar der Führerscheinentzug.
Hohe Bußgelder in Griechenland und Spanien ohne Autogurt
„Wer während der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung telefoniert, muss mit empfindlichen Strafen rechnen. In Frankreich mindestens 135, in Italien 165 und in Spanien mindestens 200 Euro“, sagt der Jurist.
Geschwindigkeitsüberschreitungen im Ausland können teuer werden
Auch Geschwindigkeitsverstöße sind teuer: Das Überschreiten von 20 km/h kostet in Italien mindestens 175 Euro (nachts sogar ein Drittel mehr) und in der Schweiz ebenfalls ab 175 Euro.
Strafen für das „Überfahren“ einer roten Ampel reichen in Deutschland von 90 bis 360 Euro. In Slowenien kostet die Straftat 300 Euro und in der Schweiz umgerechnet etwa 245 Euro.
Falschparker können schnell die Urlaubsstimmung trüben
Falschparken: In Spanien drohen bis zu 200 Euro Bußgeld, in Ungarn bis zu 265 Euro, weiß der ÖAMTC.
Der ÖAMTC empfiehlt, Sanktionen im Ausland vor Ort zu zahlen
„Wenn Sie im Ausland ein Bußgeld erhalten, ist es in der Regel effizienter und günstiger, vor Ort zu bezahlen“, rät Pronebner. In einigen Ländern erhalten Sie auch erhebliche Rabatte. In Spanien beispielsweise wird bei einer Zahlung innerhalb von 20 Tagen nur die Hälfte des Betrages ausgezahlt. In Italien sind 30 Prozent Skonto möglich, wenn das Bußgeld innerhalb von fünf Tagen nach Lieferung bezahlt wird; Wird die Geldbuße jedoch nicht innerhalb von 60 Tagen bezahlt, verdoppelt sich der zu zahlende Betrag.
Offene Sanktionen aus anderen EU-Ländern können gelten
Offene Sanktionen aus anderen EU-Staaten können in Österreich angewendet werden. Daher sollten ausländische Geschwindigkeitsdelikte nicht ignoriert werden. Es ist auch möglich, die Strafe bei der Wiedereinreise in das Urlaubsland geltend zu machen.
Alle Verkehrsregeln und viele weitere Informationen zum Urlaubsland finden Sie in den Länderinformationen des Mobilitätsclubs: www.oeamtc.at/laenderinfo