Berliner Protest der “jüngsten Generation”: Autobahnausfahrten erneut gesperrt – Innensenator verurteilt Vorgehen

Berlins Innensenatorin Iris Spranger hat die neuen Autobahnblockaden in der Hauptstadt kritisiert. „Wir haben stadtweite Polizeikräfte, die sehr schnell vor Ort sein können“, sagte der SPD-Politiker auf einer Pressekonferenz am Dienstag nach der Senatssitzung. “Und wir greifen sehr, sehr schnell ein.” Klimaschutz-Demonstranten hatten am Dienstagmorgen zahlreiche Ausfahrten der Autobahn A100 in Berlin blockiert. „Ich selbst sage immer noch, dass ich diese Maßnahmen nicht für richtig halte, weil sie nicht nur eine Gefahr für die sind, die auf der Straße festsitzen“, sagte Spranger.

Gefährdet sind auch Autofahrer, die zum Bremsen gezwungen werden. Andere sollten in langen Staus stehen, um niemanden zu überfahren. „Ich verurteile so etwas und hoffe, dass zu Verurteilungen später Gerechtigkeit kommt“, sagte der Innensenator.

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Klimaaktivisten der Gruppe „Last Generation“ blockierten am Dienstag den zweiten Tag in Folge mehrere Ausfahrten der Autobahn A100 in Berlin. Offenbar kam es zu Zusammenstößen zwischen Autofahrern und Demonstranten.

Die Gruppe veröffentlichte am Morgen ein Video, das einen Mercedes-Fahrer zeigt, der einen Demonstranten mit seinem Auto an der Ausfahrt Spandauer Damm langsam wegfährt. Die Frau ging zunächst rückwärts und zog dann die Motorhaube auf. Der Fahrer rief, er habe einen Termin, der Demonstrant brüllte. Es war nicht klar, wie die Situation endete.

Fotos von Blockern, die entfernt oder mit Wasser besprüht wurden, waren bereits am Montag im Internet gepostet worden. Ähnliche Vorfälle hatten sich bereits im Januar und Februar bei zahlreichen Treffen ereignet.

Von den Blockaden waren laut Polizei und Verkehrsinformationszentrum ein Dutzend Ausfahrten und Straßen betroffen, vor allem im Westen und Süden der Stadt, darunter die Ausfahrten Tempelhofer Damm, Messedamm Süd und Spandauer Damm sowie die Ausfahrt Saarstraße der A 103 Laut Polizei wurden die Gruppen jeweils zwischen sieben und zehn reisenden Männern und Frauen blockiert. 180 Polizisten waren im Einsatz. Die Polizei fuhr die Fahrzeuge über den Bürgersteig.

Mehrere Aktivisten gehen auf die Straße

Zur Hauptverkehrszeit kam es auf der Autobahn zu einem Stau. „Im Moment scheinen die Aktionen der Demonstranten jede Minute zu passieren“, sagte die Verkehrsinformationszentrale. In der Halenseestraße gingen mehrere Aktivisten auf die Straße.

Unter dem Motto „Öl sparen statt bohren“ fordern Demonstranten auf ihren Transparenten kostenlose öffentliche Verkehrsmittel und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Außerdem fordern sie unter „Nordseeöl-nö“ Bundeskanzler Olaf Scholz auf, die neuen Ölbohrungen in der Nordsee abzusagen.

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Die Blockaden dieser Woche wurden angekündigt und sollten jeden Morgen durchgeführt werden. Erst am Montag kam es vielerorts zu kurzzeitigen Sperrungen von Autobahnausfahrten. Klimaschützer kündigten an, in den nächsten Tagen tägliche Störungen des Straßenverkehrs in der Bundeshauptstadt zu planen. Ziel ist es, die Bundesregierung unmissverständlich auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. „Er endet erst, wenn Ministerpräsident Olaf Scholz glaubhaft erklärt, dass es keine Ölbohrungen in der Nordsee geben wird.“

80 Klimaschützer demonstrierten am Montag

Insgesamt sollen etwa 80 Menschen auf die Straße gegangen sein. Es gab einen Stau. Die Polizei war im Einsatz und räumte schnell die meisten Blockaden. Laut Polizei betrafen die Aktionen neun Ausfahrten oder nahe gelegene Kreuzungen. Es beteiligte sich jeweils eine einstellige Zahl von Demonstranten.

Autobahnausfahrten laut Polizei zu vielen Stadtteilen im Norden, Westen und Süden Berlins, etwa Tegeler Weg, Sachsendamm, Beusselstraße, Siemensdamm, Saatwinkler Damm, Spandauer Damm, Messe Nord und Süd, Konstanzer Straße, Seestraße, Wexstraße und Oberlandstraße ab 8.30 Uhr betroffen.

