24.07.2022
Florian Christoph
Benq bedient mit dem GV30 das untere Ende des Preissegments. Wir haben uns angeschaut, ob sich die 550 Euro gelohnt haben.
Der mobile Beamer muss dank seines Akkus besonders flexibel einsetzbar sein. Dies scheitert jedoch an einem wesentlichen Mangel.
Sommernächte laden zum Betrachten des Sternenhimmels ein. Wenn Ihnen das zu langweilig ist, möchten Sie vielleicht Ihr eigenes „Kino unter den Sternen“ machen. Dazu braucht man vielleicht einen nicht allzu teuren Beamer, der auch mal ohne Netzkabel funktioniert.
Genau das soll der Benq GV30 bieten, nämlich einen kleinen und handlichen Projektor mit eingebautem Akku und Lautsprechern, der sich leicht transportieren und aufstellen lässt. Wir haben uns den tragbaren Mini-Beamer angesehen, um zu sehen, ob er wirklich hält, was er verspricht.
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Profi
- Akzeptable Bildqualität
- Integrierter Akku
- Automatischer Fokus
- Android-TV 10
- Inklusive praktischer Tragetasche
Gegen
- Geringe Helligkeit bis zu 300 ANSI-Lumen
- Automatische Trapezkorrektur nur vertikal
- Keine native Netflix-Unterstützung
- Der Akku hält nicht lange
- Native Bildschirmauflösung nur bis zu 720p
Ungewöhnliche Perspektive
Der abgerundete Projektor ist auf einer Art losem Sockel befestigt. Dadurch ist das Gerät besonders mobil und flexibel einsetzbar. Mit dem Drehmechanismus lässt sich der Neigungswinkel schnell und einfach verstellen, wodurch ungewöhnliche Betrachtungswinkel möglich werden. Ein vertikaler Projektionswinkel von bis zu 135 Grad wird unterstützt.
Die Verarbeitung der Materialien wirkt hochwertig. Insgesamt macht der Projektor einen absolut robusten Eindruck. Oben befinden sich insgesamt 4 Tasten für die nötigsten Funktionen, ansonsten dient die kleine Fernbedienung zur Steuerung.
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BenQ GV30
- Abmessungen und Gewicht: 120 x 195,8 x 185 mm, 1,6 kg
- Lichtquelle: LED (DLP)
- Helligkeit: 300 ANSI-Lumen
- Wurfverhältnis: 1,20:1
- Bildschirm: 30 bis 120 Zoll; 16:9 nativ; 720p (1280 x 720), (unterstützt Eingang bis zu Full HD 1920 x 1080)
- Audio: integrierter Lautsprecher 2x 4W
- Akkulaufzeit: zwischen 2 und 2,5 Stunden
- Betriebssystem: Android TV 10
- Anzeige: 1x USB-C (Display Port), 1x HDMI In, 1x 3,5mm Klinke Audio Out
- Sonstiges: Fernbedienung mit Google Assistant, Autofokus, automatische 1D (vertikale) Trapezkorrektur, Etui inklusive
- Verbindungen: WLAN 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.2, Chromecast, AirPlay
- Preis: gesehen ab 549 Euro / 599 Euro (UVP)
auf der Website des Herstellers
Benq GV30
© Benq
Den richtigen Ort finden
Das Design des Beamers suggeriert ein besonders flexibles Gerät, doch einen geeigneten Platz zu finden, erweist sich als gar nicht so einfach. Denn der GV30 muss exakt im rechten Winkel zur Projektionsfläche stehen. Dies liegt daran, dass es nur die automatische vertikale Trapezkorrektur unterstützt.
Wenn Sie den Projektor schräg zur Projektionsfläche aufstellen, werden Sie keine Möglichkeit finden, das Bild entsprechend einzustellen. Die vertikale Keystone-Korrektur funktioniert jedoch problemlos und wird automatisch durchgeführt. Zusätzlich wird das Bild mit der Autofokus-Funktion automatisch geschärft, was ebenfalls tadellos funktioniert.
