2.06.2022 12:37 (Akt. 2.06.2022 16:48)
Mögliche Sommerwelle derzeit nicht absehbar © APA
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums lag die Prävalenz von omicron BA.4/BA.5-Subvarianten bei neuen Covid-19-Infektionen in der vergangenen Woche bei acht Prozent.
Tendenz steigend, aber die omicron-Variante BA.2 wird auf absehbare Zeit dominant bleiben. Das soll sich laut Virologe Andreas Bergthaler auch hierzulande ändern. International werden starke Wachstumsraten von bis zu 15 Prozent BA.4/BA.5-Varianteninfektionen pro Tag beobachtet.
BA.4 und BA.5 sind wiederum Untervarianten von BA.2. „Sie werden wohl mittelfristig auch Österreich auferlegt“, sagt der Forscher an der Medizinischen Universität Wien und dem Forschungszentrum Molekulare Medizin (CeMM) der Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Trotz einiger genetischer Unterschiede zwischen BA.4 und BA.5 gibt es Hinweise darauf, dass insbesondere BA.5 das Zeug zur Verbreitung hat.
“In zwölf Tagen falten”
Österreichische Daten zeigen derzeit, dass BA.4/BA.5-Infektionen im Hintergrund zunehmen. Internationale epidemiologische Studien weisen auf Infektionswachstumsraten von zehn bis 15 Prozent hin. Damit würde sich die Gesamtzahl der Fälle mit diesen Untervarianten über eine Woche ungefähr verdoppeln. Bergthaler: „Daten in Österreich gehen eher in Richtung Verdopplung in zwölf Tagen.“
Diese Unterschiede könnten unter anderem durch unterschiedliche Omikronwellen erklärt werden. Der Schutz vor erneuten Infektionen mit BA.4 / BA.5 ist dort am höchsten, wo sich viele Menschen in den Vormonaten mit ihrem Quasi-Vorgänger namens BA.2 infiziert hatten. „Wahrscheinlich schützt eine BA.1-Infektion weniger“, sagt Bergthaler.
Droht eine Sommerwelle?
Ob Österreich nun mit den neuen Untervarianten auf eine mancherorts vermutete Sommerwelle zusteuert, ist schwer vorherzusagen. Es spielt zum Beispiel auch eine Rolle, wie viele Menschen im Juni oder Juli zusätzlich ihren Immunschutz verlieren. Zudem gebe es hierzulande inzwischen deutlich weniger PCR-Tests, was den Vergleich vergangener Wellen mit künftigen Entwicklungen grundsätzlich erschwere, betonte der Virologe.