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Demonstranten der Gruppe „Last Generation“ posteten Fotos auf Twitter, die Blockierer mit Transparenten zeigen, die im Regen auf der Straße sitzen. In einer Erklärung schrieb die Gruppe, dass 60 Aktivisten am Montagmorgen an elf Stellen die A100 blockierten.

Aktivisten hatten zuvor Blockaden angekündigt. Nun sollen sich “viel mehr Menschen als bisher” an den Aktionen beteiligen und die Autobahnen “zu einem Ort des friedlichen Widerstands” machen, sagte er.

Die Aktivistin Sonja Manderbach, 45, sagte am Montag in einer Erklärung, sie seien „entschlossen, für das Leben unserer Kinder ins Gefängnis zu gehen“. Wenn Klima und Gesellschaft zusammenbrechen, erwarten Kinder unvorstellbares Leid und Tod.

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„Wir haben noch 3 Jahre Zeit, um den Kollaps unseres Klimas zu vermeiden“, sagte Mit-Initiator Henning Jeschke. Der 22-Jährige hatte nach eigenen Angaben bereits im vergangenen Jahr an einem 27-tägigen Hungerstreik für den Klimaschutz teilgenommen.

[Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht über die Aktivisten, die sagen: “Wer uns aufhalten will, muss uns wegsperren”]

In einem offenen Brief an die Bundesregierung forderte Last Generation sofortigere Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels. Um dies durchzusetzen, bedarf es einer öffentlichen Störung, die das tägliche Leben stört. Nach Angaben der Polizei blockierte die Initiative im Januar und Februar 45 Autobahnausfahrten in Berlin mit sitzenden und aufgenommenen Demonstranten. Es folgten Blockaden an Flughäfen und im Hamburger Hafen.

Im März wurden die Aufführungen unterbrochen, später wieder aufgenommen. Dies führte zu mehr als 270 Strafanzeigen und rund 120 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten in Berlin. Die Polizei hat jetzt eine durchschnittliche Anzahl von Ermittlungen im dreistelligen Bereich, hauptsächlich aufgrund von Nötigung und Widerstand gegen Polizisten.

Innensenator: „Der Zweck heiligt nicht die Mittel“

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) twitterte: „Wer auf der Straße erwischt wird, will Politik und Gesellschaft erpressen. Der Zweck heiligt nicht die Mittel. Das gilt auch für die Klimabewegung. Sie sind strafbar.“

Auch Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Berliner Polizei, kritisierte die Aktion: Hunderttausende: „Er sagte dem Tagesspiegel: Protest nach dem Gesetz ist legitim, aber die Frage nach Sinn und Zweck muss zugelassen werden“, sagt Jendro Die Justiz arbeitet nicht für die Tonne und die Blocker verlassen die Hauptstadt nach einer Guerilla-Aktion nicht, als wäre nichts gewesen”, fügte er hinzu.

Der FDP-Fraktionssprecher des Abgeordnetenhauses im Abgeordnetenhaus von Berlin, Björn Jotzo, kritisierte die Blockierer wegen „vorsätzlicher Verletzung des Rechts auf chaotische Versammlung der Stadt“. Der Senat kommt seiner Verantwortung zur konsequenten Durchsetzung der Gesetze nicht nach. „Es rächt sich jetzt, dass die Justiz kein einziges Verfahren abschließen konnte“, sagte Jotzo.

75 Festnahmen am Montag

Die Polizei in Kampfausrüstung stürmte am Freitag eine Kundgebung und entfernte 75 Demonstranten mit Lastwagen. Davon seien 51 Männer und 24 Frauen betroffen, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag. 21 Demonstranten sitzen auf der Straße fest. 28 Strafverfahren wurden eingeleitet, hauptsächlich wegen Nötigung und Widerstands durch die Polizei. Außerdem elf Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten. Die Blocker wurden wieder freigegeben. Demonstranten hatten am Montagmorgen an zwölf Orten die Ausfahrten von Straßen und Autobahnen blockiert. Die Polizei in Kampfausrüstung stürmte am Freitag eine Kundgebung und entfernte Hunderte von Demonstranten mit Lastwagen.

Die Berliner CDU kritisierte: „Straßensperren der vergangenen Tage haben den Verkehr behindert, Menschenleben gefährdet und das Klima mit unnötigen Staus belastet. Die SPD-Innensenatorin Iris Spranger muss endlich handeln und in die Tat umsetzen, was sie schon lange sagt: Gefährdete ansprechen und ggf. weitere Verkehrsgefährdungen durch Untersuchungshaft vermeiden. Straßen und Zufahrten werden freigehalten, damit im Notfall Rettungsschwimmer eingesetzt werden können, um nicht zu behindern. (mit dpa)

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