von. – 29.05.2022 07:00 (29.05.2022 07:00)
Kryptowährungen wurden 2021 bei Betrügern sehr beliebt. © REUTERS / Dado Ruvic / Illustration / Stockfoto
Betrüger werden sich auch 2021 stark auf Kryptowährungen zur Geldwäsche verlassen.
„Trotz erheblicher Kursschwankungen bleiben Kryptowährungen ein bewährtes Mittel zur Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung“, heißt es im am Sonntag veröffentlichten Jahresbericht der Österreichischen Geldwäschereistelle (A-FIU). Kryptowährungen wurden auch in Betrugsfällen verwendet, um die Herkunft von betrügerisch erlangtem Geld zu verschleiern.
Betrüger verwenden kryptografische Gutscheine
Ein neues Phänomen sind kryptografische Gutscheine bis 500 Euro, die in Trafiken, Tankstellen oder Supermärkten gekauft werden können. Um sie einzulösen, benötigen Sie ein benanntes und verifiziertes Konto bei der entsprechenden Handelsplattform. „Kriminellen ist es jedoch gelungen, diese kryptografischen Gutscheine für einen groß angelegten Betrug zu verwenden und gestohlene Gelder durch zahlreiche Transaktionen in der Blockchain zu waschen“, sagte die Behörde.
Die Zahl verdächtiger Kryptowährungstransaktionen hat erheblich zugenommen
Diese kryptographischen Plattformen, sogenannte Virtual Asset Service Provider (VASPs), müssen seit zwei Jahren genau wie Banken Geldwäscheverdächtige melden. Nach 43 Meldungen im Jahr 2020 hat die VASP bis 2021 bereits 250 verdächtige Getränketransaktionen gemeldet.
Die meisten Geldwäscheverdachtsmeldungen kommen jedoch weiterhin aus dem Bankensektor. Im vergangenen Jahr wurden 4.668 der 4.994 Meldungen eingereicht. Notare, Rechtsanwälte, Steuerberater und Wettanbieter spielen mit zwischen sechs und etwa 20 Gutachten eine untergeordnete Rolle.
Die meisten verdächtigen Geldwäschetransaktionen stehen im Zusammenhang mit Betrug. Im Jahr 2021 war dies bei 39 Prozent aller Beschwerden der Fall, gefolgt von Steuerstraftaten mit 12 Prozent und Terrorismusfinanzierung mit 5 Prozent. In 29 Prozent der Geldwäschefälle konnte jedoch keine entscheidende Straftat festgestellt werden. Geldwäsche, Urkundenfälschung und Menschenhandel werden ebenfalls gewaschen.
Geldwäschefall mit anonymen Sparkonten in Salzburg
Der im Bericht erwähnte Fall einer Flachauer Gastfamilie zeigt, dass neben den neuen digitalen Methoden der Geldwäsche auch das gute alte Sparbuch geldwäschetauglich ist, wo es 200 anonyme Sparbücher mit einem Gesamtguthaben von fast drei Millionen Euro. Sie wurden bei einer Hausdurchsuchung gefunden. Das Geld stammte aus jahrelanger Steuerhinterziehung. Die Wahrung der Anonymität sei eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Geldwäsche, schlussfolgern die Forscher in dem Bericht.