Berlin: Alkoholverbot in Parks: Gewerkschaft der Polizei kritisiert Bezirk

Verbrechenspartys im Freien

Alkoholverbot in Berliner Parks: Gewerkschaft der Polizei kritisiert Bezirk

Stand: 23.07.2022 | Lesezeit: 4 Minuten

„Mut hat jeder, der sich in die Fänge der Berliner Verwaltung begibt“

Die vielen Rückschläge bei den Wahlen im September 2021, das Chaos an den Schulen, die Verzögerungen beim Bau des BER: In Berlin läuft seit Jahren vieles schief. Warum das? Heinz Buschkowsky, ehemaliger Bürgermeister des Berliner Bezirks Neukölln, hat sich zu Wort gemeldet.

Nach “Party-Exzessen” in den Parks spricht der Bezirk Mitte ein nächtliches Alkoholverbot aus. Die Polizei soll es durchsetzen. „Der Bezirk Mitte hat es leicht“, kritisiert die Gewerkschaft der Berliner Polizei (GdP).

Das nächtliche Alkoholverbot im James-Simon-Park und im Monbijoupark ist von der Gewerkschaft der Berliner Polizei (GdP) kritisiert worden. „Der Bezirk Mitte hat es leicht“, sagte GdP-Sprecher Benjamin Jendro am Freitag. „Es fehlt noch ein klares Konzept für die Menschen im Landkreis und letztlich ist es nichts weiter als ein hilfloser Versuch, sich hier wieder der Verantwortung zu entziehen.“ Jendro sieht weitere Belastungen für die Polizei. Kurz gesagt, das Vertrauen sei, “dass Polizei und Feuerwehr wie immer alle Probleme dieser Stadt lösen”.

Der Bezirk Mitte teilte am Freitag mit, das Vorgehen sei mit der Polizei abgestimmt worden. „Für heute und morgen Abend wurde bereits ein Amtshilfeersuchen an die Berliner Polizei gestellt“, teilte der Bezirk mit. Dies sei am Freitag bei der Polizei eingegangen, sagte eine Polizeisprecherin. Es ist zu prüfen, inwieweit hierauf kurzfristig reagiert werden kann. Allerdings sei die Polizei „alltäglich in Berlins Parks im Einsatz“.

Nach Ausschreitungen bei Partys in beiden Parks erließ das Bezirksamt Mitte ein nächtliches Alkoholverbot. Dies gilt ab Freitagabend bis zum 11. September. In dieser Zeit ist auf dem Gelände zwischen 22.00 und 6.00 Uhr kein Alkohol erlaubt, wie das Landratsamt am Donnerstag mitteilte. Der Landkreis begründete seine Entscheidung mit “Parteiexzessen”, wie es sie in den vergangenen Wochen immer wieder gegeben habe.

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„Das Verbot soll und muss in erster Linie von der Berliner Landespolizei durchgesetzt werden“, sagte ein Sprecher des Bezirksamtes am Freitag. Die Mitarbeiter des Allgemeinen Sicherheitsdienstes des Distrikts sind von Sonntag bis Donnerstag nur bis 22:00 Uhr und am Freitag und Samstag bis Mitternacht im Dienst. Vor dem Verbot gab es Gespräche und „Nachtbesuche“ bei der Polizei. „Der Umzug wurde gemeinsam als angemessen bewertet“, teilte der Landkreis mit. Der Polizei seien die Überlegungen des Landkreises im Vorfeld bekannt gewesen, sagte die Polizeisprecherin.

Blick auf den James-Simon-Park

Quelle: dpa/Christoph Söder

In den kommenden Wochen will der Landkreis die Polizei unterstützen, indem Mitarbeiter des Ordnungsamts freitags und samstags von 22:00 bis 23:30 Uhr „im Rahmen der verfügbaren Ressourcen“ vor Ort sind. Das Ordnungsamt Mitte hat nach Behördenangaben mehr als 50 Mitarbeiter, die zur Durchsetzung des nächtlichen Trinkverbots befugt sind.

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Dies habe jedoch präventiven Charakter, so der Sprecher. Sie muss deutlich machen, dass der Bezirk die Verschlechterung seiner Grünflächen „durch gewalttätige Ausschreitungen“ nicht hinnimmt. Im Gegenzug ist es möglich, räumliche Bezüge zu äußern und alkoholische Getränke zu garantieren. Bei Anzeigepflicht ist eine Abmahnung in Höhe von 50 Euro oder ein Bußgeld zwischen 100 und 3.000 Euro möglich.

Geräumter Park

Die Polizei räumte am vergangenen Wochenende den James-Simon-Park, als dort etwa 250 Menschen feierten. Die Polizei hatte die Atmosphäre als heiß und laut beschrieben. Einzelne Gruppen hätten immer wieder Pyrotechnik gezündet. Auch im Volkspark Friedrichshain und im Mauerpark in Prenzlauer Berg musste die Polizei eingreifen. Auch an den Wochenenden zuvor hatte es bereits Polizeieinsätze wegen ähnlicher Vorfälle gegeben. Aus Sicht des Bezirks Mitte ist der Alkoholkonsum ein „Hauptauslöser“ für dieses Fehlverhalten.

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, zuständig etwa für den beliebten Volkspark, will Alkohol trotz der Probleme nicht verbieten. Einer der Gründe, die eine Sprecherin nannte, war, dass dies angesichts der Kapazitäten des Ordnungsamtes nur schwer durchsetzbar sei. Es sind 32 Beschäftigte, die für einen Stadtteil mit rund 300.000 Einwohnern und „viel Leben im öffentlichen Raum“ zuständig sind.

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Im vergangenen Jahr gab es zahlreiche Polizeieinsätze in Berliner Parks. Damals gingen wegen der Schließungen wegen der Corona-Pandemie noch mehr Menschen in die Parks, um Partys zu feiern. Teilweise kam es zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Nachtschwärmern und der Polizei. Auch der Bezirk Mitte hatte damals Beschränkungen für den James-Simon-Park erlassen. Nach Angaben von Innenstaatssekretär Thorsten Akmann arbeitet der Senat des Innern nun mit den Bezirken an einer gemeinsamen Linie.

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