Inbetriebnahme und Betriebssystem
Benqs GV30 basiert auf Android TV 10. Insofern ist es besonders einfach, den kleinen Beamer zum Laufen zu bringen. Über das Betriebssystem haben Sie auch Zugriff auf den Google Play Store, über den zahlreiche Anwendungen installiert werden können.
Ein großer Wermutstropfen kristallisierte sich jedoch schnell heraus: Netflix wird vom GV30 nicht unterstützt, lässt sich also nicht einfach über den Google Play Store installieren. Es gibt aber auch andere beliebte Streaming-Apps: Disney+, Amazon Prime Video, YouTube oder die ORF TVthek.
Benq GV30: Lieferumfang
© Benq
Netflix auf dem Benq GV30
Benq ist sich der Netflix-Problematik bewusst und bietet eine Lösung, um den beliebten Streaming-Dienst auch ohne Netflix-Zertifizierung auf dem Beamer zum Laufen zu bringen. Diese Umgehung erfolgt über einen Drittanbieter-App-Store, eine separate Steuerungs-App auf dem Smartphone und die Installation einer Netflix-APK auf dem Projektor, was die üblichen Sicherheitsbedenken aufwirft.
Das größte Problem mit der Lösung von Netflix ist jedoch, dass sie einfach nicht funktioniert. Die Anwendung kann installiert und gestartet werden. Es ist jedoch nicht möglich, die Streaming-App mit der Fernbedienung zu navigieren, und die Smartphone-Steuerungs-App kann nicht mit dem Projektor verbunden werden. Folglich führt der Umweg nirgendwo hin.
Um Netflix auf dem Benq GV30 anzusehen, müssen Sie jedoch einen externen Play-Stick anschließen. Netflix-Inhalte können auch über die integrierte Chromecast-Schnittstelle auf den Projektor gestreamt werden. Ich habe zum Beispiel einen Fire TV Stick per HDMI angeschlossen, was wunderbar funktioniert hat.
Benq GV30
© Benq
Im Alltag: Bildqualität und Bedienbarkeit
Die Bildqualität des Benq GV30 würde ich als passabel aber brauchbar bezeichnen. Es löst „nur“ maximal mit 720p auf, Farben werden mit halbwegs mittelmäßiger Farbtiefe dargestellt und sind nicht so satt. Die Kontraste sind gut.
Auch die Helligkeit ist mit maximal 300 ANSI-Lumen recht schwach – Kinofeeling bei Tageslicht ist absolut ausgeschlossen. In einem komplett dunklen Raum ist die Helligkeit aber durchaus ausreichend. Es sollte jedoch keine zusätzliche Lichtquelle im Raum sein.
Relativ guter Klang
Durch den eingebauten Lüfter, der permanent läuft, hat der Beamer ein relativ lautes Betriebsgeräusch. Dieser wird jedoch meist vom Soundtrack von Filmen und Serien übertönt. Der Sound der eingebauten Lautsprecher ist relativ gut, könnte aber stellenweise etwas lauter sein.
Benq GV30
© Benq
Nutzbarkeit im Alltag
Die Bedienbarkeit des Betriebssystems hängt maßgeblich von Android TV 10 ab. Wirkliche Kritikpunkte gibt es diesbezüglich nicht. Die Fernbedienung ist minimalistisch gehalten und orientiert sich an den üblichen Fernbedienungen regulärer Streaming-Sticks. Eine Bedienung ohne Blick auf die Tasten ist nach kurzer Zeit kein Problem.
Dass Netflix nicht nativ unterstützt wird, ist der Usability absolut nicht zuträglich. Es gibt mehrere Möglichkeiten, Netflix-Inhalte zu streamen, aber diese Umwege sind der Benutzerfreundlichkeit nicht zuträglich – wer will schon einen weiteren Streaming-Stick an ein smartes Streaming-Gerät anschließen oder einen Workaround mit 3 verschiedenen Apps angehen.
Je nach Abstand zur Projektionsfläche ermöglicht der GV30 eine Bildschirmdiagonale zwischen 30 und 120 Zoll. Das projizierte Ergebnis ist scharf und von akzeptabler Qualität sowohl auf kurze Entfernung als auch auf die maximal mögliche Entfernung.
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